Profis | 08.03.2019

Interview im GeißbockEcho

Modeste: "Mein Herz war immer in Köln"

Hoffnung, Erleichterung und Freude – alles an einem Tag. Am 14. Februar 2019, einen Tag nach dem 71. FC-Geburtstag, hat Anthony Modeste die Spielerlaubnis der FIFA erhalten. Eine lange Leidenszeit ging zu Ende, endlich durfte Tony wieder für den FC auf dem Platz stehen. Die Bestätigung, dass dies der ­richtige Schritt war, hat der französische Stürmer bereits in ­vielen Momenten erfahren.

Anthony, du bist nach rund eineinhalb Jahren zurück beim FC. Wie groß ist die Freude darüber, und wie hast du die Diskussion um deine Vorstellung im Rahmen der FC-Gala vergangenen November verfolgt?
Die Idee, das auf der Gala zu vermelden, war gut. Ich war und bin jedenfalls sehr glücklich damit. Klar, mancher kritisiert, dass man noch hätte warten sollen, aber wenn man will, kann man alles kritisieren – egal, was man macht. Davon darf man sich aber nicht von seinem Weg abbringen lassen. Viele haben sich gefreut, und bei mir ist nur positive Resonanz angekommen. Ich sage immer: ‚Mach, was du kannst und mach, was du willst, dann bist du selber froh.‘ Das ist am wichtigsten.

Inwiefern haben dich die letzten Monate geprägt?
Ich hatte schon vorher einen starken ­Charakter. Allerdings habe ich noch viel dazugelernt. Was in den letzten sechs ­Monaten passiert ist, können nur meine Frau und ich wirklich verstehen. Es war eine harte Zeit – aber am Ende bekommt man viel Positives zurück. Keiner kann verstehen, warum ich zurück nach Köln wollte und dafür in die 2. Bundesliga ­gegangen bin, statt Bundesliga und international zu spielen. Keiner kann das verstehen. Das können nur meine Frau und ich. Meine Kinder haben sich natürlich ­riesig gefreut, waren aber zunächst auch etwas irritiert. Als ich anfing, wieder beim FC zu trainieren haben sie gefragt, warum sie mich nicht im Fernsehen sehen können. Es ist nicht leicht, das einem drei- und ­einem siebenjährigen Kind zu erklären.

Gab es neben deiner Frau und deinen Kindern noch Personen, die im vergangenen halben Jahr wichtig waren?
Mein Vater war immer ein ganz besonders wichtiger Mensch für mich. Sein Tod hat mich sehr getroffen. Ich habe ihm ver­sprochen, dass ich mich nun um die ­Familie kümmere – und das werde ich. Die wichtig­sten Menschen sind meine Mutter, meine Frau und meine Kinder. In schwierigen Phasen zeigt sich eben, wer wirklich für einen da ist. Und meine Familie war da. Das kann ich nicht von vielen Leuten ­behaupten. Jetzt schreiben mir wieder ­einige und wollen Karten ­haben (lacht).

Würdest du den Schritt nach China ­erneut machen?
Viele haben es nur auf das Geld geschoben, weshalb ich gewechselt bin. Dabei war ­alles viel komplizierter. Ich will mich nicht beklagen, aber ich habe zuletzt auch acht Monate kein Geld bekommen. Außerdem sind die Verhand­lungen nicht einfach und auch anstrengend. Jetzt bin ich aber wieder hier und sehr glücklich. Mein Herz war ­immer in Köln. Jetzt will ich nur noch der Mannschaft helfen, damit wir in die Bundesliga zurückkehren.

Das komplette Interview mit Anthony Modeste gibt es hier oder in der GeißbockEcho-App für Apple und Android.

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PL. Verein Pkt.
1 1. FC Köln 63
2 SC Paderborn 07 57
3 1. FC Union Berlin 57

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