Profis | 18.04.2021

FC-Cheftrainer

Funkel: „Wir stecken nicht auf“

Nach der Niederlage in Leverkusen sprach FC-Cheftrainer Friedhelm Funkel am Sonntag über die Leistung der Mannschaft, die personelle Situation im Sturm und seine Aussage nach dem Spiel im Interview bei sky.

Friedhelm Funkel sagte über…

…die Niederlage in Leverkusen: Wir können einige positive Dinge aus dem Spiel mitnehmen. Das hat die Videoanalyse heute Morgen nochmal gezeigt. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, viele Zweikämpfe gewonnen und viele Sprints hingelegt. Wir haben uns Chancen erarbeitet und hatten viel Ballbesitz, in der zweiten Hälfte fast 70 Prozent. Und wir haben nie aufgesteckt. Das alles nehmen wir mit. So wie wir gegen Leverkusen aufgetreten sind, müssen wir uns auch in den nächsten Spielen präsentieren. Die 0:3-Niederlage ist natürlich trotzdem fatal. Das steht außer Frage – das haben wir auch kritisch angesprochen. Wir haben uns bei den Gegentoren nicht gut angestellt. Das hätten wir besser verteidigen müssen. Die Mannschaft war da sehr einsichtig. Die Fehler dürfen wir nicht wieder machen. Ansonsten haben wir es dem Gegner schwer gemacht, sich Chancen herauszuspielen. Die Gegentore resultierten aus Fehlern von uns. Wir haben drei Schüsse und einen Kopfball auf unser Tor zugelassen, drei davon waren drin. Dennoch gibt es viele positive Dinge, auf denen wir aufbauen können. Und daran wollen wir am Dienstagabend anknüpfen.

…den mentalen Druck im Abstiegskampf: Klar spielt der Kopf eine Rolle. Aber die taktische Disziplin darf dadurch nicht verloren gehen. Das war vor dem zweiten Tor leider der Fall. Wir haben nach eigener Ecke nicht gut gestanden und die Ordnung verloren, als der Ball mehrfach vom einen zum anderen Spieler geprallt ist. In solchen Situationen müssen wir uns hinten besser absichern. Das habe ich heute Morgen mit der Mannschaft besprochen. Und ich hoffe, dass der Lerneffekt gerade in solchen Situationen schon am Dienstag gegen Leipzig zu sehen sein wird. Dass der Kopf eine Rolle spielt, ist logisch. Die Tabellensituation kennt jeder. Aber die Mannschaft ist mental stark, sonst hätte sie diese Leistung gestern nicht bringen können. Ich war positiv überrascht, wie die Mannschaft das frühe 0:1 weggesteckt hat. Die Jungs haben das Spiel so durchgezogen, wie wir uns das vorgenommen hatten. Gegen unser Positionsspiel und den Dreieraufbau hinten haben die Leverkusener keine Lösungen gefunden. Wir haben aber die nötigen Tore nicht gemacht. Kurz vor dem zweiten Gegentreffer hatten wir durch Jonas noch die große Chance auf das 1:1, als der Ball knapp am Pfosten vorbeiging. Wir hatten gestern auch nicht das notwendige Glück, wenn ich zum Beispiel an den Kopfball von Jonas denke. Der Ball ist fünf Zentimeter am Pfosten vorbeigeflogen. Das hat ja nichts mit Unvermögen zu tun. Die Chance resultierte aus einem super Spielzug. Der Freistoß von Jonas, der an die Unterkante der Latte ging, der nicht gegebene Elfmeter, weil das Foul zehn Zentimeter vor dem Sechzehner passierte. Da liefen viele Dinge gegen uns. Aber wir werden weitermachen. Die Jungs haben die Köpfe nach dem Spiel nicht hängen gelassen. Das letzte, was wir machen werden, ist aufstecken. Und genau mit dieser Einstellung werden wir das Spiel übermorgen gegen Leipzig angehen.

…die öffentliche Interpretation seiner Aussage im Interview gestern bei Sky: Über die Vehemenz der Diskussion in den sozialen Medien war ich überrascht. Jeder, der mich kennt, weiß, wie ich bin. Ich habe mit so vielen Spielern aus allen Kontinenten zusammengearbeitet. Das hat mir immer unheimlich viel Spaß gemacht und macht es bis heute. Wenn ich mich gestern im Interview missverständlich ausgedrückt habe oder falsch verstanden wurde, tut mir das aufrichtig leid. Ich war sehr überrascht darüber, dass ich danach so angegriffen worden bin. Das hat mich traurig gestimmt. Ich weiß nicht mehr genau, was mir in diesem Moment durch den Kopf gegangen ist. Aber ich bin ganz weit davon entfernt, irgendjemanden anzugreifen. Das habe ich noch nie in meinem Leben gemacht. Noch nie. Und das werde ich auch bis zu meinem Lebensende nicht machen.

…die personelle Situation im Mittelsturm: Sebastian Andersson stand heute wieder mit auf dem Platz. Er muss aber sehr langsam herangeführt werden. Sein Knie hat nach dem Spiel gegen Mainz wieder eine Reaktion gezeigt, deshalb wurde die Stelle am Freitag nochmal punktiert. Es wurde Flüssigkeit aus dem Knie genommen. Danach hat sich Sebastian besser gefühlt. Ich hoffe, dass er in den nächsten Tagen immer mit der Mannschaft trainieren kann. Ein Einsatz am Dienstag ist aber fraglich. Er muss drei oder vier Tage am Stück auf dem Platz stehen, um Vertrauen zurückzugewinnen. Auch ich muss das Vertrauen haben, dass er 70 Minuten spielen kann. Ich hoffe, dass das Knie in den nächsten Wochen stabil bleibt, sodass wir Sebastian noch in einigen Spielen auf dem Platz sehen werden. Wir haben gestern mit die meisten Flanken aller Bundesligisten an diesem Spieltag in den Sechzehner gebracht. Da brauchen wir gerade so einen Zielspieler wie ihn. Tolu kann ein guter Spieler werden, aber er muss noch viel lernen. Er ist sehr robust und bringt viele Dinge mit, aber Tim Lemperle hat in den vergangenen Tagen etwas auffälliger trainiert und den besseren Eindruck auf mich gemacht. Deshalb stand er im Kader. Emmanuel Dennis hat sich gestern sehr bemüht und ordentlich gespielt, aber er ist nun mal keine 1,90 Meter groß. Wir müssen aus der aktuellen Situation das Beste machen. Und das wollen wir.

…Sebastian Andersson: Die ganzen Rückschläge sind für ihn nicht einfach zu verarbeiten. Er ist ein sensibler Spieler. Ich habe vor dem Leverkusen-Spiel mit ihm gesprochen, dass es keinen Sinn macht, ihn spielen zu lassen. Auch wenn die sportliche Situation so brisant ist. Die Gesundheit eines Spielers werde ich nicht aufs Spiel setzen. Da ist er der gleichen Meinung wie ich. Aber er möchte natürlich gerne spielen. Man spürt, dass er mit der Mannschaft auf dem Platz stehen will. Er will der Mannschaft helfen. Er will wieder Fußball spielen.

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PL.VereinPkt.
15DSC Arminia Bielefeld35
161. FC Köln33
17SV Werder Bremen31

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