Profis | 23.11.2020

FC-Geschäftsführer im Gespräch

Heldt: „Alle sind in der Pflicht“

Nach dem 1:2 gegen Union Berlin sprach FC-Geschäftsführer Horst Heldt am Montag über sein Gefühl nach der Niederlage, die aktuelle Situation und die weitere Vorgehensweise.

Horst Heldt sagte über…

… sein Gefühl nach der Niederlage: Ich bin enttäuscht und habe nicht gut geschlafen. Nach solchen Eindrücken kommt man schwer ins Bett. Ich bin verärgert, weil es sich wiederholt, dass wir Niederlagen kassieren, die auf den ersten Blick unnötig sind. 

… mögliche Konsequenzen: Unsere Hoffnung für das Spiel gestern war, dass wir zu Hause einen Dreier einfahren. Den haben wir nicht verpasst, weil Union soviel besser war als wir, sondern weil wir zum wiederholten Male nicht konsequent agieren und uns die Gegentore selber einschenken. Der Elfmeter ist das Ende einer Fehlerkette gewesen, die unnötig und vermeidbar war. Wir müssen konsequenter agieren und uns auch die Leute suchen, die bereit sind, konsequenter zu handeln. Wir müssen herausfinden, wer in der Lage ist, in der schwierigen Situation mit dem Druck umzugehen, konstante Leistungen zu bringen und keine individuellen Fehler zu verursachen. 

… Markus Gisdol: Es bleibt dabei, dass wir Markus weiter volle Rückendeckung geben. Natürlich müssen wir die Probleme gemeinsam lösen und da ist der Trainer genauso in der Verantwortung wie die Spieler. Ich bin in vielen Situationen dabei und kann es ganz gut beurteilen. Ich habe bisher noch keine Ansprache erlebt, in der man darauf hingewiesen hat, grob fahrlässige Fehler zu machen. Von daher sind alle in der Pflicht. Es bringt überhaupt nichts, das auf einzelne herunterzubrechen. Da ist jeder gefordert –nicht erst seit gestern. Jeder muss seiner Verantwortung gerecht werden. Dazu gehört nicht nur das Trainerteam und der Verein insgesamt. Am Ende können es immer nur die Spieler richten und wir müssen sie dabei begleiten, intensiv beobachten und ihnen das Handwerkszeug mitgeben. Das tut der Trainer und das Trainerteam nach wie vor. 

… den Wechsel von Bornauw zu Meré in der Startelf: Ich war davon nicht überrascht, weil ich vorher informiert wurde. Natürlich haben wir das intensiv diskutiert. Beide Spieler sind mit unterschiedlichen Qualitäten ausgestattet. Jorge Meré hat nie nachgelassen und gehört sicher zu den Spielern, die in der Lage sind, ein Spiel von hinten zu eröffnen. Davon haben wir uns etwas versprochen. Jorge hat seine Sache auch gut gemacht.

… die Spielweise des Teams: Wir müssen einen Spagat hinbekommen. Wir müssen Fehler minimieren, dürfen deswegen aber auch nicht übervorsichtig werden. Stattdessen müssen wir selber agieren und das Spiel bestimmen. Das gelingt uns noch nicht, sonst würden wir andere Ergebnisse erzielen. Diesen Dreh müssen wir hinbekommen.

… fehlende Chancen aus dem Spiel: Ich kann mich an zwei Situationen erinnern, in denen Iso Jakobs mit seiner Schnelligkeit die Möglichkeit hatte, den direkten Weg zum Tor zu finden. Wir müssen unsere Chancen besser ausspielen. Wir kommen in die Gelegenheit, Torchancen zu kreieren, aber spielen sie nicht gut zu Ende. Das müssen wir in der Offensive schnellstmöglich verändern. 

… die aktuelle Situation: Die Situation ist mit dem gestrigen Spiel nicht besser geworden. Zum einem ist da das nackte Ergebnis und das ist frustrierend und enttäuschend, zum anderen ist da die Tatsache, dass wir in nahezu allen physischen Daten gleichauf waren. Der Unterschied zu Union war, dass sie fehlerlos agiert haben und wir die berühmten zwei bis drei Fehler zu viel gemacht haben, die dann zu Toren geführt haben. Die Situation ist sehr schwierig. Mit einem Unentschieden hätten wir auch eine Diskussion gehabt, aber wären psychologisch über dem Strich gewesen, weil wir Mainz und Bielefeld überholt hätten. Es liegt alles nah beieinander. Wir müssen weiter in Ruhe arbeiten. Das Allerschlimmste wäre, wenn wir uns in die Tasche lügen. Das tun wir nicht. Es wäre ein großer Fehler etwas gut zu reden, was nicht gut ist. Deswegen sind wir realistisch in der Analyse. 

… die Stimmung der Fans: Dass die Leute unzufrieden sind, spürt man auch, wenn sie nicht im Stadion sind. Das kann ich auch verstehen und das ist wichtig und richtig. Sie machen sich Sorgen, denn das ist ihr Verein, für den sie alles geben. Auch wenn man die Fans im Stadion nicht spürt, nimmt man wahr, dass sie wütend und enttäuscht sind. Dem müssen wir uns stellen und gute Ergebnisse produzieren. Das geht nur, wenn man sachlich, realistisch und ruhig weiterarbeitet. 

… die weitere Vorgehensweise: Es bringt nichts, irgendetwas anzukündigen. Wir müssen für uns einen Weg definieren, wie wir positive Ergebnisse holen. Wir müssen weniger reden und mehr tun – vor allem auf dem Platz. 

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
15DSC Arminia Bielefeld14
161. FC Köln12
171. FSV Mainz 057