Profis | 18.04.2019

Analyse

Das Rennen um den Aufstieg

Schlussspurt in der 2. Bundesliga: Bei noch fünf verbleibenden Spielen haben wohl sieben Mannschaften eine realistische Chance auf den Aufstieg. Zeit für einen genauen Blick auf das Restprogramm des 1. FC Köln und der Konkurrenz.

1. FC Köln – 1. Platz, 59 Punkte 

Acht Spiele ohne Niederlage haben den 1. FC Köln in die aussichtsreichste Position im Aufstiegsrennen gebracht. Auf dem Papier hat die Mannschaft von Markus Anfang das vermeintlich leichteste Restprogramm aller Aufstiegsaspiranten – keiner der verbleibenden Gegner steht in der Tabelle höher als auf Platz acht. Andererseits liegt genau darin vielleicht auch eine Gefahr, denn so trifft der FC auf einige Mannschaften, für die es noch um den Klassenerhalt geht.

Im Aufstiegsendspurt spricht für den FC unter anderem die Offensive: Jhon Cordoba und Dominick Drexler gehören zu den formstärksten Spielern der Liga, in den vergangenen 17 Spielen kommen sie gemeinsam auf 23 Tore und zehn Vorlagen. Mit Toptorschütze Simon Terodde (28 Treffer) und Anthony Modeste verfügt der FC zudem über zwei weitere Knipser.

Restprogramm: Dresden (A), Darmstadt (H), Fürth (A), Regensburg (H), Magdeburg (A) 


Hamburger SV – 2. Platz, 52 Punkte 

Der HSV hat ein abwechslungsreiches Restprogramm. Die Hamburger müssen noch gegen die beiden Tabellenschlusslichter Ingolstadt und Duisburg ran, haben aber auch noch die beiden Topspiele gegen die direkte Aufstiegskonkurrenz Union und Paderborn vor der Brust. Zwei Duelle, in denen der HSV sich keinen Patzer erlauben darf. Andererseits hat die Mannschaft von Hannes Wolf in dieser Saison gegen die Topteams der Liga meist gut ausgesehen.

Trotz einer Formdelle gelang es dem HSV bisher, in den wichtigen Momenten Punkte zu holen – wie am Montag im RheinEnergieSTADION. Dass der talentierte Manuel Wintzheimer gegen den FC sein erstes Profitor erzielt hat, dürfte Auftrieb verleihen – zumal Wolf damit eine gute Sturmalternative in der Hinterhand hat, falls Pierre-Michel Lasogga Hilfe benötigt oder nicht fit ist. Außerdem kehrt der gegen den FC gesperrte Lewis Holtby zurück, auch die zuletzt verletzten Hwang Hee-chan und Aaron Hunt könnten im Endspurt noch wichtig sein

Restprogramm: Aue (H), Union (A), Ingolstadt (H), Paderborn (A), Duisburg (H) 

1. FC Union Berlin – 3. Platz, 49 Punkte 

Bis vor einigen Wochen sah es so aus, als sei Union der große Nutznießer diverser Stolperer des HSV. Doch in den vergangenen vier Wochen haben die Berliner nur zwei von zwölf möglichen Punkten geholt und es damit verpasst, auf einen direkten Aufstiegsrang zu klettern. Das direkte Duell der beiden Mannschaften am 31. Spieltag dürfte richtungsweisend werden, ob die Mannschaft von Urs Fischer weiter vom direkten Aufstieg träumen darf oder sogar aufpassen muss, nicht noch vom Relegationsrang verdrängt zu werden.

Mit zwei Toren in den drei Spielen seit seiner Rückkehr ist Simon Polter der große Hoffnungsträger bei Union. Polters Führungsqualitäten und seine Torgefahr fehlten der Mannschaft enorm, seitdem sich der Stürmer Ende Januar gegen den FC verletzt hatte. Ein weiteres Pfund von Union: die ligaweit beste Defensive. Und abgesehen vom HSV spielen sie gegen keine Mannschaft aus der Top-10 mehr.

