Club | 11.10.2020

KLuST-Sonderpreis

FC für Einsatz gegen Homophobie ausgezeichnet

Der 1. FC Köln und die Kölner Haie sind vom Kölner Lesben- und Schwulentag (KLuST) mit einem Sonderpreis ausgezeichnet worden. Beide Clubs hätten sich mit ihrem „Einsatz für den Abbau von Homofeindlichkeit und der Förderung von Diversity im Breitensport besonders verdient gemacht“.

Stellvertretend für den 1. FC Köln hat Geschäftsführer Alexander Wehrle am Samstagabend in der LanxessArena den Sonderpreis 2020 des Kölner Lesben- und Schwulentags entgegengenommen. Der FC erhielt die Auszeichnung gemeinsam mit den Kölner Haien. Die beiden Clubs hatten im vergangenen Jahr unter dem Motto „Lebe wie du bist“ bei einem gemeinsamen Diversity-Spieltag für Vielfalt und Gleichberechtigung geworben. 

Im Interview spricht Alexander Wehrle über das Engagement des FC.

Alexander Wehrle, warum ist es dem 1. FC Köln und Ihnen so wichtig, für Vielfalt und Toleranz einzutreten?
Wehrle: Weil wir zu einer Stadt gehören, die diese Werte lebt, weil unsere Fans und Mitglieder diese Werte leben – und weil wir als 1. FC Köln das auch tun. In unserer Charta heißt es: Herzlich willkommen in der schönsten Stadt Deutschlands, egal, woher du kommst, was du glaubst, was du hast oder bist, wie du lebst und wen du liebst. Das steht da nicht nur – wir handeln auch danach.

Wie zum Beispiel?
2013 haben wir die Berliner Erklärung unterschrieben und uns damit verpflichtet, homophoben Tendenzen im Sport entschieden entgegenzutreten. Ein Jahr später haben wir gegen Bielefeld den ersten Aktionsspieltag zum dem Thema ausgerichtet. Seit 2014 sind wir jedes Jahr mit einem eigenen Wagen beim Christopher-Street-Day dabei. Am heutigen Sonntag nehmen wir schweren Herzens ausnahmsweise nicht am CSD teil, weil das angesichts der aktuellen pandemischen Entwicklung das falsche Signal wäre. Aber im nächsten Jahr möchten wir auf jeden Fall wieder mitfahren. Wir spielen seit Jahren beim Come-Together-Cup mit. Wir haben einen schwul-lesbischen Fanclub. Beim Diversity-Spieltag gegen Hertha haben die Pylonen des RheinEnergieSTADIONs in Regenbogenfarben geleuchtet. Wir versuchen immer wieder, ganz klare Zeichen zu setzen. 

Zeichen setzen ist das eine – aber wie sieht es im Alltag aus?
Im Alltag vermitteln wir zum Beispiel unseren Nachwuchsteams und unserem Jugend- und Kidsclub in regelmäßigen Workshops: Jeder Mensch sollte sich akzeptiert und respektiert fühlen können, im Sport und im Leben an sich – ganz egal, ob er hetero- oder homosexuell ist.

Sind Homophobie und Intoleranz im Fußball nach wie vor ein Problem?
Ich glaube, dass viele Vorurteile erfolgreich bekämpft und überwunden wurden. Das sieht man auch an der Akzeptanz, die der Frauenfußball inzwischen hat. Trotzdem gibt es in der gesamten Gesellschaft und damit auch im Fußball noch immer Ewiggestrige, für die Herkunft, Hautfarbe, Religion und sexuelle Orientierung nicht egal sind. Es ist zum Beispiel leider immer noch so, dass Fans anderer Mannschaften ihre Abneigung gegen FC mit den schwulenfeindlichen Gesängen und Bannern zum Ausdruck bringen. Unsere Fans, von denen die Mehrheit heterosexuell ist, haben diese Schmähungen ja längst selbstbewusst gewendet und singen dann „Mir sin kölsche Junge, ham Spitzebützcher an…“ Bei allen Fortschritten bleibt es wichtig, sich ausdrücklich für Vielfalt einzusetzen. Deshalb verstehen wir den Sonderpreis als Ansporn, das auch weiterhin zu tun.
 

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
16DSC Arminia Bielefeld4
171. FC Köln3
18FC Schalke 043