Profis | 22.04.2020

FC-Offensivspieler im Interview

Ein Anruf bei: Dominick Drexler

Dominick Drexler spricht im Telefoninterview über das, was ihm in Zeiten von Corona am meisten fehlt, über eine mögliche Fortsetzung der Saison – und über Michael Jordan.

Hallo Dominick, wie geht es dir?

Ich kann mich nicht beklagen. Gesundheitlich geht es mir und meiner Familie gut. Das ist ja das Wichtigste, besonders in dieser Situation. Natürlich nervt es langsam, diese Warterei darauf, dass sich das Leben wieder normalisiert. Aber es gibt weit Schlimmeres.

Was fehlt dir im Moment am meisten?

Meine Familie. Ich fahre 20 Minuten zu meinen Eltern nach Hause und sehe sie und meinen Bruder und meine Schwester normalerweise bestimmt drei-, viermal die Woche. Aber ich bin jetzt sehr vorsichtig, was meine Eltern und auch meine Oma angeht. Meine Freundin hatte neulich Geburtstag, wir haben alles abgesagt. Mir fehlen diese ganz normalen Sachen, an solchen Tagen die Familie einzuladen und zusammen essen zu gehen. Und klar: Mir fehlt mein Beruf. Wir trainieren zwar wieder, aber wir spielen nicht. 

Perspektivisch könnte die Saison irgendwann weitergehen, wenn auch voraussichtlich ohne Zuschauer. Was denkst du darüber?

Mittlerweile würde ich mich auch darauf freuen. Spiele ohne Zuschauer werden nie schön sein. Aber wie es Christoph Kramer schon gesagt hat: Es gibt für Fußballer nichts Schlimmeres, als gar keinen Fußball gegeneinander zu spielen. Deshalb wären mir inzwischen auch Spiele ohne Zuschauer herzlich willkommen.

Zumindest trainiert ihr schon wieder.

Ja, und dafür bin ich sehr dankbar. Aber mir fehlt der richtige Wettstreit. Ich bin Sportler und wir sind ja noch mitten in der Saison. Ich möchte diese Saison zu Ende bringen.

Es gibt Stimmen, die sagen, der Fußball solle sich jetzt bitte erstmal hinten anstellen.

Ich weiß, dass man in so einer Phase keine hundertprozentige Zustimmung bekommt. Aber ich finde: Wenn klar ist, dass wir Fußballer keinem Menschen, der akut einen Corona-Test braucht, so einen Test wegnehmen, dann ist es für mich absolut in Ordnung, dass auch wir wieder anfangen. Vor allem, wenn es um Spiele ohne Zuschauer geht. Wir wollen ja niemandem in der Gesellschaft schaden, sondern weiter unseren Jobs nachgehen. So wie andere Betriebe mit Arbeitsplätzen jetzt auch versuchen, wieder den Betrieb aufzunehmen.

Sprecht ihr Spieler viel darüber, ob und wie die Saison wohl weitergeht und welche Auswirkungen Corona grundsätzlich auf den Fußball haben könnte?

Wir Spieler diskutieren generell viel über die Pandemie und ihre Auswirkungen, nicht nur für uns Fußballer konkret, sondern ganz grundsätzlich. Da ist immer das Thema, was gerade rund um Corona aktuell ist. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass alle unheimlich nervös sind – aber es wollen alle, dass es irgendwann weitergeht. Es ist schon schwierig für den Kopf, sich immer weiter fit zu halten für einen unbestimmten Zeitpunkt.

Was machst du, um dich abzulenken und den Kopf frei zu kriegen?

Ich schaue zum Beispiel gerne Serien. Ich habe neulich die dritte Staffel von True Detective gesehen. Die kann ich sehr empfehlen. Und Haus des Geldes, für die, die es noch nicht gesehen haben. Entourage ist auch ein Klassiker. Ganz oben auf meiner Liste steht jetzt die neue Doku über Michael Jordan. Da gab es ja schon einige gute Kritiken. 

Was findest du an Jordan spannend?

Ich glaube, Dirk Nowitzki war es, der gesagt hat, dass Jordan ein unangenehmer Typ war – aber nur deshalb, weil er einfach immer gewinnen wollte. Ich finde diese Eigenschaft sehr, sehr gut. Im Profisport geht es am Ende nur darum, ob du gewinnst oder verlierst – und da muss man sich untereinander auch die Meinung sagen können.
 

  • empfehlen

Tabelle

Menu
Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
10Hertha BSC35
111. FC Köln34
12FC Augsburg31