Profis | 08.02.2020

Herzlichen Glückwunsch

Erich Rutemöller wird 75

Von Anfang der Siebziger bis in die frühen Neunziger wirkte Erich Rutemöller beim 1. FC Köln als Nachwuchs-, Amateur- und schließlich Profitrainer. Seit dem vergangenen Jahr ist er zurück – als sportlicher Berater des Vorstands. Am Samstag feiert Rutemöller seinen 75. Geburtstag. Der 1. FC Köln gratuliert herzlich.

Zum 1. FC Köln zu kommen, sei für ihn wie Weihnachten gewesen, erzählte Erich Rutemöller mal, als er nach seinen Anfängen am Geißbockheim gefragt wurde. Das Sport- und Französisch-Studium hatte ihn Ende der Sechziger Jahre aus seiner Heimat, dem Tecklenburger Land, nach Köln geführt. Schnell war er FC-Fan und regelmäßiger Heimspielbesucher geworden. Deshalb musste er nicht lange überlegen, als ihn im Sommer 1970 sein Fußballdozent Gero Bisanz fragte, ob er nicht für die FC-Amateure spielen wolle, die Bisanz trainierte.

Spieler, Trainer und Dozent

Aus der Spielerkarriere wurde bald eine Trainerkarriere: Rutemöller arbeitete von 1971 bis 1985 beim FC, erst im Nachwuchs, dann bei den Amateuren – unterbrochen nur von einem längeren Auslandsaufenthalt als Fußballstipendiat in Florida. Seit 1978 war er nach einem Jahr als Sportlehrer zudem Dozent an der Kölner Sporthochschule und seit 1982 Dozent im DFB-Trainerlehrgang, Fach: Fußballtheorie und -praxis. Nach vier Jahren als Trainer beim Bonner SC wurde Rutemöller 1989 von seinem ehemaligen Schützling Christoph Daum zurück zum FC geholt, als Amateurtrainer. Im folgenden Sommer trennte sich der FC von Daum – und installierte Rutemöller als dessen Nachfolger. „Plötzlich stehst du von heute auf morgen im Mittelpunkt. Das ist eigentlich gar nicht meine Sache. Ich bleibe lieber im Hintergrund“, sagte Rutemöller damals.

In einer turbulenten Saison – in der Rutemöller ohne die Leistungsträger Thomas Häßler (nach Turin gewechselt), Paul Steiner und Pierre Littbarski (beide lange verletzt) auskommen musste – wurde der FC immerhin noch Siebter und erreichte das Finale des DFB-Pokals. Auf dem Weg dorthin prägte Rutemöller den legendären Spruch „Mach et Otze“, mit dem er FC-Stürmer Frank Ordenewitz seinen Segen dazu gav, eine Gelb-Rote Karte im Halbfinale zu provozieren, die er nach damaligen Regeln in der Liga hätte absitzen dürfen. Diese Regel wurde daraufhin kurzfristig vom DFB verändert, Ordenewitz war im Finale gesperrt – und der FC verlor im Elfmeterschießen. Nach einem durchwachsenen Start in die folgende Saison wurde Rutemöller beim FC entlassen. Hansa Rostock nahm ihn unter Vertrag, dort blieb Rutemöller aber nur neun Monate, ehe er als Lehrbeauftragter an die Spoho zurückkehrte.

Europameister und Vize-Weltmeister mit dem DFB

Durch ein zufälliges Treffen mit Berti Vogts änderte sich Rutemöllers Berufsleben grundlegend. Vogts machte dem erfahrenen Fußballlehrer ein Engagement beim DFB schmackhaft. Von 1994 bis 2005 war Rutemöller Assistent der Bundestrainer Vogts, Ribbeck, Völler und Klinsmann. Mit der Nationalmannschaft wurde er 1996 Europameister und 2002 Vize-Weltmeister. Zudem war er von 2000 bis 2008 Chefausbilder beim DFB und damit Leiter der Fußballlehrer-Lehrgänge. Anschließend arbeitete Rutemöller für den iranischen und den afghanischen Fußballverband und gab sein Wissen als freiberuflicher Trainerausbilder in aller Welt (u.a. China, Singapur, Mosambik und Armenien) weiter. Von 2016 bis 2019 arbeitete der Literaturliebhaber als Sportvorstand bei Fortuna Düsseldorf.

In all den Jahren blieb Erich Rutemöller immer nah dran am 1. FC Köln. Nicht nur, weil er seit 1967 in Köln-Lindenthal wohnt, 20 Gehminuten vom RheinEnergieSTADION entfernt. Der regelmäßige Heimspielbesucher saß auch von 2002 bis 2005 als Sportlicher Berater in der Gesellschafterversammlung des FC. Und als im vergangenen Herbst der neue FC-Vorstand um Präsident Dr. Werner Wolf ins Amt kam, wurde Rutemöller gemeinsam mit Jörg Jakobs ins Sportkompetenzteam berufen, das dem Vorstand beratend zur Seite steht.

„Erich Rutemöller ist ein absoluter Fachmann und im positivsten Sinne fußballverrückt. Er ist dem FC eng verbunden und hat als Trainer im deutschen Fußball und beim FC Spuren hinterlassen“, sagt FC-Präsident Dr. Werner Wolf. „Wir als Vorstand sind sehr froh, ihn mit seiner Kompetenz und Erfahrung an unserer Seite zu wissen. Die 75 Jahre sieht man ihm nicht an. Im Namen des gesamten 1. FC Köln gratuliere ich Erich ganz herzlich und wünsche ihm alles erdenklich Gute, vor allem natürlich Gesundheit.“

  • empfehlen

Tabelle

Menu
Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
13Hertha BSC26
141. FC Köln23
151. FSV Mainz 0522

FC-FANSHOP