Profis | 29.12.2019

Rückblick aufs Jahrzehnt

FC 2010-2019: Auf und ab und trotzdem hier

Von Sandhausen nach London und zurück, von Hennes gegen Aalen bis Risse im Derby – Ein Rückblick auf besondere Momente aus zehn Jahren 1. FC Köln zwischen 2010 und 2019.

10 Jahre sind eine lange Zeit, in der viel passieren kann. Und doch vergehen sie wie im Flug. Das jedenfalls wird jedem FC-Fan beim Rückblick auf das vergangene Jahrzehnt mit dem 1. FC Köln klar. Zwischen dem 1. Januar 2010 und dem 31.12.2019 setzte sich das Auf und Ab der vorangegangenen Dekade fort. Allerdings, was die Zahl der Erstliga-Jahre betrifft, auf einem stabileren und positiveren Niveau als zwischen 2001 und 2009. Zugleich waren die Ausschläge noch extremer. Denn während der FC sich zu Beginn des Jahrtausends fast ständig im Kampf gegen den Abstieg oder um den Aufstieg befand, gab es in den zehn Jahren danach einige sorgenfreie Jahre in der Bundesliga – und den Sturm nach Europa.

Wenn sich FC-Fans je ein Ende der Geschichte gewünscht hätten, wäre es wohl im Mai 2017 gewesen. Oder in London im September. Doch „zu Ende“ gibt es nicht, es geht immer weiter. Der FC stieg wieder ab und wieder auf. Ins nächste Jahrzehnt geht er im Kampf gegen den Abstieg. Und immer im Vertrauen auf eine Liedzeile der Südkurve: Auf und ab und wir sind trotzdem hier.

Höhepunkte, Statistiken und besondere Momente 2010 – 2019

Rotsünder

Das Fußball-Jahrzehnt hat kaum begonnen, da gibt es schon die erste bittere Pleite. Im DFB-Pokal fliegt der 1. FC Köln am 10. Februar 2010 überraschend beim Zweitligisten FC Augsburg aus dem Pokal und sieht dabei im wahrsten Sinne Rot. Schiedsrichter Kinhöfer stellt beim 0:2 mit Adil Chihi (Rot), Petit und Lukas Podolski (jeweils Gelb-Rot) gleich drei FC-Profis vom Platz.

Youssef Mohamad sieht am 21. August desselben Jahres die bis heute schnellste Rote Karte der Bundesligageschichte. Nach 87 Sekunden muss er gegen den 1. FC Kaiserslautern wegen einer Notbremse vom Platz. Der FC geht trotzdem durch Novakovic mit 1:0 in Führung, verliert am Ende aber mit 1:3.

Jugendstil

Am 26. November 2017 wird Yann-Aurel Bisseck der jüngste Spieler, der je in einem Pflichtspiel für den FC auf dem Platz stand. 16 Jahre und 362 Tage ist das Eigengewächs alt, als es gegen Hertha BSC zum Einsatz kommt. Das Spiel endet 0:2. Mehr Erfolg bei seinem Bundesligadebüt im FC-Trikot hat Jan Thielmann. Er läuft als erster Spieler des Jahrgangs 2002 überhaupt in der höchsten deutschen Spielklasse auf und darf den 2:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen feiern.

Bocksprünge

Hennes VIII. zieht nicht nur 2014 als erstes FC-Vereinstier in den Kölner Zoo, er hat in jenem Jahr auch seinen größten Auftritt auf dem Platz. In der langweiligen Zweitligapartie gegen den VfR Aalen (Endstand 0:0) entwischt er in der Halbzeitpause und liefert sich unter dem Jubel der Zuschauer ein Rennen mit seinem Betreuer. In der darauffolgenden Saison jubelt Hennes dagegen eher unfreiwillig mit: Beim 4:2 gegen Eintracht Frankfurt zieht der euphorisierte Torschütze Anthony Ujah den Bock an den Hörnern. Besorgte Tierschützer sehen einen Skandal. Der Zoo klärt jedoch auf, dass Geißböcke so eine Kraftprobe problemlos wegstecken – aber Ujah bringt dennoch einen Strauß Möhren ins „kleine Geißbockheim“.

Vor Beginn der aktuellen Saison schickt der FC seinen achten Hennes in den Ruhestand, seitdem ist Hennes IX. im Dienst.  

