Frauen | 06.02.2020

Impuls durch neues Trainerteam

FC-Frauen starten in Duisburg

Sascha Glass und Mirella Junker sind das neue Trainerteam der FC-Frauen. Sie haben einen ligaunabhängigen Vertrag unterschrieben und ein langfristiges Ziel: erstklassig bleiben. Am Sonntag starten die FC-Frauen in Duisburg in die Rückrunde.

Für das große Ziel kamen sie früher. Fast alle Spielerinnen waren da, als Trainer Sascha Glass und Co-Trainerin Mirella Junker am 9. Januar zum Trainingsauftakt baten. Vier Tage früher als ursprünglich geplant. „Als klar war, dass wir die Mannschaft schon zum Jahresauftakt übernehmen, haben wir den ursprünglich angesetzten Trainingsstart vorgezogen“, sagt Glass. „Als neues Trainerteam benötigt man Zeit, um mit den Spielerinnen einige Abläufe und Neuerungen einzustudieren, aber die haben wir bis zum Rückrundenauftakt kaum. Wir wollten aber nicht, dass jemand seinen Urlaubsflug umbuchen muss, sodass klar war, dass nicht alle dabei sein können.“

Obwohl die FC-Frauen ihren Sport neben regulären Berufen betreiben, kamen fast alle zum kurzfristig vorgezogenen Trainingsstart – ein Zeichen, dass das neue Trainerteam eine hochmotivierte Mannschaft übernommen hatte. Mittlerweile befinden sich die FC-Frauen in der Endphase der Wintervorbereitung. Am kommenden Sonntag, 14 Uhr, treten die FC-Frauen bei Konkurrent MSV Duisburg an.

Ursprünglich war geplant, dass Glass und Junker erst im Sommer 2020 bei den FC-Frauen starten. „Wir hatten den Verantwortlichen des SC Sand unabhängig von unserem Kontakt zum FC erklärt, dass wir aufhören werden. Es war einfach Zeit für eine Veränderung“, sagt Glass. Der FC nutzte daraufhin die Gelegenheit, den Wechsel schon in der Winterpause durchzuführen. Dabei lief es in Sand sportlich sehr ordentlich für die beiden: Tabellenplatz sieben, neun Punkte vor der Abstiegszone, obwohl der Club fast schon traditionell die besten Spielerinnen zu großen Teams ziehen lassen musste. „Wir haben Spielerinnen an Bayern, Frankfurt, Paris und West Ham verloren und trotzdem mit dem Abstiegskampf nichts zu tun gehabt“, sagt Glass.

Kein gewöhnlicher Wechsel

Das sieht jetzt in Köln anders aus. „Natürlich haben sich manche gewundert, warum wir aus dem gesicherten Mittelfeld zu einem Abstiegskandidaten gehen. Die Aufgabe und die Perspektive hier haben uns unheimlich gereizt. Die Gespräche mit den FC-Verantwortlichen waren sehr gut, Nicole Bender hat sich sehr um uns bemüht und wir haben den Eindruck erhalten, dass es allen Beteiligten wichtig ist, den Frauenfußball beim FC voranzubringen“, erklärt Glass. Junker ergänzt: „Wir haben richtig Bock, beim FC etwas zu bewegen.

Der erste Eindruck vom Club, den Spielerinnen und der Stadt ist großartig. Man merkt, wie viel Herzblut und Leidenschaft die Mädels in ihren Sport stecken. Das ist eine gute Voraussetzung, um erfolgreich zu sein.“ In der Liga schauten die Konkurrenten im vergangenen Monat mit viel Respekt auf den Trainerwechsel in Köln, denn Glass und Junker haben sich durch ihre Arbeit bei ihren vorherigen Stationen einen exzellenten Ruf erarbeitet. Glass führte die U17 des 1. FFC Frankfurt zur Staffelmeisterschaft und zum Pokalsieg und übernahm für fünf Spiele zusätzlich interimsmäßig die erste Mannschaft. Mit Erfolg, denn er brachte das Starensemble mit Spielerinnen wie Dzsenifer Marozsán und Torhüterin Nadine Angerer wieder in die Erfolgsspur.

Bei der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg arbeitete er mit Mirella Junker zusammen und wechselte nach drei Jahren mit ihr zum SC Sand. Dort übernahmen sie zusätzlich den Athletik- und Scoutingbereich. Der FC ist nun die dritte gemeinsame Station und die FC-Spielerinnen spürten bereits beim Trainingsstart, dass der FC ein sehr ehrgeiziges und akribisches Trainerduo verpflichtet hat. Athletik und Passformen standen in der ersten sehr intensiven Einheit auf dem Programm, sodass die Spielerinnen ganz schön aus der Puste kamen. „Wir wollten im ersten Training gleich verdeutlichen, dass wir mit dem Klassenerhalt eine große Aufgabe vor uns haben. Und dafür müssen wir viel und hart arbeiten“, sagt Glass.

Breuer übergibt das Team

Dass der Neuanfang des Trainerteams so reibungslos funktionierte, lag auch an Willi Breuer, der die FC-Frauen als Trainer zuvor durch die Saison und auf einen Nichtabstiegsplatz geführt hatte – und im Winter geräuschlos übergab. „Ich bin jetzt 65 Jahre alt und denke, dass dies ein guter Zeitpunkt ist, den Weg für jüngere Kollegen frei zu machen. Wir können so noch einmal einen neuen Impuls für den Klassenerhalt setzen“, sagt Breuer, der dem Club erhalten bleibt und von nun an verstärkt im Juniorinnenbereich und mit den geistig beeinträchtigten Fußballern der Gold-Kraemer-Stiftung arbeiten wird. „Wo und wann immer ich gebraucht werde, werde ich meinen Teil gerne beitragen, um dem neuen Trainerteam zu helfen.“ Lange Vorbereitungszeit bis zum Spiel gegen Duisburg hatten die FC-Frauen nicht. „Wir haben versucht möglichst viele Inhalte weiterzugeben, da haben die Einheiten auch schon mal deutlich länger gedauert. Aber von den Spielerinnen haben wir sehr positive Rückmeldungen bekommen.“

Nach dem Rückrundenstart in Duisburg geht es nach Potsdam und anschließend empfängt der FC den USV Jena. „Das sind Spiele, bei denen wir punkten müssen“, macht Glass deutlich. „Grundsätzlich bin ich ein Trainer, der gerne offensiv ausgerichteten und schnellen Angriffsfußball spielen lässt. Wir werden uns aber zunächst einmal an den Gegnern und an unserer Tabellensituation orientieren müssen. Wir möchten hier unbedingt die Klasse halten. Diesem Ziel ordnen wir alles unter.“

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
13Hertha BSC26
141. FC Köln23
151. FSV Mainz 0522

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