U21 | 22.01.2019

U21

Laux: Einblicke eines Spielers

Marius Laux gehört in der U21 des 1. FC Köln zu den Routiniers. Auf FC.de schreibt er aus seiner ganz persönlichen Sicht – über die Winterpause, die Vorbereitung und den Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga West.

„Es ist wieder soweit: Die Winterpause ist wie immer viel zu schnell vorbeigegangen und das erste Training der Rückrundenvorbereitung steht vor der Tür. Ich bringe meinen Sohn in die Kita und den Stau auf der A4 hinter mich und komme gerade noch pünktlich um 9.45 Uhr in die Kabine, in der unser Mannschaftskassenwart schon fast den Stift für den Strafenkatalog in der Hand hat. Die Musikauswahl meiner jüngeren Mitspieler ist mal wieder gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem ist es schön, an diesem Morgen, nach über drei Wochen Winterpause, meine Mannschaftskollegen der FC-U21 und das Team drum herum wiederzusehen. Dieses Mal ist auch ein neues Gesicht dabei, weil wir in der Pause einen Neuzugang verpflichtet haben: Vincent Geimer. Der Stürmer kommt von einem Ligakonkurrenten, gegen den wir noch vor ein paar Wochen im Abstiegskampf gespielt haben. Jetzt werden wir versuchen, gemeinsam den Klassenerhalt zu schaffen.

Ich bin motiviert - der Fitnesstrainer leider auch

Ansonsten hat sich auf den ersten Blick in der Zwischenzeit nicht viel verändert, was offensichtlich auch für die Motivation unseres Fitnesstrainers gilt. Kurz vor Trainingsstart gibt es die Ansage, dass wir vor dem Training um 10.30 Uhr erstmal eine kleine Aktivierung –  sprich Dehn- und Kräftigungsübungen – in der Halle absolvieren und erst danach raus zu unserem eigentlichen Fußballtraining gehen. Diese Ansagen gehören vor allem in der Vorbereitung genauso dazu wie die Ausdauerläufe. Dieses Mal waren es neun Läufe, die wir in der Winterpause absolvieren mussten und die, wie in der heutigen Zeit üblich, per GPS-Sender aufgezeichnet wurden. Diese Läufe dienen dazu, eine gewisse Grundausdauer über die Pause zu halten. Da muss man sich auch schon mal im Winterurlaub bei Schnee und Eis zum Joggen aufmachen, um den Plan abzuarbeiten. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Aber je älter man wird, desto wichtiger werden diese Läufe. Ich will ja mit fast 33 Jahren auch nicht, dass mir die 18-, 19- oder 20-jährigen Mitspieler im Training alle davonlaufen.

Also heißt es jetzt: schnell umziehen, beide Sprunggelenke tapen und noch einen Kaffee trinken, bevor es losgeht. Ich beneide mittlerweile viele meiner jungen Mitspieler dafür, dass sie gefühlt in drei Minuten umgezogen auf dem Trainingsplatz stehen können. Das ging bei mir auch mal, aber inzwischen dauert die persönliche Vorbereitung etwas länger. Die wenigen Mitspieler des Teams in meinem Alter können da auch ein Lied von singen. Zu den Tape-Verbänden ist noch zu sagen, dass unser Physio offenbar seine Akkus in der Pause auch wieder aufgeladen hat. Das Tape sitzt noch strammer als gewohnt.

Nachdem wir alle schön aktiviert aus der Halle zurückgekommen sind, heißt es Fußballschuhe anziehen und raus auf den Platz. Jetzt ist dann zum Glück Fußballspielen angesagt. Ein kurzes Aufwärmen, Eckchen (5 gegen 2), eine Passform und dann zum Abschluss eine halbe Stunde 9 gegen 9 stehen auf dem Programm. In der Vorbereitung sind solche Einheiten ein Traum, man muss sie genießen, da man in dieser Zeit auch viele Einheiten im Kraft- und Ausdauerbereich hinter sich zu bringen hat. Nachdem die ersten Pässe gespielt sind, ist es immer schön zu sehen, dass man das Fußballspielen in den drei Wochen ohne Ball doch nicht komplett verlernt hat. Aber spätestens nach den ersten Sprints und Richtungswechseln beim 9 gegen 9 auf einem recht großen Feld wird mir mal wieder bewusst, dass die Läufe in der Pause trotz allem leider nicht die Spielformen eines Trainings kompensieren können.

Unser Kader ist stark, das sieht man

Trotzdem läuft das 9 gegen 9 richtig gut. Beide Mannschaften spielen stark und man merkt, dass wir nach einer sehr schwierigen Hinrunde mit vielen Nackenschlägen vor der Winterpause durch zwei Siege in Folge wieder etwas Selbstvertrauen tanken konnten. Und das ist offensichtlich im Urlaub nicht verloren gegangen. Aber wir sind immer noch Vorletzter und unser großes Ziel Klassenerhalt wird eine schwere Aufgabe in der Rückrunde. Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass wir dieses Ziel erreichen werden. Denn unser Kader ist stark, das sieht man auch in dieser Vorbereitung. Der Ball läuft flüssig, die Jungs in unserem Team haben was drauf, das Trainingsniveau ist hoch – das kann ich mit meiner 14-jährigen Erfahrung im bezahlten Fußball sagen.

Bis zu unserem ersten Meisterschaftsspiel im Februar werden noch einige harte Trainingseinheiten auf uns zukommen, wie das eben in der Vorbereitung so ist. Und auch, wenn es für mich persönlich und wohl auch für Fußballer im Allgemeinen schönere Dinge als Ausdauerläufe und Krafttrainings gibt, gehören die in diesen Wochen einfach dazu. Danach werden wir aber für die Jagd nach unserem großen Ziel bereit sein.

Ermutigendes Testspiel

Am vergangenen Samstag hatten wir unser erstes Testspiel, es ging gegen die TuS Koblenz. Wir haben 4:0 gewonnen und auch wenn Koblenz eine Liga tiefer spielt, ist das Ergebnis nicht selbstverständlich. Wir haben uns oft genug schwer getan in solchen Testspielen. Aber gegen Koblenz haben wir sehr konzentriert gespielt und auch wenn natürlich noch nicht alles perfekt läuft, haben wir verdient gewonnen. Weil unsere Tabellensituation aktuell nicht gut ist, müssen wir die Testspiele so spielen, als wären es Meisterschaftsspiele. Es ist jetzt in der Phase wichtig, Selbstvertrauen für die Rückrunde zu tanken. Nach diesem ersten Test sehe ich uns weiterhin auf dem guten Weg, den wir bereits vor Weihnachten eingeschlagen haben.“

Zur Person

Marius Laux, 32 Jahre, wurde in der Nachwuchsabteilung des 1. FC Köln ausgebildet und spielt – unterbrochen von je zwei Saisons für Offenbach und Saarbrücken in der 3. Liga – seine zehnte Saison für die zweite Mannschaft des 1. FC Köln.

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PL. Verein Pkt.
1 1. FC Köln 63
2 SC Paderborn 07 57
3 1. FC Union Berlin 57

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