Profis | 13.07.2020

FC-Talente im Porträt

Meister, Sänger, Debütanten

Der 1. FC Köln setzt auf seinen Nachwuchs. Noah Katterbach und Ismail Jakobs haben sich zu festen Größen im FC-Kader entwickelt, aber auch andere Talente schafften in dieser Saison den Sprung zu den Profis. Fc.de verrät Wissenswertes und Unbekanntes über die Youngster des FC.

„Die Talente aus unserem Nachwuchsleistungszentrum sind unsere Zukunft. Wir wollen sie Schritt für Schritt an den Profi-Bereich heranführen und ihnen die Chance geben, sich dort zu entwickeln und zu etablieren“, sagt FC-Geschäftsführer Horst Heldt. Wie gut das funktionieren kann, dafür gab es in der abgelaufenen Saison eine Reihe Beispiele: Noah Katterbach absolvierte in der Saison 2018/20 bereits 18 Spiele, ist seit der U8 beim 1. FC Köln und damit ein richtiges Eigengewächs. Ismail Jakobs kommt auf 20 Spiele und erzielte sogar schon zwei Treffer. Jan Thielmann debütierte mit 17 Jahren in der Bundesliga, Tim Lemperle kam im letzten Saisonspiel zum Einsatz und Robert Voloder stand immerhin schon dreimal im Kader.

Ausgerechnet Noah – Noah Katterbach: 19 Jahre, Linksverteidiger
Noah Katterbachs FC-Karriere begann mit einem Jugend-Probetraining. 120 Kinder hatten teilgenommen, aber es wurden danach nur zwei Talente zum Mannschaftstraining eingeladen. Vater Edwin Katterbach sagte noch: „Die werden doch nicht ausgerechnet unseren Noah nehmen.“ Und doch – sie nahmen ihn. Die Eltern fuhren Noah im Laufe der Jahre unzählige Male mit einem umgebauten Bus von Dreiborn mehr als 70 Kilometer zum Training am Geißbockheim, damit Noah während der Fahrt auf einem kleinen Schreibtisch schon mal seine Hausaufgaben machen konnte und die Schule nicht darunter litt. Auch andere Clubs wurden auf den technisch starken Linksverteidiger aufmerksam. Doch Noah widerstand den Lockrufen beispielsweise aus Schalke und feierte sein Debüt mit 18 Jahren ausgerechnet im Spiel gegen die Knappen. Noahs ganze Familie trägt den FC im Herzen. Seine Mutter Yvonne Katterbach arbeitet mittlerweile im Fahrdienst des Nachwuchsleistungszentrums und fährt andere Talente zum Training, die davon träumen, das zu werden, was Noah jetzt ist: Bundesligaprofi beim 1. FC Köln. Im Frühjahr verlängerte der Juniorennationalspieler seinen Vertrag beim FC bis 2024.

 

Spitzname Iso – Ismail Jakobs: 20 Jahre, linker Außenbahnspieler
Ismail Jakobs große Waffe ist seine Schnelligkeit. Unbekümmert und unermüdlich macht er über die linke Seite Tempo und kam in seiner ersten Saison bereits auf zwei Bundesligatreffer. Jakobs traf gegen den SC Freiburg und gegen Eintracht Frankfurt. Seine Entwicklung beim FC ist phänomenal. Er arbeitete an körperlichen Defiziten und nutzte die U21, um sich an den Seniorenfußball zu gewöhnen. Jakobs stand übrigens bereits Ende 2017 unter Trainer Stefan Ruthenbeck im Europa-League-Kader bei Roter Stern Belgrad. Seine Höflichkeit machte ihn bei seinen Jugend-Trainern stets beliebt. Iso ist ein Familienmensch. In der kommenden Saison spielt auch sein Bruder Mamadou für den 1. FC Köln. Iso war bei Mamadous Probetraining in der U15 dabei, unterstützte ihn und setzte sich dafür ein, dass der Wechsel schließlich klappte, sodass beide Brüder nun mit dem Geißbock auf der Brust spielen.
 

