Profis | 04.03.2021

Unterstützung im Athletikbereich

Personal Trainer Niko Romm im Interview

Seit Jahresbeginn unterstützt Niko Romm das Team der FC-Athletiktrainer. Im Interview spricht der Personal Trainer über seinen Schwerpunkt Neuro-Athletik, Ernährungspläne der FC-Profis und über das Trainingscomeback von Florian Kainz.

Niko, du unterstützt das Team der FC-Athletiktrainer um Max Weuthen und Leif Frach seit Mitte Januar. Wie unterscheiden sich eure Aufgabengebiete? Wo liegen deine Schwerpunkte?
Bei Max und Leif liegt der Fokus auf der Fitness und der Athletik der FC-Profis sowie auf der Reha der verletzten Spieler. Ich arbeite seit Mitte Januar mit den FC-Spielern im Bereich Neuro-Athletik zusammen. Außerdem kümmere ich mich die Ernährungsplanung.

Was können sich FC-Fans unter dem Bereich Neuro-Athletik vorstellen? 
Bei der Neuro-Athletik geht viel um Wahrnehmungsgeschwindigkeit. Es geht darum, die Sinnesorgane zu testen. Im Fußball bezieht sich das vor allem auf das visuelle System. Wie schnell kann man einen freien Raum wahrnehmen und darauf reagieren? Hat man das richtige Timing für einen Pass? Daran arbeite ich mit den Jungs. In der Neuro-Athletik testen wir alle visuellen Fähigkeiten. Auch das Gleichgewichtsorgan gehört mit zum visuellen System. Eine schnelle Wahrnehmung zu haben, ist im Fußball definitiv ein Wettbewerbsvorteil. Mit einer schnelleren Wahrnehmung kann man schneller auf Situationen reagieren und ist dem Gegner im besten Fall einen Schritt voraus. 

Wie trainiert man das? 
Man braucht von jedem Spieler zunächst einmal ein individuelles Profil, das anhand von Tests erstellt wird. Die Aufgaben und Übungen ergeben sich dann daraus und sind auf jeden Spieler zugeschnitten. Oft arbeitet man mit Hilfsmitteln. Viele haben das sicherlich schon einmal beim Torhüter-Training gesehen. Dort werden dann spezielle Brillen getragen, die zwischendurch schwarz werden und quasi auf- und zugehen. Dadurch wird das visuelle System trainiert und die Wahrnehmungsgeschwindigkeit geschult. Bei Feldspielern kommt oft die Frage dazu, wie das Gehirn Bewegungen zusammensetzt. Wenn ein Spieler sagt, dass er oft eine feste Wadenmuskulatur oder Probleme am Knie hat, ist es häufig eine Ansteuerungsthematik des Gehirns. Das Gehirn steuert die Bewegung, dabei kann ein Muskel zu viel oder zu wenig Spannung bekommen. Daran kann man arbeiten. 

Was sind die besonderen Anforderungen an die Ernährungspläne der FC-Profis? Worauf musst du achten?
Ich schaue vor allem auf die Kohlenhydrat- und die Energiezufuhr in einer Trainingswoche. Vor einem Spieltag will man die Speicher natürlich möglichst voll machen. Dafür braucht man oft etwas anderes, als das, was sich viele unter gesunder Ernährung vorstellen. Vor einem Spiel sollten es weniger Salat, Eiweiß oder Fleisch sein. Da braucht es vor allem Kohlenhydrate. Nach einem Spiel und nach der Regeneration geht es dann eher darum, Kohlenhydrate auch mal weg zu lassen, um den Fettstoffwechsel zu trainieren. Der Ernährungsplan muss immer intelligent an eine Trainings- und Spielwoche angepasst werden. 

Die FC-Fans durften sich in dieser Woche über das Trainingscomeback von Florian Kainz freuen, der erstmals wieder Teile des Mannschaftstrainings absolviert hat. Ihr habt zuletzt viel zusammengearbeitet. Wie hat sich Kainzi entwickelt? 
Mit Kainzi habe ich mich zunächst zum Thema Ernährung zusammengesetzt. Ein Spieler in der Reha braucht einen anderen Ernährungsplan als ein Spieler im Trainingsbetrieb. Kainzi sollte zum Beispiel möglichst wenig Muskelmasse verlieren in seiner Reha-Zeit. Danach haben wir im neuroathletischen Bereich an seiner Schmerzwahrnehmung gearbeitet. Schmerz findet nicht im kaputten Gewebe, sondern im Gehirn statt. Man kann einem Spieler den Schmerz, den er empfindet, durch Übungen wegnehmen und reduzieren – was nicht heißt, die Funktion von Schmerz als Warnsignal außer Acht zu lassen. Dann kann er in der Reha den nächsten Schritt machen. Da arbeite ich dann eng mit Reha-Trainer Leif Frach zusammen und mit den FC-Physiotherapeuten. Gemeinsam legen wir den Fahrplan fest. 

Auf welchem Stand siehst du Kainzi jetzt? 
Wir werden weiter im neuroathletischen Bereich arbeiten. Das ist genau so ein konstantes Arbeiten wie im athletischen Bereich. Sobald man eine Stufe erreicht hat, versucht man die Anforderungen zu erhöhen. Nachdem wir mit Kainzi also zunächst an der Schmerzwahrnehmung gearbeitet haben, geht es jetzt auch bei ihm wieder vermehrt um das Gleichgewichtsorgan oder die Wahrnehmung. Damit er weiter Schritt für Schritt aufs Comeback zusteuert.  
 

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16DSC Arminia Bielefeld26
171. FC Köln23
18FC Schalke 0413

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