• Club | 02.04.2020

    FC-Legende feiert 80. Geburtstag

    Karl-Heinz Thielen: Erfolg ist immer gut

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    Karl-Heinz Thielen: Erfolg ist immer gut

Karl-Heinz Thielen ist eine der prägendsten und erfolgreichsten Persönlichkeiten der FC-Geschichte. Er war 13 Jahre als Spieler und 18 Jahre als Funktionär beim 1. FC Köln aktiv – und dabei an allen Titeln der Vereinsgeschichte beteiligt. Am 2. April feiert „Kalli“ Thielen seinen 80. Geburtstag. Im Interview spricht er über seinen Ehrentag, sein Erfolgsrezept – und den Aufschwung beim FC.

Herr Thielen, die wichtigste Frage vorab – besonders in der aktuellen Lage: Wie geht es Ihnen?
Mir geht’s gut. Natürlich macht man sich Sorgen, aber ich vertraue darauf, dass mittelfristig die Situation in den Griff zu bekommen ist. Die Politik ist bemüht, alle nötigen Weichen zu stellen und die Bevölkerung handelt verantwortungsbewusst. Insofern bin und bleibe ich optimistisch.

Inwiefern wirkt sich die Corona-Krise auf Ihre Geburtstags-Planungen aus?
Leider musste ich alle Planungen über Bord werfen und alles absagen. Ich hatte geplant, im Geißbockheim zu feiern, wo ich in der Vergangenheit fast alle größeren Feste gefeiert habe. Es war über Jahrzehnte mein zweites Zuhause. Dass das diesmal nicht funktionieren würde, hat sich ja schon früh abgezeichnet. Auch die Idee, zu Hause eine Familienfeier auszurichten, mussten wir verwerfen. Nun begehe ich meinen 80. Geburtstag im engsten Kreis.

Stimmt Sie die Entwicklung traurig, oder nehmen Sie die Situation gelassen?
Natürlich hatte ich es mir anders vorgestellt, aber es lässt sich ja nicht ändern. Die Kunst im Leben ist es, sich mit den herrschenden Begebenheiten auseinanderzusetzen und damit fertig zu werden. Ich werde das Beste daraus machen und der Ärger hält sich daher in Grenzen. Wenn man so will, kann man sogar Parallelen zum Fußball ziehen: Wenn man einen Tiefpunkt erreicht – beim FC waren es ja leider schon sechs Abstiege – dann muss man sich auf die Hinterbeine stellen und versuchen, die Dinge wieder ins Positive zu wenden. Darauf kommt es im Leben an.

Wie schätzen Sie die aktuelle Situation der Bundesliga ein?
Es wird glücklicherweise auch hier verantwortungsbewusst gehandelt. Es ist eine Situation eingetreten, für die keiner etwas kann. Die ersten Schritte wurden schon gemacht und die Spiele zunächst verschoben. Ideal wäre, wenn man die verbleibenden Spiele mit Publikum spielen könnte, aber das wird sicher schwierig. Viele, besonders die kleineren Vereine, sind auf die Zuschauereinnahmen angewiesen. Die entscheidende Frage muss aber bei allem sein, dass die Gesundheit aller Beteiligten geschützt wird.

Dieter Müller wollte Anfang April seine Autobiografie veröffentlichen, was nun aber auch verschoben wurde. Er war damals der erste Spieler, den Sie als Manager zum FC geholt haben. Welche Erinnerungen haben Sie daran?
Dieter Müller war nicht nur der erste Transfer, den ich als Manager getätigt habe, sondern auch einer der besten. Er war genau der Spieler, der uns damals gefehlt hat. Es war eine sehr schöne und erfolgreiche Zeit mit ihm. Leider hat er meinen Torrekord von fünf Toren in einem Spiel gebrochen, der zuvor rund 14 Jahre Bestand hatte. Da hat sich in die Freude auch ein wenig Ärger gemischt (lacht).

Wie wichtig ist, nicht nur in Phasen wie der jetzigen und bei einer großen Lebenserfahrung wie Ihrer, der Blick auf die positiven Dinge?
Ich hatte das Glück, dass ich während meiner Zeit beim FC fast nur erfolgreiche Zeiten erlebt habe. Nur die Zeit des Stadionumbaus in Müngersdorf war schwierig, da dem FC durch die Spiele auf der Radrennbahn Zuschauer und damit auch Einnahmen fehlten. Mir wurde dann schnell klar – als verhältnismäßig junger Bundesliga-Manager, ich war ja erst 32 Jahre alt – dass dies eine ‚enge Jacke‘ werden würde, die ich angezogen hatte. Zwei Dinge halfen mir aber dabei, die Probleme zu lösen: Dieter Müller im Sturm, den ich günstig aus Offenbach loseisen konnte. Und der Verkauf von Jupp Kapellmann zum FC Bayern München, dem damaligen ersten Rekordtransfer in der Bundesliga, was uns finanziell rettete. Sie sehen: Es bieten sich immer wieder neue Chancen, man muss sie nur wahrnehmen.