Deutscher Meister – Jan Thielmann: 18 Jahre, Rechtsaußen
Jan Thielmann gehört zu den Spielern, die mit der U17 des 1. FC Köln in der Saison 2018/19 die Deutsche Meisterschaft gewannen. Im Halbfinale warf der FC den FC Bayern München raus und schlug im Endspiel den favorisierten Gegner Borussia Dortmund nach einem spektakulären Spiel mit 3:2. Mittlerweile ist Thielmann noch einen Schritt weiter. Er hat bereits zwölf Bundesligaspiele bestritten. Sein erstes Profispiel machte er mit 17 gegen Bayer Leverkusen – als zweitjüngster Debütant in der FC-Geschichte. Er ist ehrgeizig und arbeitet ohne Unterlass für den mannschaftlichen Erfolg. Schon vor seinem Wechsel von Eintracht Trier nach Köln war Thielmann ein riesiger FC-Fan. Aktuell bringt er Fußball und Schule unter einen Hut und macht nächstes Jahr sein Abitur. Sein Bruder arbeitet im Sportinternat Köln und kümmert sich um die Top-Talente des Kölner Sports.
 

Gesang im Blut – Tim Lemperle: 18 Jahre, Außenbahnspieler
Viele möchten das letzte Bundesligasaisonspiel des 1. FC Köln beim SV Werder Bremen lieber vergessen. Für Tim Lemperle ist diese Partie allerdings ein besonderes Ereignis. In der 75. Minute wurde er eingewechselt und machte sein erstes Bundesligaspiel. Der 18-jährige Außenbahnspieler ist schnell, technisch stark und ist im vergangenen Jahr auch körperlich robuster geworden. In seiner Jugend spielte er für den jüdischen Club TuS Makkabi Frankfurt, obwohl er selbst keinen jüdischen Hintergrund hat. Trotz großer Konkurrenz bei der Verpflichtung fand Lemperle den Weg über den FSV Frankfurt zum 1. FC Köln. Überzeugend für ihn war, dass er sich beim FC in einer familiären Atmosphäre entwickeln konnte. Sein älterer Bruder spielt Rugby, sein Vater ist Architekt und seine Mutter eine Sängerin, die bereits mit dem mittlerweile verstorbenen Sänger Costa Cordalis auf der Bühne stand. Beim Vorsingen, dem traditionellen Aufnahmeritual in den Profikader, hatte Tim Lemperle somit einen klaren Vorteil.

Meisterkapitän – Robert Voloder: 19 Jahre
Robert Voloder spielt in der Innenverteidigung, hat einen starken, linken Fuß und ein gutes Kopfballspiel. In der vergangenen Saison führte er die U19 des 1. FC Köln als Kapitän zur Westdeutschen Meisterschaft und stand bei den Profis gegen den SC Paderborn, Borussia Mönchengladbach und den 1. FSV Mainz 05 jeweils im Bundesligakader. Er kommt aus der Talentschmiede des FSV Frankfurt und bildete dort in der U15 mit seinem heutigen Mannschaftskollegen Sava Cestic die Innenverteidigung. Trotz seines großen Potenzials ging Voloder in den vergangenen Jahren ganz bescheiden seinen Weg in Richtung Profikader. Er lief für die Juniorennationalmannschaft von Bosnien und Herzegowina auf, entschied sich aber in der U19 für die Auswahl des DFB.

In der vergangenen Spielzeit wurden sowohl die U19 als auch die U17 des 1. FC Köln Westdeutscher Meister. Der Deutsche Meistertitel wurde auf Grund der Corona-Pandemie nicht ausgespielt. Die Basis für eine hervorragende Ausbildung der Talente besteht. Mal sehen, welche Nachwuchsspieler in der kommenden Saison den Sprung zu den Profis schaffen…

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
11. FSV Mainz 050
11. FC Union Berlin0
11. FC Köln0