Stiftung | 25.04.2019

Stiftungsbesuch in der JVA

FC-Frauen hinter Gittern

Die FC-Frauen haben die Justizvollzugsanstalt Köln-Ossendorf besucht, um ein Resozialisierungsprojekt der Stiftung 1. FC Köln zu unterstützen.

Große Mauern und schwere Eisentüren versperren den Weg in die Freiheit. Die Sicherheitsvorkehrungen der Justizvollzugsanstalt Köln-Ossendorf sind hoch. Männer und Frauen sitzen hier ihre Haftstrafen ab. Die Einzelzellen sind klein, auf wenigen Quadratmetern ist fast alles untergebracht. Ein Bett, ein Schreibtisch mit Stuhl, ein Kleiderschrank und ein WC, das nur durch einen Vorhang vom Bett getrennt ist. Eine Dusche gibt es nicht, nur ein kleines Waschbecken. Die meisten der Inhaftierten sind nicht unschuldig, aber hinter jeder Zellentür verbirgt sich ein Einzelschicksal und Hintergründe, warum jemand kriminell geworden ist. Zum Beispiel falsche Freunde oder eine Familie, die keine Liebe schenkte. Viele von ihnen bereuen ihre Taten und hoffen auf ein Leben in Freiheit und darauf, niemals hinter diese hohen Mauern zurückkehren zu müssen.

Anstoß für ein neues Leben heißt ein Projekt der Sepp-Herberger-Stiftung, das sich mit der Resozialisation der Gefangenen beschäftigt und das der 1. FC Köln durch die FC-Stiftung unterstützt. Einmal pro Saison besuchen die Spielerinnen des 1. FC Köln die inhaftierten Frauen der JVA. Die Frauen lernen durch den Sport Fairness, Sportsgeist, Zusammenhalt – und dass sie ihre Emotionen, ob positive oder negative, durch den Fußball kanalisieren können. 

„Den Knastalltag für einen Moment hinter sich lassen“

Die Sonne scheint, als die FC-Spielerinnen mit den inhaftierten Frauen auf dem Tartanplatz der JVA trainieren. Der Fußballplatz trennt den Männer- vom Frauenhaftbereich und ist – wie die gesamte JVA – mit hohen Mauern umzäunt. Eine Stunde dauert die Trainingseinheit, die inhaftierten Frauen probieren Tricks aus und erfahren etwas über die FC-Spielerinnen, die aktuell um den Aufstieg in die Bundesliga kämpfen. Vollzugsbeamtin Ileana Caspari leitet die regelmäßigen Trainingseinheiten in der JVA, die an normalen Tagen ohne FC-Beteiligung stattfinden. Sie sagt: „Unsere Mädels haben sich sehr auf den Besuch gefreut und wollten die FC-Spielerinnen anschließend am liebsten gar nicht mehr gehen lassen. Das Training war für sie ein Moment, in dem sie den Knastalltag hinter sich lassen konnten.“ Das zeigt sich auch bei den Trainingsspielen. Die inhaftierten Frauen sind sehr bemüht, eifrig bei den Übungen und wollen sich den Gästen von ihrer besten Seite präsentieren.

Neben der Trainingseinheit gibt es ein kleines Buffet für alle Trainingsbeteiligten, und damit eine Gelegenheit, sich kennenzulernen und auszutauschen. Die FC-Spielerinnen erhalten zudem eine kleine Führung, um den Haftalltag in der JVA näher kennenzulernen. „Solche Trainingseinheiten helfen, Träume und Perspektiven zu schaffen. Nach der letzten Einheit hat mir ein Mädchen gesagt, dass sie gerne in einem Verein spielen würde, wenn sie entlassen wird. Das sind Wünsche, die wir gerne fördern möchten“, sagt Ileana Caspari.

Start in ein neues Leben

Nicht nur der Sport hilft bei der Resozialisierung. Die Gefangenen absolvieren in der JVA Ausbildungen und erhalten damit die Chance auf einen Neustart. Florence ist eine der Inhaftierten, sie muss noch über ein Jahr ihrer Haftstrafe absitzen. Sie bedankt sich im Anschluss stellvertretend für ihre Mithäftlinge bei den FC-Spielerinnen: „Es war total schön, dass ihr hier gewesen seid. Wir wünschen uns, dass ihr bald wiederkommt und wir wieder zusammen trainieren können. Und wir drücken euch beide Daumen, dass ihr den Aufstieg in die 1. Bundesliga schafft.“

Die FC-Trainerinnen Stephanie Caspari und Nicole Bender leiten die Trainingseinheit in der JVA. Stephanie Caspari sagt: „Wir waren schon mehrmals hier und es hat wie immer sehr viel Spaß gemacht. Die Mädels waren sehr engagiert und haben sehr gut mitgezogen. Wir hoffen, dass wir einen Teil zur Resozialisierung beigetragen haben und wünschen den Mädels alles Gute.“ Danach verlassen die FC-Spielerinnen die JVA – durch viele schweren Eisentüren. Hinaus in die Freiheit.

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Frauen Stiftung 1. FC Köln
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PL. Verein Pkt.
1 1. FC Köln 63
2 SC Paderborn 07 57
3 1. FC Union Berlin 57

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