Restprogramm: Fürth (A), HSV (H), Darmstadt (A), Magdeburg (H), Bochum (A)

SC Paderborn – 4. Platz, 48 Punkte

Paderborn ist das große Überraschungsteam der 2. Bundesliga. Nicht nur, weil sie auf Platz vier stehen, sondern auch wegen der Art und Weise, wie sie sich so weit nach oben gearbeitet haben. Steffen Baumgarts Mannschaft scheint das Motto „Wenn ihr drei Tore macht, machen wir eben vier“ verinnerlicht zu haben. Diese Spielweise ist spektakulär, hat Paderborn allerdings auch Punkte gekostet.

Die ausstehenden Spiele des SCP versprechen großen Unterhaltungswert: Die zweitbeste Offensive der Liga (hinter dem FC) trifft noch auf drei der besten sieben Mannschaften. Das schwierigste Restprogramm aller Aufstiegskandidaten birgt aber auch einen großen Vorteil: Paderborn hat nicht nur die Chance, selbst Punkte zu sammeln, sondern die Konkurrenz auch noch vom selben Unterfangen abzuhalten.

Restprogramm: Kiel (A), Heidenheim (H), Bielefeld (A), HSV (H), Dresden (A)

restprogramm

Holstein Kiel – 5. Platz, 46 Punkte

Markus Anfangs frühere Mannschaft hat auch dieses Jahr wieder die Erwartungen übertroffen. Trotz des Verlusts ihres Cheftrainers und mehrerer Leistungsträger sind die Kieler auch in dieser Saison wieder mit im Aufstiegsrennen dabei. Mit einem Schlussspurt könnten sich die Störche noch unter die ersten drei Plätze katapultieren.

Bei den schwierigen Auswärtsspielen in Sandhausen und Bielefeld genau wie beim jetzt anstehenden Topspiel gegen Paderborn wird es darauf ankommen, dass Kiel seine Torgefahr als drittbeste und äußerst variable Offensive ausspielen kann.

Restprogramm: Paderborn (H), Sandhausen (A), Duisburg (H), Dresden (H), Bielefeld (A)

1. FC Heidenheim – 6. Platz, 46 Punkte

Die Heidenheimer sind zuletzt etwas unter dem Radar geflogen, was auch an der aktuellen Formkrise der Mannschaft von Frank Schmidt liegt. Vor dem Sieg gegen Aue am vergangenen Wochenende gab es für die Heidenheimer nur einen Dreier in sieben Spielen. Sollten die Heidenheimer in ihren beiden anstehenden Partien (gegen St. Pauli und Paderborn) erfolgreich sein, wären sie aber wieder voll im Aufstiegsrennen dabei.

Dass die Heidenheimer keinen Gegner fürchten müssen, wissen sie nicht zuletzt seit ihrem bravourösen DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern. Jetzt wäre der perfekte Zeitpunkt, um an diesen Auftritt anzuknüpfen – und an den Heidenheimer Lauf in der Mitte der Saison, als sie von 16 Spielen nur eins verloren.

Restprogramm: St. Pauli (H), Paderborn (A), Sandhausen (H), Duisburg (A), Ingolstadt (H)

FC St. Pauli – 7. Platz, 45 Punkte

In der vergangenen Woche hat der FC St. Pauli den Trainer gewechselt: Der frühere FC-Interimscoach Jos Luhukay übernahm das Amt von Markus Kauczinski. Ob sich das auszahlt, muss sich noch zeigen. Im ersten Spiel unter Luhukay gab es ein 1:1 gegen Bielefeld.

Ob St. Pauli noch mal in den Aufstiegskampf eingreifen kann, dürfte auch von Alex Meier abhängen. Der Winter-Neuzugang begann furios und erzielte fünf Tore in seinen ersten sechs Spielen für St. Pauli. In den folgenden fünf Partien gelang ihm aber nur noch ein Treffer. Falls Meier nochmal heiß läuft, ist mit den Hamburgern zu rechnen.

Restprogramm: Heidenheim (A), Regensburg (H), Dresden (A), Bochum (H), Fürth (A)

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL. Verein Pkt.
1 1. FSV Mainz 05 0
1 1. FC Union Berlin 0
1 1. FC Köln 0

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