Club | 22.08.2016

Treue fest verzinst

„Fans sollen profitieren“

Der 1. FC Köln hat unter dem Motto „Treue fest verzinst“ neue Anleihen aufgelegt. FC-Präsident Werner Spinner und Geschäftsführer Alexander Wehrle erläutern die wichtigsten Fragen, die Strategie – und warum es sich lohnt, zu zeichnen.

fc-koeln.de: „Herr Spinner, Herr Wehrle, 2012 hat der 1. FC Köln zwei Anleihen aufgelegt. Jetzt gibt es neue Anleihen vom FC. Was hat sich geändert?

Werner Spinner: „Die Anleihen 2012 waren eine Lebensrettung. Wir sind deshalb immer noch allen dankbar, die damals gezeichnet haben. Heute stehen wir wirtschaftlich viel besser da, es geht bei der neuen Anleihe nicht um eine Reaktion auf eine akute Krise, sondern darum, umzuschulden und unsere Finanzen nachhaltig zu gestalten.“

Wäre es trotzdem angesichts der verbesserten wirtschaftlichen Lage möglich gewesen, die fällige Anleihe im August 2017 aus dem laufenden Geschäft zurückzuzahlen?

Alexander Wehrle: „Theoretisch hätten wir in diesem und im kommenden Sommer die Einnahmen beispielsweise aus dem Transfergeschäft aufsparen können, um im August 2017 die Anleihe auf einen Schlag zurückzuzahlen. Das würde aber unsere sportliche Wettbewerbsfähigkeit gefährden. Man muss handlungsfähig bleiben, um auch auf unvorhergesehene Dinge reagieren zu können. Wir sind ein Fußballverein, oberste Priorität für den 1. FC Köln hat der Verbleib in der Bundesliga – nicht zuletzt, weil wir nur in der Bundesliga wirtschaftlich erfolgreich arbeiten können. Schuldenfrei in Liga 2 ist für mich keine schöne Schlagzeile.“

In den vergangenen Jahren hat der FC seine Verschuldung ja bereits abgebaut – ist die Anleihe eine Abkehr von diesem Weg?

Wehrle: „Nein. Wir werden mit diesem Modell ganz im Sinne unserer bisherigen Strategie sukzessive weiter Schulden abbauen. Wir müssen mindestens 1,25 Millionen Euro aus den Depot-Anleihen pro Saison zurückzahlen. Und die Idee der Anleihe ist es ja, die Struktur unserer Schulden noch einmal zu vereinfachen, weil wir planen, mit den erwarteten 15,5 Millionen Euro neben den beiden Anleihen aus  2012 drei private Darlehen im Gesamtvolumen von 3 Millionen Euro abzulösen. “

Was sprach dafür, erneut das Mittel einer Anleihe zu wählen – gerade in einer Zeit niedriger Zinsen?

Spinner: „Sicher hätten wir uns die nötigen Mittel auch anders besorgen können, aber es war uns ganz wichtig, zunächst diejenigen profitieren zu lassen, die sich mit der Anleihe 2012 engagiert haben: Die Unterstützer und Fans. Die damalige Anleihe hat sich für alle Beteiligten als Erfolgsmodell herausgestellt. Ich glaube, gerade in den heutigen Zeiten niedriger Zinsen ist die neue Anleihe wieder ein Angebot, von dem beide Seiten profitieren.“

Inwiefern profitieren denn die Altzeichner konkret?

Spinner: „Diejenigen, die 2012 gezeichnet haben, haben nun ein Vorzeichnungsrecht. Sie können als exklusiv noch bis zum 9. September ihre bestehenden Einlagen verlängern oder zusätzlich zeichnen. Danach öffnen wir die Anleihe für Neuzeichner.“

Wehrle: „Wer jetzt seine Anteile umtauscht, bekommt zunächst erstmal natürlich die vollen fünf Prozent Zinsen bis August 2017. Und danach hat er oder sie über weitere sieben Jahre Planungssicherheit.  Daher bin ich sicher, dass viele Zeichner von dieser Möglichkeit Gebrauch machen werden.“

2012 gab es noch 5 Prozent Zinsen, jetzt sind es 3,5 Prozent. Ist das nicht eine Verschlechterung?

Spinner: „Die Zinsen auf dem Markt sind heute deutlich niedriger als vor vier Jahren. Von daher bewegt sich die aktuelle Anleihe im Vergleich auf dem damaligen Niveau. Am Ende muss so ein Angebot im Marktvergleich auch seriös sein und sollte nicht den Anschein erwecken, dass der 1. FC Köln so dringend Geld braucht, dass er Anleihe-Zeichnern fast jede Summe bieten muss.“

Der FC deckelt die neuen Anleihen bei einem Volumen von insgesamt 15,5 Millionen Euro. Wäre es nicht möglich gewesen, über diesen Weg noch mehr Mittel für den FC einzusammeln?

Wehrle: „Durchaus, aber man braucht ja auch eine Verwendung dafür, und wir benötigen derzeit kein zusätzliches Kapital, das über die Einnahmen aus dem laufenden Geschäft hinausgeht. Und wir haben ja grundsätzlich eine ganz andere Strategie: Wir wollen ja über die nächsten Jahre das reine Fremdkapital nicht erhöhen, sondern abbauen. Jetzt mehr Geld einzusammeln, um es dann etwa für einen Einmaleffekt auf dem Transfermarkt zu verwenden, wäre das völlig falsche Signal. Das, was wir für das Tagesgeschäft ausgeben, müssen wir auch im Tagesgeschäft einnehmen – das ist ein vernünftiger Weg, und mit dem hatten wir in den letzten Jahren auch Erfolg.“

Alle Informationen gibt es unter fc-koeln.de/anleihe2016

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
10Hertha BSC35
111. FC Köln34
12FC Augsburg31