Profis | 14.10.2020

FC-Verteidiger

Bornauw: „Ich wurde mit offenen Armen empfangen“

Sebastiaan Bornauw hat eine Länderspielreise mit Höhen und Tiefen erlebt: Er debütierte für Belgiens A-Nationalelf – und verschuldete dabei einen Elfmeter. Anschließend verlor er mit Belgiens U21 überraschend gegen Moldawien. Im Interview spricht der Verteidiger über diese Erfahrungen – und über die bevorstehende Bundesligapartie gegen Frankfurt.

Hallo Seb, herzlichen Glückwunsch zu deinem Debüt für Belgiens A-Nationalmannschaft. Was bedeutet dir das?
Es bedeutet meiner Familie und mir sehr viel. Jeder Junge, der Fußball spielt, träumt davon, eines Tages für die A-Nationalelf seines Landes zu spielen. Dass ich das jetzt durfte, macht mich stolz.

Wie bist du in der Nationalmannschaft aufgenommen worden?
Sehr gut, alle waren sehr freundlich zu mir und sehr hilfsbereit. Sie haben mich mit offenen Armen empfangen, das war sehr schön für mich als Debütant. Im ersten Spiel waren Spieler wie Kevin De Bruyne oder Romelu Lukaku noch nicht mit dabei, aber sie sind danach zu uns gestoßen und haben mittrainiert – und sie haben mich sehr herzlich in ihrem Kreis aufgenommen.

Du bist gegen die Elfenbeinküste nach 78 Minuten eingewechselt worden beim Stand von 1:0 für Belgien. Knapp zehn Minuten später hast du einen Foulelfmeter verursacht, der das Tor zum 1:1-Endstand zur Folge hatte. Wie sehr wurmt dich das?
Eigentlich bin ich gut ins Spiel gekommen – aber dann begehe ich dieses Foul, das natürlich nicht passieren darf. Es war auch keine absichtliche Aktion, sondern eher ein Reflex. Ich versuche, daraus zu lernen. Dass mir so ein Foul passiert, ist an sich schon extrem ärgerlich. Dass es mir im Länderspieldebüt passiert, macht es noch schlimmer.

Wie hat dein Nationaltrainer Roberto Martinez reagiert?
Er hat mir gesagt, dass solche Dinge passieren und dass ich trotzdem stolz sein soll, mit 21 Jahren für eine so stark besetzte Nationalelf debütiert zu haben. Dass ich mir das mit harter Arbeit und guten Spielen beim FC verdient hätte.

Den zweiten Teil der Länderspielpause hast du dann bei der belgischen U21 verbracht. 
Ja, das war von vornherein so besprochen. Unser A-Nationaltrainer hatte das auch schon in der Pressekonferenz vor der Länderspielpause angekündigt, dass zwei weitere Spieler und ich nach der Partie gegen die Elfenbeinküste zur U21 reisen sollen, um dort zu helfen. Das war der Plan und so haben wir es dann auch gemacht.

Mit der U21 hast du als Kapitän dann überraschend gegen Moldawien mit 0:1 verloren. Was war da los?
In der U21 sind wir schon lange als Gruppe zusammen, ich kenne die Mannschaft also sehr gut – und es ist eines unserer größten Probleme, dass wir uns gegen vermeintlich kleinere Mannschaften manchmal selbst in Schwierigkeiten bringen. Das ist uns auch diesmal passiert. Die Art und Weise, wie wir dieses Spiel verloren haben, darf nicht passieren. Man kann auch gegen schwächere Gegner immer mal ein Gegentor kassieren, durch einen Fehler oder einfach durch Pech. Aber wir hätten genug Zeit gehabt, die Partie zu drehen – und haben es doch nicht geschafft. Wir haben einen Elfmeter verschossen und viele gute Chancen vergeben. In der vorherigen Länderspielpause haben wir mit 4:1 gegen Deutschland gewonnen – dann dürfen wir nicht ein paar Wochen später gegen Moldawien verlieren.

Trotzdem wärt ihr nach jetzigem Stand für die U21-EM im nächsten Jahr qualifiziert.
Ja, aber wir hätten mit einem Sieg die Qualifikation so gut wie perfekt machen können. Deshalb ärgert mich das. Dennoch sollten wir die Qualität haben, uns zu qualifizieren, ganz klar. 

Im nächsten Jahr findet nicht nur die U21-Europameisterschaft statt, sondern auch die EM der A-Nationalteams. Welche ist dein Ziel?
In einer perfekten Welt wäre ich gerne bei beiden Turnieren dabei. Vom Terminkalender her sollte das möglich sein. (lacht) Aber natürlich muss ich erstmal eine gute Saison für den FC spielen.

Mit dem FC geht es am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt weiter. Was für ein Spiel erwartest du?
Ich glaube, es wird wie immer in der Bundesliga eine Herausforderung. Wir haben bisher keine Punkte gesammelt, aber zum Teil gut gespielt. Wir möchten jetzt unbedingt punkten.

In der vergangenen Saison habt ihr gegen Frankfurt vier Punkte geholt.
Ja, im Rückspiel haben wir gegen sie den Klassenerhalt gesichert. Ich erinnere mich aber besonders gern an unseren 4:2-Sieg im Hinspiel, das war ein wunderbares Spiel. 

In dem du getroffen hast.
Aber erst habe ich ein Gegentor verschuldet, weil ich bei einer Ecke meinen Gegenspieler aus den Augen verloren habe. Zum Glück konnte ich das danach mit meinem Tor wieder gut machen.
 

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15Hertha BSC3
161. FC Köln1
17FC Schalke 041