Handball und die Folgen

Am 18. Oktober 2015 werden im RheinEnergieSTADION die womöglich entscheidenden Argumente für die Einführung des Videobeweises gesammelt. Leon Andreasen trifft für Hannover 96 zum 1:0, allerdings für jeden klar ersichtlich per Hand. Weil das im Stadion nur das Schiedsrichterteam nicht mitbekommt, hält FC-Trainer Peter Stöger dem Linienrichter seine Brille hin. Vergeblich. „Auch das hat er nicht gesehen“, sagt Stöger hinterher. Der FC verliert das Spiel, Stöger gewinnt immerhin den Preis „Fußballspruch des Jahres“.

Rekordmeister

Kein anderer Verein war häufiger Zweitligameister als der FC. Durch die Aufstiege als Erster 2014 und 2019 zieht der 1. FC Köln mit Nürnberg und Freiburg gleich und ist damit einer von drei Rekordmeister des Unterhauses.

Jungmeister

Zweimal holte der 1. FC Köln im abgelaufenen Jahrzehnt einen Deutscher-Meistertitel. 2011 und 2019 krönte sich jeweils die B-Jugend (U17) zum besten Team des Landes.

Rekordtrainer

Konstanz ist sicher nicht das erste Wort, das einem in den vergangenen zehn Jahren zum 1. FC Köln einfällt. Dennoch gibt es eine außergewöhnliche Konstante: Peter Stöger. 1634 Tage ist der Wiener als FC-Cheftrainer im Amt, die erfolgreiche Zeit beginnt 2013 mit einem 1:1 in Dresden und endet im Dezember 2017 nach einem 2:2 auf Schalke. Kein anderer Trainer war so lange ununterbrochen für die FC-Profis verantwortlich.

Jonas Nationale

Im abgelaufenen Jahrzehnt bringt der 1. FC Köln neben Lukas Podolski, der schon in der vorangegangenen Dekade zur Nationalen gestoßen war, nur einen deutschen A-Nationalspieler hervor. Jonas Hector debütiert im November 2014 bei Jogi Löw und verliert seinen Status als Nationalspieler auch nach dem Abstieg 2018 nicht. Inzwischen hat Hector 43-mal für Deutschland gespielt.

Torflut

Den höchsten Ligasieg des Jahrzehnts feiert der FC am 10. November 2018. Einen Tag vor Sessionsstart und im Karnevalstrikot schießt der 1. FC Köln Dynamo Dresden mit 8:1 aus dem RheinEnergieSTADION. 

Schöne Tore

Gleich dreimal erhält Marcel Risse, der 2013 als wichtige Verstärkung für den Aufstieg geholt wird, die Auszeichnung als Torschütze des Monats der ARD-Sportschau. Die Freistoß-Knaller gegen Hoffenheim im Pokal und in der Saisonvorbereitung gegen Mainz werden allerdings nicht den Status erreichen wie jener Schuss in der Nachspielzeit am 19. November 2016. Beim Stand von 1:1 jagt Cello im Derby in Mönchengladbach einen Freistoß in den Winkel. Einen Freistoß? Ach was, DEN Freistoß. Derbysieg, Tor des Monats, Tor des Jahres 2016 – und unser Tor des Jahrzehnts. Gefolgt von Jhon Cordobas historischem ersten FC-Europapokaltor 2017 in London, Jonas Hectors Zaubertor am letzten Spieltag 2017/18 in Wolfsburg und Anthony Modestes ikonischem, eingesprungenen 1:1 in München 2016. Vorbereiter: Marcel Risse.

Viele Tore

À propos Modeste. Kein anderer FC-Profi traf im abgelaufenen Jahrzehnt so oft wie der Franzose. Hier die Liste aller Spieler mit mindestens zehn Pflichtspieltreffern für den 1. FC Köln seit 2010.

Dauerbrenner

Genau 11 Spieler absolvierten zwischen 2010 und 2019 mindestens 100 Pflichtspiele für den 1. FC Köln. Nummer 1 in dieser Liste: Timo Horn. Das Eigengewächs stand seit seinem Debüt 2012 insgesamt 259-mal für den FC im Tor. Nur 20 Einsätze weniger absolvierte Jonas Hector. 

259
Horn
239
Hector
188
Lehmann
170
Brecko
162
Risse
156
Maroh
149
Clemens
120
Osako
113
Matuschyk
108
Heintz
102
Ujah

Das letzte Spiel

Mit einem 1:0 gegen Werder Bremen beschließt der FC das Jahrzehnt. Erster Gegner der nächsten Dekade wird der VfL Wolfsburg sein: am 18. Januar 2020 im RheinEnergieSTADION.

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
9TSG 1899 Hoffenheim35
101. FC Köln32
111. FC Union Berlin30

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