Profis | 28.04.2020

Zesamme stark blieve

Angebote für Dauerkarten- und Ticketinhaber

Der 1. FC Köln bietet allen Inhabern von Dauer-, Tages-, Business- und Logenkarten einen Ersatz für die wegen der Corona-Krise fehlenden Heimspielerlebnisse im RheinEnergieSTADION an. Persönliche Briefe von Vorstand und Geschäftsführung dazu werden in dieser Woche verschickt.

Die Corona-Krise hat das Land weiter fest im Griff. Auch der 1. FC Köln ist davon massiv betroffen, der Spielbetrieb ruht bereits seit sieben Wochen. Die Deutsche Fußball-Liga DFL arbeitet an einem Hygiene- und Infektionsschutzkonzept, um die Saison möglichst noch im Mai wieder aufnehmen und zu Ende spielen zu können – denn auf Dauer können Fußballvereine ohne Fußball nicht überleben. Absehbar ist schon heute, dass es in nächster Zeit keine Spiele mit Zuschauern geben kann. 

Für den FC bedeutet dies nicht nur den Verlust der einzigartigen Stimmung im RheinEnergieSTADION, sondern auch einen drohenden Ausfall von mehr als neun Millionen Euro geplanter Einnahmen. Er weiß zugleich, wie hart die fehlenden Heimspielerlebnisse seine Fans treffen. Der 1. FC Köln hat sich daher in den vergangenen Wochen intensiv mit einer Lösung für die Inhaber von Dauer-, Tages-, Business- und Logenkarten beschäftigt. Sie wird ihnen in persönlichen Briefen von Vorstand und Geschäftsführung in dieser Woche vorgestellt. Im Anschluss können sie ihre individuelle Wahl treffen. 

Die Angebote unterscheiden sich je nach Gruppe, folgen aber alle derselben Logik. Für die rund 25.000 Dauerkarteninhaber und Käufer von Public-Tageskarten gilt:

  • Auf Wunsch wird der Ticketpreis erstattet.
  • Alternativ kann sich der Ticketinhaber ein exklusives Unterstützerpaket sichern. Dauerkarteninhaber können sich zum Beispiel mit ihrem Namen auf dem Mannschaftsbus für die kommende Saison verewigen und erhalten ihren Namen auf ihrem Dauerkartenplatz im Stadion sowie auf einer LED-Bande. Auch individuelle Shirts oder Schals mit dem Wunschnamen, der Nummer 12 und dem Aufdruck „Stammspieler“ gehören zum Paket, das ausschließlich diesem Kreis vorbehalten bleibt und nicht zu kaufen sein wird. Denn auch Fans, die nicht da sein dürfen, sind für den FC immer dabei.
  • Käufer von Tageskarten können sich alternativ für Gutscheine entscheiden oder nur auf einen Teil der Erstattung verzichten. Auch eine Spende über den FC ist möglich – und zwar zu Gunsten des Amateur- und Hobbyfußballs in Köln.

Auf diese Weise trägt der FC den vielen Fans, Mitgliedern und Partnern Rechnung, die sich zuletzt mit Unterstützungsangeboten und -ideen gemeldet haben. 

Wolf: Ohne die Unterstützung der Fans wird es nicht gehen

„Wir möchten den 1. FC Köln durch diese extreme Krise führen, ohne dass wir Mitarbeiter entlassen, Anteile veräußern müssen oder nachhaltig die Substanz für die 1. Bundesliga verlieren. Ohne die Unterstützung der Mitglieder, Fans und Partner wird das nicht funktionieren“, sagt FC-Präsident Dr. Werner Wolf. „Jedoch war für uns die Richtlinie: Bevor wir auch nur einen Fan darum bitten, sich über Alternativen zu einer Ticketerstattung Gedanken zu machen, muss der 1. FC Köln selbst seine Hausaufgaben erledigen. Das haben wir gemacht. Wir haben einschneidende Maßnahmen ergriffen, um Kosten zu sparen. Vorstand, Geschäftsführung, Spieler und Abteilungsleiter verzichten zudem freiwillig auf Teile ihrer Gehälter. Auf dieser Basis machen wir den Ticketinhabern nun einen Vorschlag. Ich bin sicher, dass uns eine faire Lösung gelungen ist und ich möchte mich bei allen Mitarbeitern und allen Gremien bedanken, die daran mitgewirkt haben.“

Seit dem kurzfristig abgesagten Heimspiel gegen Mainz Mitte März hat eine abteilungsübergreifende Arbeitsgruppe am Geißbockheim gemeinsam mit Vorstand und Geschäftsführung Lösungsmöglichkeiten für alle Ticketinhaber erarbeitet. Mitgliederrat, Beirat und AG Fankultur waren ebenfalls eingebunden.

„Es ist nicht nur bei diesem Thema wichtig, in Ruhe die verschiedenen Interessen und Lösungsmöglichkeiten abzuwägen. Das haben wir getan und deswegen hat es etwas länger gedauert. Ich bin überzeugt, dass es immer richtig ist, sich die Zeit für Sorgfältigkeit zu nehmen, alles offen zu diskutieren und ein breites Meinungsbild zu berücksichtigen“, sagt Stefan Müller-Römer, Vorsitzender des Mitgliederrats. „Wir haben uns als Mitgliederrat in diesen Prozess intensiv eingebracht und finden das gemeinsam gefundene Ergebnis gut, weil es mit den Auswahlmöglichkeiten zu diesem Verein und seinen Fans und Mitgliedern passt.“

Zum FC und zu Köln passend ist die Lösung für die Fans womöglich ein wenig komplexer als bei anderen Vereinen – zugleich soll die kölsche Lösung es möglich machen, dass möglichst viele Fans auch wirklich eine Wahl treffen können.  

 „Wir wollten keine Lösung von der Stange, auch wenn das für uns mehr Aufwand bedeutet. Für uns waren die Leitplanken der Überlegungen immer klar: Wir wollten Ideen finden, wie wir einen möglichst großen Anteil der Zuschauereinnahmen retten können – denn wir können auf diese fest eingeplanten Einnahmen nicht einfach so verzichten“, sagt FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle. „Jeder Dauerkarteninhaber, jeder Ticketkäufer, jeder Partner und Logenkunde hat jedoch den Anspruch, dass wir uns intensiv Gedanken über seine Situation machen und ihm attraktive Alternativen anbieten, wenn wir uns erhoffen, dass er auf eine Erstattung verzichtet. Und die letzte Entscheidung bleibt dem Fan dann selbst überlassen.“

Mit den verschiedenen Angeboten können FC-Fans ihrem Club nicht nur helfen, sie können ihre Verbundenheit auch nach außen dokumentieren. Begleitend startet der FC mit Fans, Partnern und Unterstützern eine Kampagne unter dem Motto „Zesamme stark blieve“. So sagt FC-Legende Wolfgang Weber: „Der 1. FC Köln ist auf einem guten Weg, gerade auch mit seiner tollen Jugendarbeit. Ich möchte, dass der FC die finanziellen Mittel hat, um hier weiter vorne dabei zu bleiben. Gerade in der Krise zeigt sich, wer zusammenhält. Und zesamme sind wir immer noch am stärksten.“ 
 




  • empfehlen

Tabelle

Menu
Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
10FC Schalke 0437
111. FC Köln34
12Eintracht Frankfurt32