Club | 22.09.2016

BGH-Urteil

Bestätigung für den FC

Der 1. FC Köln hat am Donnerstag vor dem Bundesgerichtshof einen Erfolg erzielt. Regressforderungen gegen Störer sind demnach zulässig.

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat am Donnerstag ein wegweisendes Urteil zum Thema Regressforderungen nach Zuschauer-Fehlverhalten gefällt. Demnach hat der 1. FC Köln gegen den Beklagten, der im Februar 2014 im RheinEnergieSTADION einen Böller in den Zuschauerbereich geworfen hatte,  einen schuldrechtlichen Anspruch aus dem mit dem Zuschauer beim Ticketkauf geschlossenen Vertrag sowie möglicherweise sogar einen deliktischen Anspruch wegen „sittenwidriger vorsätzlicher Schädigung“ (§ 826 BGB). Der BGH folgt damit der grundsätzlichen Rechtsauffassung des 1. FC Köln und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), wonach der Club den oder die Verursacher für eine Verbandsstrafe haftbar machen kann. 

Im konkreten Fall war der 1. FC Köln vom DFB mit einer hohen Geldstrafe belegt worden, weil ein Zuschauer beim Heimspiel gegen den SC Paderborn in der Saison 2013/14 einen Feuerwerkskörper geworfen hatte, wodurch sieben Stadionbesucher verletzt wurden. Ordner des FC hatten den Mann mit Hilfe anderer Zuschauer identifiziert und der Polizei übergeben. Der 1. FC Köln hatte von ihm im Anschluss 30.000 Euro Schadensersatz gefordert und geklagt, nachdem der Mann sich weigerte, der Forderung nachzukommen. 

Das Oberlandesgericht (OLG) Köln hatte im Dezember 2015 in zweiter Instanz die Klage des 1. FC Köln abgewiesen. Dagegen hatte der 1. FC Köln Revision eingelegt. Mit dem Urteil des Bundesgerichtshofs wird die Rechtauffassung des 1. FC Köln nun bestätigt. Der BGH hat den Fall an das OLG Köln zurückverwiesen – hier kann es jedoch nach dem aktuellen Urteil nur noch um die Höhe der Regressforderung gehen, nicht mehr darum, ob die Forderung grundsätzlich begründet ist.

„Die Entscheidung des BGH schafft für uns als Club die dringend benötigte Rechtssicherheit bei der Frage, ob wir Strafen des DFB an diejenigen weitergeben können, die sie ursächlich zu verantworten haben“, sagt Thomas Schönig, Vorstandsbeauftragter für Fankultur und Sicherheit beim 1. FC Köln. „Das ist ein wichtiges Signal für die Sicherheit unserer Zuschauer, denn Störer müssen diese Regressforderungen als Folge ihres Fehlverhaltens künftig einkalkulieren.“ (Az. VII ZR 14/16)

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