Denken Sie, dass die Bundesliga in der aktuellen Lage ebenso eine Chance nutzen kann, Dinge zum Besseren zu wenden? Es wird viel über die Summen gesprochen, die im Profifußball bewegt werden.
Das ist ein schwieriges Thema. Schließlich ist diese Diskussion fast so alt wie die Bundesliga selbst. Was stimmt, ist, dass die Summen die für Transfers und Gehälter gezahlt werden, immer weiter steigen. Zuletzt hat Herr Kind von Hannover 96 ja vorgeschlagen, die Gehälter zu limitieren. Dabei ist das kein neuer Vorschlag und ich sehe darin nicht die Lösung. Dann würde das Geld auf anderem Wege, und sei es unter dem Tisch, fließen. Das kann nicht die Lösung sein. Diesen Markt zu regulieren und zu kontrollieren, ist sehr schwer. Ich war mehr als sechs Jahre Präsident der Deutschen Fußballspieler-Vermittler-Vereinigung und weiß daher, dass man auch im Profifußball wie ein seriöser Kaufmann handeln kann. An eine gut klingende Lösung, wie beispielsweise eine Gehaltsobergrenze, glaube ich nicht.

An Ihre Philosophie halten sich aber nicht alle.
Leider füllen meist nur die schwarzen Schafe die Zeitungen. Dabei geht der absolute Großteil der Geschäfte sauber und seriös über die Bühne, was aber nur wenige mitbekommen. Im Allgemeinen hat man es in dieser Branche mit ordentlichen Leuten zu tun.

Was war ihre Erfolgsphilosophie?
Früh planen, Mund halten, Geschäft machen.

Sie sind ein Kenner der Szene und haben einen großen Erfahrungsschatz. Wie sehr waren Sie vom Aufwärtstrend beim 1. FC Köln seit Mitte Dezember überrascht?
Die Anzahl der aufeinanderfolgenden Siege war sicher überraschend. Aber auch hier muss man feststellen, dass beim Personal die richtigen Entscheidungen getroffen wurden. Dabei würde ich zwei Faktoren nach vorne stellen: Wir haben zum einen mit Mark Uth einen Spieler, der Qualitäten in die Mannschaft bringt, die dem Team gefehlt haben. Er kann ein Spiel lenken, hat aber auch einen guten Abschluss. Er ist zwar nur geliehen, aber er hilft im Moment. Zum anderen haben wir eine Stabilität in die Abwehr bekommen, was das Wichtigste ist, um erfolgreich zu sein. Darüber hinaus gefällt mir die Hinwendung zur eigenen Jugend. Ich habe als Manager schon viel aus der eigenen Jugend schöpfen können – auch bedingt durch den damaligen Geldmangel. Die Verantwortlichen um Markus Gisdol, Alexander Wehrle und Horst Heldt machen einen rundum guten Job. Horst Heldt kenne ich ja noch als FC-Profi zu meiner Manager-Zeit. Er ist sachlich, kompetent und korrekt, was wesentlich zum aktuellen Aufwärtstrend beiträgt. Das Gleiche gilt natürlich für Alexander Wehrle, der seit Jahren sehr gute Arbeit leistet. Wehrle hat den FC aus einer finanziell schwierigen Phase herausmanövriert und dafür gesorgt, dass der Club wieder handlungsfähig ist. Das hilft bei allen wichtigen Entscheidungen sehr.

Wie schätzen Sie aus sportlicher Sicht die Chancen des FC für die restliche Saison ein – wie und wann auch immer sie weitergeht. Zuletzt kursierte im Umfeld sogar wieder der Begriff Europa. Kommt diese Euphorie auch für Sie zu früh?
Erfolg ist immer gut, egal ob er früh oder später kommt (lacht). Wir werden auf jeden Fall nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben, da bin ich mir sicher. Man sollte nie ein Problem daraus machen, wenn man Spiele gewinnt. Wenn die bisherige Punktausbeute unter Markus Gisdol so weitergeht, ist manches denkbar. Aber es empfiehlt sich ohnehin immer nur der Blick auf die nächste Aufgabe. Der Rest entwickelt sich dann von selbst.

Was wünschen Sie sich zum 80.?
Vor allen Dingen Gesundheit. Das ist tatsächlich das Wichtigste.

Der 1. FC Köln gratuliert herzlich zum 80. Geburtstag und wünscht Karl-Heinz Thielen viel Glück und Gesundheit.

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
10Hertha BSC35
111. FC Köln34
12FC Augsburg31

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