Profis | 26.07.2021

FC-Neuzugang im Interview

Ljubicic: „Während der Taufe den FC verfolgt“

FC-Neuzugang Dejan Ljubicic wechselte zu dieser Saison von Rapid Wien zum 1. FC Köln. Beim österreichischen Vizemeister war er in der vergangenen Spielzeit als 23-Jähriger bereits Kapitän. Im Interview spricht Dejo – so lautet sein Spitzname – über seine Beweggründe für den Wechsel zum FC und wieso er bei der Taufe seiner Tochter ständig nervös auf sein Handy schaute.

Dejo, seit inzwischen drei Wochen bist du beim FC. Wie sind deine ersten Eindrücke und wie läuft die Vorbereitung?
Ich freue mich riesig, hier zu sein, und bin dankbar für die neue Herausforderung. Die Vorbereitung ist richtig hart, so etwas habe ich auch noch nicht erlebt. Aber genau dafür bin ich zum FC gekommen. Ich will mich weiterentwickeln und dazu gehört anstrengendes Training.

Mit Rapid Wien hättest du in der kommenden Saison allerdings international gespielt – vielleicht sogar in der Champions League. Das Hinspiel in der Zweiten Qualifikationsrunde gegen Sparta Prag hat Rapid mit 2:1 gewonnen. Das wäre sicherlich auch eine tolle Erfahrung gewesen. Wieso hast du dich trotzdem frühzeitig für einen Wechsel zum FC entschieden? 
Mein Vertrag bei Rapid ist im Sommer ausgelaufen. Ich hatte mehrere Angebote und wollte eine neue Herausforderung annehmen. Das Niveau in der Bundesliga ist höher als in Österreich. Der FC hat sich sehr um mich bemüht. Nach den Gesprächen habe ich zu meinem Berater und meiner Familie gesagt, dass ich den Schritt zum FC unbedingt gehen will. Und ich glaube, ich habe die beste Entscheidung für mich getroffen.

Dabei war zum Zeitpunkt deiner Unterschrift noch gar nicht sicher, dass der FC in der Bundesliga bleibt. Wie sehr hast du im Saisonendspurt um den FC und den Klassenerhalt gebangt?
Bei der Vertragsunterschrift war ich mir sicher, dass der FC in der Bundesliga bleibt. Es blieb dann aber doch bis zum Ende spannend und dramatisch. Ich habe mir die Spiele gegen Schalke und Kiel angeschaut und mitgezittert. Am Tag des Relegations-Hinspiels war die Taufe meiner Tochter. Mein Vater und ich haben das Spiel während der Zeremonie trotzdem am Smartphone verfolgt. (lacht)

Zu allem Überfluss hat Kiel das Hinspiel gewonnen.
Das war ein bitterer Moment. Aber im Rückspiel war der FC dominant und ist verdientermaßen in der Bundesliga geblieben. Ich war sehr froh, dass es der FC gepackt hat, und habe mich mega für die Jungs gefreut. Ich kannte sie zwar noch nicht, aber mittlerweile weiß ich, dass es eine tolle Truppe ist. Und mir war klar, wie wichtig der Klassenerhalt für den FC und die vielen Menschen ist, die dem Club die Daumen drücken.

Also fühlst du dich wohl in der Mannschaft und beim FC? 
Sehr sogar. Die Jungs haben mich super aufgenommen. Kainzi und Louis kannte ich schon aus unserer gemeinsamen Zeit bei Rapid. Auch die anderen Jungs sind klasse. Mit Benno teile ich mir im Trainingslager ein Zimmer. Er ist ein sehr höflicher Mensch, wir verstehen uns richtig gut. Ich freue mich auf die nächsten Wochen und auf die Saison. 

Wie war es für dich auf dem Platz in den ersten Trainingswochen und Testspielen?
Ich habe schon an den ersten Trainingstagen gespürt, dass das Niveau vor allem im taktischen Bereich und was die Geschwindigkeit betrifft sehr hoch ist. Damit meine ich auch die Handlungsschnelligkeit. In der österreichischen Liga und bei Rapid gibt es auch super Kicker, aber allein schon das Tempo im Training ist beim FC höher. Aber genau deshalb bin ich gewechselt. Ich will mich sportlich und persönlich weiterentwickeln.

Viele FC-Fans dürften keine genaue Vorstellung haben, was du für ein Spielertyp bist und wo deine Stärken liegen. Was würdest du den Anhängern antworten, wenn sie dich danach fragen?
Ich würde den Fans antworten, dass ich ein laufstarker Spieler bin, der das Spielgeschehen antizipieren kann und die Bälle mit ein, zwei Kontakten verteilt. Natürlich habe ich aber auch Schwächen. (lacht)

An was denkst du dabei?
Ich muss mir häufiger zutrauen, mal aus der Distanz aufs Tor zu schießen. Bei Rapid war es manchmal der Fall, dass ich in guter Schussposition war, mich aber trotzdem für einen Pass zum Mitspieler entschieden habe. Auch an meinem Kopfballspiel in der Defensive kann ich noch arbeiten. Generell gibt es immer und überall Verbesserungspotenzial.

Du warst mit 23 schon Kapitän bei Rapid Wien. Ein solches Amt in diesem Alter ist nicht üblich. Wie war es für dich, in jungen Jahren so viel Verantwortung zu übernehmen?
Das hat mir und meiner Entwicklung enorm geholfen. Ich bin den Verantwortlichen von Rapid bis heute sehr dankbar für dieses Vertrauen. Rapid ist mein Club, ich bin dort aufgewachsen, habe 15 Jahre für den Verein gespielt. Mit der Binde am Arm habe ich den nächsten Schritt gemacht. Ich hatte eine andere Ausstrahlung auf dem Platz, das haben auch meine Mitspieler gespürt. Ich war kein Kapitän, der rumgeschrien hat. Aber ich habe die Mannschaft vor den Spielen trotzdem gepusht und ihr klar gemacht, dass wir die drei Punkte holen. Ich will immer gewinnen.   

Bei Rapid warst du Führungsspieler, trotzdem bist du noch jung. Wie siehst du deine Rolle beim FC?
Das wird die Zeit zeigen. Der Konkurrenzkampf beim FC ist sicher noch größer als bei Rapid. Ich bin gespannt und werde mein Bestes geben, um der Mannschaft zu helfen. Dafür bin ich gekommen. Ich möchte in jedem Training das Maximum geben und gleichzeitig an meinen Schwächen arbeiten. 

Nicht nur du, sondern auch Trainer Steffen Baumgart ist neu beim FC. Wie ist dein erster Eindruck von ihm?
Er ist ein positiver Mensch, der viel mit uns Spielern spricht. Er ist voll fokussiert und will, dass wir auf dem Platz immer alles rausholen. Ich bin froh, ihn als Trainer zu haben und bin überzeugt davon, mich gut unter ihm zu entwickeln.

  • empfehlen

Tabelle

Menu
Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
61. FSV Mainz 0510
71. FC Köln9
81. FC Union Berlin9

FC-FANSHOP