Profis | 09.09.2022

Nach den Nizza-Vorfällen

FC arbeitet an konsequenter Aufklärung

Der 1. FC Köln hat unmittelbar nach den Vorfällen vor dem ersten Gruppenspiel der UEFA Conference League in Nizza mit der Aufarbeitung der Geschehnisse begonnen. Die Kölner Polizei hat dafür eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, die Informationen und Material sammelt, um die Täter ausfindig zu machen und zu identifizieren.

Am Tag nach den Ausschreitungen von Nizza, die zahlreiche Verletzte hervorgebracht und die erste Conference League Partie des 1. FC Köln an den Rand einer Absage geführt haben, unternimmt der 1. FC Köln große Anstrengungen der Aufklärung. Es geht darum, Hintergründe zu recherchieren, Prozesse zu hinterfragen, unterschiedliche Perspektiven zu sammeln und mögliche Maßnahmen mit Sicherheitsbehörden und Verbänden abzustimmen.

Geschäftsführer Christian Keller sagte dazu am Freitagmittag: „Wir sind alle sehr bestürzt, über das, was vorgefallen ist. Das hat mit Fußball nichts zu tun und konterkariert das Wertebild des 1. FC Köln. Es war auf Seiten beider Clubs eine kleine Minderheit von jeweils unter 100 Personen, die für den Gewaltexzess im Stadion gesorgt hat. Über 7.900 von 8.000 Zuschauern im Kölner Block haben mit den Vorfällen nichts zu tun. Eine Pauschalverurteilung unserer Fans und dabei insbesondere der aktiven Fanszene ist deshalb falsch. Wir werden nun intensiv an der Aufklärung arbeiten, auch in engem Austausch mit der Kölner Polizei, und anschließend mit aller Konsequenz gegen die ermittelbaren Gewalttäter vorgehen.“

Die Untersuchung der Vorfälle wurde bereits unmittelbar nach Spielende aufgenommen. Neben den internen Abstimmungen besteht Kontakt zu allen relevanten Sicherheitsträgern, der UEFA und natürlich auch zur Fanszene. Besonders bedauerlich ist, dass die FC-Sicherheitsverantwortlichen bereits im Vorfeld des Spiels gemeinsam mit der UEFA gegenüber den beteiligten französischen Sicherheitsbehörden und den Vertretern von OGC Nizza im Rahmen der dem Spiel vorausgehenden Sicherheitsbesprechungen mehrfach auf potenzielle Risiken und Lücken im Sicherheitskonzept hingewiesen hatten. Diese nicht gehörten Warnungen bestätigten sich leider bereits im Tagesverlauf, als es im Stadtgebiet und in der Stadionperipherie zu Übergriffen von französischen Hooligans auf FC-Fans gekommen war.

Genauso bedauerlich ist, dass durch die Gewaltexzesse die gelungene sportliche Rückkehr des 1. FC Köln auf die europäische Bühne vollkommen in den Hintergrund geraten ist. Das wird der Leistung von Mannschaft, Trainer- und Betreuerstab des 1. FC Köln in keiner Weise gerecht. Jonas Hector hatte diesem Sachverhalt bereits in seiner Ansprache an die Kölner Fankurve vor dem Anpfiff Ausdruck verliehen: „Wir haben uns für die internationale Qualifikation letztes Jahr den Arsch aufgerissen, genau wie in den Playoff-Spielen – und wir bitten euch: behaltet die Nerven, bleibt ruhig, unterstützt uns so gut es geht. Das ist das, was der 1. FC Köln auch will, dass ihr zusammensteht und friedlich den Fußball feiert und nicht die Gewalt.“

Die nun angestoßene Aufarbeitung der Vorfälle wird dabei Zeit benötigen und den 1. FC Köln sowie die Sicherheitsbehörden über mehrere Wochen hinweg beschäftigen. Es müssen Gespräche geführt, Videomaterial gesichtet und Abläufe rekonstruiert werden. Zur Aufarbeitung der Vorfälle können alle Augenzeugen beitragen. Die Kölner Polizei hat dazu eine Ermittlungsgruppe beim Kriminalkommissariat 45 eingerichtet und damit einhergehend ein Hinweisportal freigeschaltet (https://nrw.hinweisportal.de/2022090908-/de/upload), auf dem Fotos oder Handy-Videos von den Vorfällen hochgeladen werden können. Ziel ist es, möglichst detaillierte Informationen zu finden, die Aufschluss über die Ereignisse geben. Der 1. FC Köln bittet um möglichst viele sachdienliche Hinweise, um die beteiligten Gewalttäter zu identifizieren.

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
91. FSV Mainz 0511
101. FC Köln10
11SV Werder Bremen9
Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
11. FC Köln4
2Partizan Belgrade2
3Nice2
4Slovácko1

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