Profis | 28.08.2020

FC im Trainingslager

Özcan: „Wir müssen mit Herz spielen“

Nach neun Tagen harter Arbeit in Donaueschingen ist der 1. FC Köln am heutigen Freitag wieder in Köln angekommen. Zum Abschluss des Trainingslagers sprach Salih Özcan über seine Rückkehr nach Köln, das Jahr in Kiel – und die vielen jungen Spieler, die ihn an seinen eigenen Werdegang erinnern.

Salih, du bist zurück in Köln. Worauf hast du dich bei deiner Rückkehr am meisten gefreut?

Özcan: Ich habe mich vor allem auf die Mannschaft gefreut. Es sind viele Gesichter dabei, die ich schon vorher kannte. Die Mannschaft hat sich nicht groß verändert. Und natürlich habe ich mich auf die Stadt, auf meine Heimat gefreut.

Welche Erfahrungen bringst du aus Kiel mit?

Özcan: Die Zeit in Kiel war gut. Ich habe Spielpraxis gesammelt, war torgefährlich, habe Tore vorbereitet. Ich habe gelernt, zu kochen. Falls man das Kochen nennen kann (lacht) Ich habe einfach grundsätzlich viel mitgenommen.

Beim Thema Kochen nochmal nachgehakt. Was hast du so gekocht?

Özcan: Mahlzeiten, die schnell fertig waren. Ich habe mir viele Fertiggerichte geholt. Mittlerweile kann man ja sogar Nudeln fertig kaufen. Daher war das kein Problem.

Wie hast du die Menschen im Norden im Vergleich zu den Rheinländern wahrgenommen?

Özcan: Ich hatte das Gefühl, dass die Menschen im Norden verschlossener sind. In Köln sind die Menschen offen, man kann mit fast jedem quatschen. Dieses Gefühl hatte ich in Kiel nicht, wenn ich auf den Straßen unterwegs war. Kiel ist eine schöne Stadt, direkt am Meer gelegen. Aber von der Art der Menschen her ist Kiel mit Köln nicht zu vergleichen.

Du hast bereits gesagt, dass du in Kiel viel Spielpraxis und einige Scorerpunkte gesammelt hast. Wie hast du dich während dieser Zeit allgemein sportlich weiterentwickelt?

Özcan: Es tat einfach gut, dass ich mal 25 Spiele hintereinander absolviert habe. Dadurch konnte ich meine Tore machen und Assists geben. Vor allem für jüngere Spieler gibt es nichts Besseres, als zu spielen. Natürlich gibt es dann auch mal ein paar Spiele, die nicht so gut laufen. Aber auch diese Erfahrung bringt einen nach vorne.

Hat dich das Jahr in Kiel menschlich verändert? Du warst das erste Mal für längere Zeit weg von der Familie, weg aus der Heimat.

Özcan: Ich war in dem Jahr viel allein, habe mich viel mit mir selbst beschäftigt und viel an mir gearbeitet. Ich glaube, ich bin dadurch einen Tick reifer geworden.

Was sind deine Ziele für die neue Saison?

Özcan: Als Mannschaft sollten wir von Spiel zu Spiel schauen und zusehen, dass wir möglichst häufig drei Punkte holen. Wir müssen versuchen, über den Kampf zu kommen. Wir müssen mit Herz spielen. Persönlich will ich der Mannschaft weiterhelfen, so viele Spiele wie möglich absolvieren und versuchen, Scorerpunkte zu sammeln. Ich will da weitermachen, wo ich in Kiel aufgehört habe.

Wie siehst du deine Rolle beim FC in der sehr jungen Mannschaft? Du bist zwar auch erst 22 Jahre alt, hast trotz deines jungen Alters aber schon einige Spiele auf dem Buckel und Erfahrungen gesammelt.

Özcan: Ich versuche, den jungen Spielern, die neu bei den Profis sind, zu helfen und ihnen zu erklären, wie es im Profigeschäft zur Sache geht. Man muss auf diesem Niveau einfacher, schnörkelloser spielen. Da versuche ich schon, eine kleine Stütze für die Jungs zu sein und ihnen dabei zu helfen, den Schritt nach oben zu machen.

Findet dieser Austausch mit den jungen Spielern viel auf dem Platz statt, oder eher abseits des Fußballfeldes?

Özcan: Sowohl als auch. Neben dem Platz quatscht man natürlich auch. Aber vor allem auf dem Feld versucht man, den ganz jungen Spielern in bestimmten Situationen Hilfestellungen zu geben, ihnen Dinge zu erklären.

Es waren im Trainingslager viele Spieler aus der eigenen Jugend dabei. Einige haben sich schon in der ersten Mannschaft etabliert, anderer wollen diesen Schritt noch gehen. Du hast selbst den Sprung aus dem FC-Nachwuchs zu den Profis geschafft. Wie bewertest du die Nachwuchsarbeit des Vereins?

Özcan: Es ist schön zu sehen, dass im Nachwuchs beim FC so gute Arbeit geleistet wird. Das ist all die Jahre schon so. In den Jugendmannschaften hat man immer gesehen, dass der FC sportlich auf Augenhöhe mit Dortmund, Schalke und Leverkusen ist. Ich bin damals als einziger meines Jahrgangs zu den Profis hochgekommen. Es macht mich stolz, dass jetzt so viele Spieler aus der Jugend mit dabei sind und im Training mutig sind. Ich kann mich gut in die Jungs hineinversetzen. Ich war ja mal am selben Punkt. Im Grunde war ich genauso wie sie.

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
15Hertha BSC3
161. FC Köln2
17FC Schalke 041