Profis | 21.08.2020

Cheftrainer im Gespräch

Gisdol: „Spielerische Entwicklung steht im Fokus“

Der 1. FC Köln bereitet sich seit Donnerstag in Donaueschingen auf die anstehende Saison vor. Am zweiten Tag des Trainingslagers äußerte sich Cheftrainer Markus Gisdol zur aktuellen Kadersituation, zu Schwerpunkten in der Trainingsarbeit – und den Rückkehrern Jannes Horn und Salih Özcan.

Markus Gisdol über:

…seine ersten Eindrücke von den Bedingungen im Trainingslager: Ich war vor vielen Jahren schon mal hier, als ich Co-Trainer bei Schalke war. Was das Hotel und die Platzbedingungen betrifft, hat sich in der Zwischenzeit einiges verändert. Mir wurde versprochen, dass wir in Donaueschingen tolle Bedingungen vorfinden. Und das ist tatsächlich so.

…die Trainingsschwerpunkte in den nächsten Tagen: Wir wollen das intensive Training der ersten beiden Wochen fortführen. Wir haben am Geißbockheim fast jeden Tag zweimal trainiert. Im Trainingslager wollen wir weiter an der Kondition der Spieler, aber vor allem auch an der spielerischen Entwicklung arbeiten. Der Fokus liegt dabei auf dem Spielaufbau und der Spielfortsetzung. Außerdem wollen wir sehr intensiv an unserem Abwehrverhalten arbeiten und daran, wie wir nach Ballgewinn gegen einen unsortierten Gegner schnell vor das Tor kommen. Es ist wichtig, diese Umschaltbewegungen ständig zu trainieren, um gewisse Mechanismen zu entwickeln. 

…über mögliche Neuzugänge: Zunächst einmal möchte ich lobend erwähnen, wie Horst Heldt, Alexander Wehrle und Frank Aehlig es in den vergangenen Wochen gemeinsam geschafft haben, den Kader so gut zu reduzieren. Wir haben mittlerweile für zehn Spieler gute Lösungen gefunden. Im Vorfeld war das ja als sehr schwierig betrachtet worden. Da ist uns ein großer Schritt gelungen. Jetzt gilt es, die besprochenen und notwendigen Transfers umzusetzen. Man muss nur auf die zurückliegende Winterpause blicken. Damals haben wir mit Toni Leistner und Mark Uth zwei Spieler dazubekommen, die aktuell nicht mehr unserem Kader angehören. Wir haben im Moment zu wenig Spieler. Daher benötigen wir noch Verstärkung. Aber das ist besprochen.

…die Frage, ob es ein Nachteil sei, dass das Trainingslager nicht mit dem endgültigen Kader absolviert werden kann: Das ist gerade in der Sommerpause nicht ungewöhnlich. Durch die Corona-Pandemie ist es eine außergewöhnliche Zeit, in der man mit außergewöhnlichen Dingen rechnen muss. Wir werden unseren Plan trotzdem durchziehen und im Trainingslager gewissenhaft mit den Spielern arbeiten, die aktuell zur Verfügung stehen. Es wird ja ohnehin so sein, dass neue Spieler – wenn sie kommen – eine gewisse Eingewöhnungszeit benötigen werden. Daher wird ein Gros der Spieler, die im Trainingslager dabei sind, auch die erste Elf bilden. Wir sprechen ja auch nicht davon, noch zehn neue Spieler holen zu wollen. Wir wollen uns gezielt verstärken. Es hat keine negativen Auswirkungen auf das Trainingslager, wenn der eine oder andere Neuzugang erst danach dazu stößt.

…Alternativen für Mark Uth im aktuellen Kader: Natürlich haben wir Spieler, die auf Marks Position spielen können. Sie interpretieren die Position nur auf andere Weise, als es Mark getan hat. Mark war in der Rückrunde an sehr vielen Toren beteiligt. Er hinterlässt erst einmal ein großes Loch. Das gilt es jetzt entweder gemeinschaftlich oder mit einer zusätzlichen Verpflichtung zu schließen. Davon abgesehen haben wir eine Rückkehr von Mark Uth ja auch noch nicht komplett abgeschrieben.

…über mögliche taktische Veränderungen im Spiel des FC: Ich – wie auch die meisten anderen Trainer – bin davon überzeugt, dass man ein bestimmtes Grundsystem aufzeigen sollte, an dem sich die Spieler orientieren können. Feste Abläufe sind wichtig, damit jeder Spieler Bescheid weiß und ein Rädchen ins andere greifen kann. Darüber hinaus ist es wichtig, für bestimmte Situationen alternative Lösungen herauszuarbeiten. Manche Spieler sind auf verschiedenen Positionen einsetzbar. Wir müssen auch in der Lage sein, unsere Grundordnung je nach Spielverlauf schnell zu verändern. Wenn ich während einer Partie sehe, dass uns ein Gegner ungeahnte Lücken bietet, müssen wir das für uns nutzen können. Auch bei Spielrückständen wollen wir taktisch reagieren können. Wir nehmen mit den Spielern taktische Schulungen an der Tafel vor, machen viele Video-Sitzungen mit Einzelspielern oder in Gruppen. 

…die Rückkehrer Salih Özcan und Jannes Horn:  Jannes hat sich in den ersten Tagen und auch bei den Testspielen sehr gut präsentiert. Er macht einen sehr stabilen Eindruck. Es wurde früher zum Teil kritisch gesehen, aber er hat einen großen Schritt nach vorne gemacht. Das habe ich schon oft bei Spielern erlebt, die ausgeliehen waren und bei einem Zweitligisten stabil über ein Jahr gespielt haben. Das Gleiche erhoffe ich mir auch bei Salih. Er ist jetzt gerade mal zwei Tage im Training, daher möchte ich noch nicht so viel zu ihm sagen. 

…die Planungssicherheit bei Jhon Cordoba: Ich plane mit allen Spielern, die aktuell bei uns im Kader sind und mittrainieren. Spekulationen helfen mir nicht in der Trainingsarbeit. Dass ein Spieler wie Jhon für uns wichtig ist, wenn wir bestimmte Dinge einstudieren, ist klar. Er ist ein Wandspieler, hat aber gleichzeitig auch ein sehr gutes Tempo, kann sich gut im Eins-gegen-Eins durchsetzen und hält Bälle gut, um Kontersituation herauszuspielen. Deswegen plane ich mit Jhon so, als wenn er die ganze Saison bei uns spielt. Und ich hoffe auch, dass es so sein wird. 

…einen möglichen Berglauf wie in Benidorm: Dieses Mal ist das Trainingslager ein bisschen anders aufgebaut. Einen Tag nach dem Trainingslager haben wir schon das nächste Testspiel gegen Wolfsburg. Deswegen werden wir hier in keine Einheit einen Berglauf einbauen, der dafür sorgt, dass die Spieler danach zwei Tage lang keine vernünftige Leistung bringen können. Aber irgendwas wird uns sicherlich noch einfallen – vielleicht ja eine kleine Überraschung.

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
15Hertha BSC3
161. FC Köln1
17FC Schalke 041