Profis | 27.08.2021

Story im GeißbockEcho

Anthony Modeste: Gute(r) Dinge

Anthony Modeste ist wieder da. Mit zwei Toren und einem Assist hat Tony den persönlich besten Saisonstart beim FC seit 2015 hingelegt. Der 33-jährige Vollblutstürmer investiert so viel wie nie zuvor, um ­wieder an erfolgreiche Zeiten anzuknüpfen. Der routinierte ­Publikumsliebling weiß, worauf es auf diesem Weg besonders ­ankommt.

Es liegen anspruchsvolle Jahre hinter Anthony Modeste. Eine emotionale Achterbahnfahrt, die im Sommer 2017 beginnt. Bis dahin ist es kontinuierlich bergauf gegangen. In seinem zweiten Jahr in Köln gelingt die überraschende Qualifikation für den Europapokal. Die FC-Fans tragen Tony Modeste buchstäblich auf Händen, aber der 25-Tore-Stürmer geht als FC-Rekordtransfer nach China. Dort wird der Publikumsliebling nicht glücklich und kehrt nach etwas mehr als einem Jahr nach Köln zurück. Auf Euphorie folgt Ungewissheit – auf Ungewissheit folgt Frust mit Gerichtsprozessen um ausstehende Zahlungen sowie monate­langem Warten auf die Spielerlaubnis der FIFA. „Es war eine harte Zeit“, sagt Modeste schon im März 2019 dem GeißbockEcho. „Ich hatte schon vorher einen starken Charakter, aber seitdem habe ich noch sehr viel dazugelernt.“

Auf dem Platz findet Tony nur punktuell zurück zu seiner Stärke. Sechs Treffer in der 2. Bundesliga und vier in der Bundesliga belegen die schwierige Suche nach der alten Form, die durch Verletzungsprobleme erschwert wird. In der Hinrunde der Saison 2020/21 trifft der Stürmer sogar nur ein einziges Mal – im DFB-Pokal gegen den VfL Osnabrück. Eine Veränderung muss her. Modeste wechselt leihweise zur AS Saint-Etienne in die erste Liga Frankreichs. Der Wechsel hat neben der sportlichen auch eine emotionale Komponente, denn Guy Modeste – Tonys im ­Dezember 2018 verstorbener Vater – hatte in den 1970er-­Jahren auch für den südfranzösischen Club gespielt. „Es war etwas Besonderes, dass ich für den Verein spielen konnte, für den mein Vater damals auch gespielt hat. Hier und da habe ich alte Bilder gesehen, wo auch er zu sehen war. Das ist ein spezielles Gefühl.“

Die richtige Entscheidung

Das spezielle Gefühl des Torjubels bleibt Tony Modeste aber auch in Frankreich verwehrt. „Trotzdem war es für mich die richtige Entscheidung. Es war eine schwierige Zeit und ich denke, dass es für alle Parteien der richtige Schritt war. Meine Familie ist auch mit­gekommen. Meine Kinder hatten so die Chance, ihr Französisch zu verbessern. Sie sprechen sehr gut Deutsch und Englisch und natürlich auch Französisch. Aber da sie dann in Frankreich zur Schule gegangen sind, hat sich die Sprache verbessert. Für mich persönlich lief es aufgrund meiner Verletzung sportlich nicht so, wie ich mir es erwünscht hatte. Aber es war trotzdem eine gute Zeit.“

Die Rückkehr Modestes nach Köln im Sommer 2021 soll wieder zu einer guten Zeit werden. Für den Stürmer bedeutet dies keine Veränderung seiner Persönlichkeit, vielmehr steht der Blick auf das Wesentliche auf und neben dem Platz im Vordergrund. „Ich habe jetzt mehr Erfahrung, aber als anderen Menschen würde ich mich nicht unbedingt beschreiben. Seit mein Vater weg ist, sehe ich manches in einem anderen Licht. Ich habe schon immer gesagt, dass man das Leben genießen soll. Aber es kann im Leben manchmal auch unvorhersehbar und sehr schnell gehen. In der Corona-Zeit hat sich dieser Eindruck noch einmal verstärkt. Leider ­haben viele Freunde ihre Eltern oder Familienange­hörige verloren und konnten sich nicht richtig verabschieden. Das gibt einem sehr zu denken.“

Die erste OP

An Abschied oder Karriereende hat Tony Modeste trotz der Rückschläge noch nie gedacht. Sein Vertrag beim FC läuft noch bis 2023 und diesen will er auf jeden Fall erfüllen, „wenn mein Körper es zulässt (lacht). Die vergangenen zwei, drei Jahre hatte ich immer mal wieder Probleme. Allerdings hatte ich im Frühjahr meine erste OP – in jetzt 33 Jahren. Das ist für einen Fußballer schon eher die Ausnahme. Dieses Jahr habe ich die komplette Vorbereitung bestreiten ­können. ­Jedes Mal, wenn ich eine ganze Vorbereitung absolviert habe, war die Saison auch gut. Ich habe bis jetzt viel investiert, meine Ernährung angepasst und viel mit unseren Trainern und Physios erarbeitet und ­spüre deutlich, dass jede kleine Umstellung positiv für mich ist. Ich bin davon überzeugt, dass sich harte Arbeit lohnt. Außerdem versuche ich, noch positiver zu bleiben. Solange es läuft, muss man es genießen. Und das klappt bisher sehr gut.“

Die komplette Story über Anthony Modeste gibt es hier oder in der GeißbockEcho-App für Apple und Android.

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
6Bayer 04 Leverkusen7
71. FC Köln7
81. FC Union Berlin6

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