Profis | 22.05.2020

Pressekonferenz vor Düsseldorf

Gisdol: „Wir wollen uns steigern“

Der 1. FC Köln empfängt am Sonntag Fortuna Düsseldorf. In einer virtuellen Pressekonferenz sprachen FC-Cheftrainer Markus Gisdol und Geschäftsführer Horst Heldt am Freitag über das bevorstehende Heimspiel, Erkenntnisse aus dem Mainz-Spiel – und das Vorhaben, in den nächsten Jahren verstärkt auf Talente aus dem eigenen Nachwuchs zu setzen.

Markus Gisdol sprach über:

… die personelle Situation: Was Verletzungen betrifft, ist die Mannschaft gut durch die erste Pflichtspielpartie gekommen – und bis jetzt auch durch die Trainingswoche. Die einzige Ausnahme ist Marcel Risse, der unter der Woche mit Knieproblemen aus dem Training ausgeschieden ist. Da müssen wir weitere Untersuchungen abwarten. Für das Wochenende kommt er nicht infrage. Dafür ist Iso Jakobs in einem erstaunlich guten Zustand aus seiner Quarantänezeit zurückgekehrt. Er hat wenig Anlaufzeit gebraucht und einen wirklich guten Eindruck hinterlassen. Er wird am Sonntag auf jeden Fall im Kader stehen, daraus mache ich kein Geheimnis. Wir sind froh, ihn zurück zu haben.  

…Erkenntnisse aus dem Mainz-Spiel: Zunächst einmal war es wichtig für uns, dass wir am vergangenen Sonntag endlich wieder einen Wettbewerb hatten. Das hat uns gutgetan. Aus dem Spiel haben wir viel mitgenommen, müssen spieltaktisch aber auch an der einen oder anderen Stelle ein Auge zudrücken. Ich bin kritisch mit meinem Team, kann die Situation aber auch gut einschätzen. Nach so einer kurzen Vorbereitung kann nicht alles auf Knopfdruck sofort wieder funktionieren. Wir haben Gutes gesehen, aber auch manches, das verbesserungswürdig ist. 

…die bisherige Trainingswoche: Wir haben richtig intensiv trainiert, viel Gas gegeben im Training. Gegen Düsseldorf wollen wir uns steigern, noch mehr von dem auf dem Platz zeigen, was wir unter der Woche trainieren. Darauf freue ich mich, weil wir auf einen interessanten Gegner treffen. Zwar fehlt ohne Zuschauer die gewohnte Atmosphäre, aber wir wissen trotzdem, dass das Spiel gegen die Fortuna ein besonderes ist. 

…die Frage, was in den vergangenen Tagen konkret trainiert wurde: Da waren keine verrückten Dinge bei. Wir haben an all den Sachen gearbeitet, die wir immer trainieren. Ein Fokus liegt auf mannschaftstaktischen Dingen, da wir uns noch nicht lange im normalen Mannschaftstraining befinden. Wir wollen im Mannschaftsverbund effektiver werden und unser Spiel 90 Minuten lang durchziehen. Das ist kräftezerrend und nach der langen Pause nicht ganz einfach, aber wir dürfen dafür fünfmal wechseln.

…Stärken und Schwächen der Fortuna: Wenn ich mir Fortuna Düsseldorf anschaue, sehe ich keine Mannschaft, bei der man denkt, dass sie gegen den Abstieg spielt. Die Mannschaft ist sehr stabil, hat in den letzten sieben Partien nur einmal verloren. Klar, auch nur einmal gewonnen und fünfmal unentschieden gespielt. Aber die Mannschaft ist taktisch sehr diszipliniert und zweikampfstark, spielt mit hohem Aufwand. Die Fortuna hat eine gute Mannschaft, was mir zeigt, wie eng es in der Bundesliga zugeht. Es wird für uns eine große Herausforderung, das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden.

…die Frage, ob die Mannschaft nach der Hinspiel-Niederlage in Düsseldorf noch etwas gutzumachen hat: Unsere Mannschaft hat sich seit dem Hinspiel in allen Bereichen weiterentwickelt. Es hat sich vieles verändert. Die Jungs haben gelernt, sehr fleißig, körperbetont und zweikampfstark zu spielen. Deshalb sehe ich keine ausschlaggebenden Parallelen zwischen dem Hinspiel und der Partie am Sonntag. Wenn meine Spieler daraus aber zusätzlich Motivation ziehen, habe ich nichts dagegen.

