Profis | 22.11.2020

Stimmen zum Union-Spiel

Czichos: „Ein sehr bitterer Tag“

Nach dem 1:2 gegen Union Berlin äußerten sich neben Rafael Czichos und Timo Horn auch Salih Özcan, Sebastian Andersson und Cheftrainer Markus Gisdol zur knappen Niederlage.

Rafael Czichos: Wir müssen uns nicht wundern, wenn wir vor den Gegentoren so verteidigen. Das war einfach schlecht. So holst du niemals einen Punkt in der Bundesliga. Vor dem ersten Tor von Union war das irgendein Gestochere von Marius und mir. Wie so häufig gelangt der Ball dann zum Stürmer, der den auch reinmacht. In der Bundesliga werden solche Fehler bestraft. Wir haben zwar bis zum Schluss noch alles probiert, aber nach vorne waren wir einfach zu ungeduldig, wie in den vergangenen Wochen auch schon häufig. Heute ist es ein sehr bitterer Tag, das hat man auch an den Gesichtern der Jungs gesehen. Aber es bleibt uns nichts anderes übrig, als weiter Gas zu geben. Wir müssen unbedingt unsere Fehler abstellen.

Sebastian Andersson: Es war ein enges Spiel, aber dann bekommen wir den sechsten Elfer in dieser Spielzeit gegen uns, das ist fast unerklärlich. Wir versuchen, nicht darüber nachzudenken, dass wir erst drei Punkte haben. Ein Sieg würde unserem Selbstvertrauen sehr guttun. Wir werden es weiter versuchen. 

Salih Özcan: Die Niederlage ist ganz bitter, der Gegner ist nur durch unsere Fehler zu den Toren gekommen. Ich habe vor dem Elfmeter versucht, den Ball noch in höchster Not weg zu spitzeln, war aber zu spät. Vorher verlieren wir im Spielaufbau unnötig den Ball, sodass Union überhaupt erst in diese Situation kommt. Offensiv müssen wir mehr Zug zum Tor entwickeln, häufiger den Abschluss suchen und das Tor treffen. Grundsätzlich stehen wir defensiv ganz ordentlich, auch heute hatte Union im Grunde nicht viele Chancen. Wir dürfen jetzt trotzdem nicht zu viel über die Sieglosserie nachdenken. Davon müssen wir uns frei machen. Es gilt, weiter von Spiel zu Spiel zu schauen. 

Timo Horn: Trotz der langen Sieglosserie stehen wir Woche für Woche wieder auf. Auch heute war Union nicht besser, aber die haben das Momentum auf ihrer Seite, kamen gestärkt durch einen 5:0-Sieg nach Köln. Das sieht man in der einen oder andern Situation. Das 1:0 war ein Zufallsprodukt. Mit dem Ball wird Ping-Pong gespielt, bevor er vor den Füßen des Stürmers landet, der sich die Ecke dann aussuchen kann. Und sechs Elfmeter nach acht Spielen sind auch einfach zu viel. Das muss man ganz nüchtern so analysieren. Und dann haben wir in der letzten Situation auch noch Pech, als der Freistoß von Rexhbecaj nur an den Pfosten klatscht. Das wäre ansonsten wenigstens der Ausgleich gewesen. Auf die Elfmeterschützen der jeweiligen Gegner bereite ich mich immer vor, um deren Vorlieben zu analysieren. Bei Max ist es so, dass er sehr lange schaut, was der Torwart macht. Deshalb hat mir der Trainer den Tipp gegeben, vor dem Elfer eine Finte einzubauen. Das hat ganz gut geklappt, aber der Nachschuss ist dann drin. Das ist sinnbildlich für die aktuelle Situation, in der wir stecken. Aber wir müssen aufstehen und weitermachen. Es geht immer weiter. In der vergangenen Saison hatten wir nach 14 Spieltagen nur acht Punkte und wurden schon als Absteiger tituliert. Damals haben wir uns auch da rausgekämpft. Wir verlieren nie den Glauben an uns. Wir wissen, was wir können. Und wir spielen noch gegen Mannschaften, die wir in direkten Duellen durch einen Sieg überholen können. 

Markus Gisdol: Es hat nicht viel gefehlt, um wieder zu punkten. In so einem Spiel musst du mindestens einen Punk machen. Jetzt haben wir nichts. Wir haben im entscheidenden Moment den Fehler zu viel gemacht. Es ist ärgerlich. Vieles hängt mit dem Selbstvertrauen zusammen. Bei einem gesteigerten Selbstvertrauen macht man die einfachen Fehler nicht. Wir sind zu brav aktuell. Es hat mir gefehlt, dass wir uns gegenseitig pushen und mit letzter Entschlossenheit dagegen gehen. Das werde ich mit der Mannschaft besprechen. Es wird von Anfang bis zum Ende der Saison ein Kampf um den Klassenerhalt. Das ist klar. Wir dürfen nicht den Kopf verlieren. Wir müssen klar bleiben und dann Schritt für Schritt punkten. 
 

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