Club | 04.08.2020

Beschlüsse der DFL-Vollversammlung

Alexander Wehrle: „Wir haben eine Grundlage“

Die Profivereine der Bundesliga und 2. Bundesliga haben Voraussetzungen zu einer möglichen Rückkehr von Zuschauern in die Stadien beschlossen. Dazu nimmt FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle Stellung.

Die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga haben in einer außerordentlichen, virtuellen DFL-Mitgliederversammlung ein einheitliches Vorgehen aller Clubs bei einer möglichen Rückkehr von Stadionbesuchern beschlossen – sofern dies vor dem Hintergrund des weiteren Verlaufs der Corona-Pandemie in der Saison 2020/21 umsetzbar sein wird. Dafür sollen lokale Konzepte der jeweiligen Clubs im Sinne eines größtmöglichen Infektionsschutzes dienen, die von den zuständigen Gesundheitsbehörden freigegeben werden müssen. Zu vier zentralen Aspekten hat die DFL-Mitgliederversammlung nach intensiven Diskussionen folgende Beschlüsse gefasst:

  • Die Proficlubs werden, sofern eine Wiederzulassung von Stadionbesuchern im entsprechenden Zeitraum möglich sein wird, bei Spielen der Bundesliga und 2. Bundesliga bis Jahresende auf Eintrittskarten für Fans der Gastmannschaften verzichten. Diese Entscheidung soll dazu beitragen, das bundesweite Reiseaufkommen von Fans – teilweise in öffentlichen Verkehrsmitteln – zu reduzieren und dadurch das potenzielle Infektionsrisiko zu verringern. 
  • Ebenfalls auf freiwilliger Basis planen die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga für den Fall der Wiederzulassung von Zuschauern in den Stadien, ihre Heimspiele bis zum 31. Oktober ohne Stehplatzbesucher durchzuführen. Hintergrund ist, dass die Abläufe in den Stadien mit gänzlich neuen Anforderungen im Zuschauerbereich zusammenhängen werden und die Einhaltung von Abstands- und Hygienestandards erleichtert werden soll. 
  • Ebenfalls bis zum 31. Oktober verzichten die Clubs darauf, bei ihren Heimspielen Alkohol auszuschenken. 
  • Die Proficlubs verpflichten sich, bei ihren Spielen sicherzustellen, dass im Fall von Infektionen die Identität und Kontaktdaten möglicher und eventuell betroffener Stadionbesucher ermittelt werden können. 

Die Pressemitteilung der DFL gibt es hier.

FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle nahm als Mitglied des DFL-Präsidiums an der Vollversammlung teil. Zu den Beschlüssen äußerte sich Wehrle am Dienstag am Geißbockheim. 

„Wir haben einheitlich für alle Clubs einige Grundvoraussetzungen geschaffen. Das ist die Grundlage, auf der jeder Verein mit seinen lokalen Behörden Gespräche führen wird, um sich sein jeweiliges Konzept genehmigen zu lassen. Wichtig ist: Die Beschlüsse, die wir gefasst haben, sind temporär. Wir befinden uns immer noch in einer Pandemie mit einer dynamischen Entwicklung. Daher müssen wir flexibel reagieren können.“

Alexander Wehrle sprach außerdem über …

… die Hoffnung auf eine schnellstmögliche Rückkehr zur Normalität:
„Vermutlich wünschen sich alle Menschen auf der Welt die Normalität zurück. Dass wir überhaupt über eine teilweise Öffnung der Stadien für Zuschauer sprechen, ist schon einmal ein gutes Zeichen. Für uns ist es ratsam, in Schritten vorzugehen und nicht jetzt Forderungen nach vollen Stadien zu stellen. Das würde keiner verstehen und das wäre zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht richtig.“

… die Bedeutung der Fans:
„Die Fans sind ein elementarer Bestandteil unserer Fußballkultur. Die Fans fehlen uns, gerade für Traditionsvereine wie den FC ist es noch schwieriger. Aber alles Jammern nützt nichts. Wir müssen uns der Situation stellen. Umso wichtiger wäre es, dass wir Mitte September wieder mit Fans Fußball spielen können – auch wenn noch nicht alle dabei sein können.“ 

… mögliche zeitliche Vorgaben und den Stand der Dinge in Köln:
„Klar ist, dass wir Mitte September die Liga starten wollen und die Vereine eine gewisse Vorbereitungszeit brauchen. Aber es wäre der völlig falsche Weg, jetzt zeitliche Forderungen zu stellen. Wir sollten das wie beim Restart handhaben, als wir als verlässlicher Partner mit der Politik in einem engen Austausch waren. Hier in Köln hatten wir schon gute Gespräche mit dem Gesundheitsamt und werden sicher auch weitere Gespräche führen.“

… die Diskussion über die besonders kontroversen Themen eines vorübergehenden Verbots von Alkoholausschank und Stehplätzen:
„Die Stadien haben unterschiedliche Voraussetzungen, daher finde ich es richtig, dass wir die Standpunkte in der Liga ausgetauscht haben.  Wichtig war letztlich dennoch, dass wir auf eine einheitliche Regelung geeinigt haben. Die gilt jetzt erst mal temporär. Natürlich wünsche ich mir sehr, dass wir möglichst bald auch wieder Stehplätze haben können.“  

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
15DSC Arminia Bielefeld14
161. FC Köln12
171. FSV Mainz 057