Horst Heldt sprach über:

…einen möglichen Heimnachteil, da es am vergangenen Spieltag nur einen Heimsieg, dafür aber vier Auswärtssiege unter Ausschluss der Öffentlichkeit gab: Wir wollen und sollten nach wie vor von einem Heimspiel sprechen, denn das Gewohnte ist trotzdem vorhanden. Nichtsdestotrotz lässt sich festhalten, dass der Heimvorteil, der natürlich mit den eigenen Fans und deren Unterstützung zusammenhängt, ein wenig verloren geht. Zu Hause zu spielen hat daher vielleicht nicht eine ganz so starke Wirkung, wie es unter normalen Umständen der Fall wäre. Vielleicht braucht es aber auch noch etwas Zeit, um Ideen zu entwickeln, wie man den Heimvorteil im Stadion auch ohne Zuschauer besser für sich nutzen kann.

…die Vertragsverlängerungen mit den FC-Eigengewächsen Noah Katterbach, Tim Lemperle, Robert Voloder und Daniel Adamczyk: Markus und ich haben nach unserer Ankunft schnell festgestellt, dass sich im Nachwuchsbereich des FC sehr viele hochtalentierte Spieler befinden und dort richtig gute Arbeit geleistet wird. Wir haben eine enge Verzahnung zwischen dem Nachwuchs- und dem Lizenzspielerbereich hergestellt. Mit Markus haben wir nachweislich einen Cheftrainer, der es befürwortet, junge Spieler entsprechend des Leistungsprinzips einzusetzen. Wir sind überzeugt, dass der Weg, auf junge Talente aus dem eigenen Nachwuchs zu setzen, ein wesentlicher Bestandteil der Strategie des 1. FC Köln sein muss. Dementsprechend muss man handeln. Das beginnt mit Verträgen und hört bei Einsatzzeiten auf.

…das Bundesliga-Debüt des erst 17-jährigen Florian Wirtz, der nach zehn Jahren beim FC Anfang des Jahres nach Leverkusen wechselte: Überrascht hat es mich nicht unbedingt. Ich habe mich für Florian und seine Familie gefreut. Markus und ich hatten sehr gute Gespräche mit Florian und dessen Eltern. Es ist kein Geheimnis, dass wir ihn gerne behalten hätten. Er hat sich für einen anderen Weg entschieden, das muss man akzeptieren. Ich bin überzeugt, dass er einen guten Weg gehen wird, er hat es bei seinem Debüt auch richtig gut gemacht. Unser Fokus liegt aber auf den Spielern in unserem Kader. Wir haben Spieler in einem ähnlichen Alter – und die wollen wir fördern.

…die Möglichkeit, durch einen Sieg gegen Düsseldorf einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt zu machen: Wir wollen alles daransetzen, Düsseldorf zu schlagen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um unser Ziel, den Klassenerhalt möglichst schnell zu sichern. Aber auch bei einem Sieg gegen Düsseldorf, für den wir sehr viel investieren müssen, ist der Klassenerhalt rechnerisch noch nicht geschafft. Mit Sekt anstoßen sollten wir erst dann, wenn wir unser Ziel auch faktisch erreicht haben. Das wird an diesem Wochenende nicht der Fall sein – egal wie die Partie gegen Düsseldorf ausgeht.

…die traurige Nachricht, dass Gerd Strack verstorben ist: Wir sind darüber alle sehr bestürzt. Ich persönlich bin geschockt. Beim Heimspiel gegen Paderborn, als ich noch nicht für den FC tätig war, habe ich das letzte Mal mit ihm gesprochen. Leider Gottes ist er viel zu früh verstorben. Alle die ihn kennen, werden gerade in einem ähnlichen Zustand sein wie ich es bin. Er war ein Spieler, der immer alles gegeben hat, und ein Mensch, der sich zu hundert Prozent mit dem Club identifiziert hat. 
 

PK vor Düsseldorf
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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
10Hertha BSC35
111. FC Köln34
12FC Augsburg31