Profis | 18.01.2022

Drama im Elfmeterschießen

FC scheidet aus dem DFB-Pokal aus

Der 1. FC Köln ist aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Nach torlosen 90 Minuten ging das Achtelfinale gegen den Hamburger SV in die Verlängerung. Nach dem Führungstreffer für den HSV durch Robert Glatzel und dem Last-Minute-Ausgleich durch Anthony Modeste wurde die Partie im Elfmeterschießen entschieden. Florian Kainz, der letzte Schütze des FC, rutschte weg und berührte den Ball bei seinem Schuss zweimal, sodass die Gäste ins Viertelfinale einzogen.

FC-Cheftrainer Steffen Baumgart veränderte seine Startformation im Vergleich zur 0:4-Niederlage gegen den FC Bayern München auf sechs Positionen. Kingsley Ehizibue, Jannes Horn, Kingsley Schindler, Dejan Ljubicic, Jan Thielmann und Sebastian Andersson rückten in die Startelf. Dafür nahmen Benno Schmitz, Salih Özcan, Florian Kainz, Louis Schaub, Ondrej Duda und Anthony Modeste zunächst auf der Bank Platz.

Riesenchancen durch Andersson und Uth

Nach verhaltendem Start hatte der FC die Chance auf die frühe Führung. Nach einer Ecke von Mark Uth kam Angreifer Sebastian Andersson zum Kopfball, den HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes gerade noch von der Linie kratzte (7.). Auch in der Folge war der FC die spielbestimmende Mannschaft. Uth probierte es aus der Distanz, verzog jedoch deutlich (14.). Kurze Zeit später war es Andersson, der eine Hereingabe von Ehizibue verpasste (19.).

Dann die Riesenchance zum 1:0: Nach einem ungenauen Zuspiel von HSV-Schlussmann Heuer Fernandes eroberte Ljubicic das Spielgerät, über Andersson kam das Leder zu Uth. Der Angreifer ließ sich beim Abschluss etwas zu viel Zeit, ließ zwar Heuer Fernandes aussteigen, sein Schuss wurde aber von Sebastian Schonlau zur Ecke abgefälscht (21.). Bei der nächsten Ecke des FC stand der Torwart der Gäste erneut im Mittelpunkt. Uth schlenzte den Ball direkt auf das Hamburger Gehäuse und zwang Heuer Fernandes zum Eingreifen (30.).

Glück für den FC

Nach rund 30 Minuten kamen die Gäste zu ihren besten Torchancen. Erst klärte Timo Hübers in höchster Not vor dem einschussbereiten Robert Glatzel (34.). Kurze Zeit später stand wieder der Sturmtank der Rothosen im Fokus. Nach einem Zuspiel in die Spitze lupfte der HSV-Stürmer seinen Abschluss auf das Kölner Tor (36.). Kurz vor der Pause stieg Hübers nach einer Ecke zum Kopfball hoch, bekam aber keinen Druck hinter das Leder. Direkt im Anschluss hatte der FC Glück, dass die Gäste nicht in Führung gingen: Heyer setzte sich auf der rechten Seite durch, zog in die Mitte und traf mit seinem Schlenzer nur den Pfosten. Den Abpraller setzte Kittel neben das Tor (45.+1.).

Großchance nach Wiederanpfiff

Beide Trainer ließen ihre Mannschaft zur zweiten Halbzeit unverändert. Kurz nach Wiederbeginn schickte Ehizibue Schindler auf die Reise. Die Hereingabe des Außenbahnspielers segelte zunächst an Freund und Feind vorbei, ehe sich Jan Thielmann die Kugel schnappte – seinen Schuss entschärfte Heuer Fernandes (47.). Kurz darauf hatte Andersson die nächste Möglichkeit für den FC. Nach einer starken Flanke von Jannes Horn war der Kopfball des Angreifers zu ungenau und stellte den HSV-Schlussmann vor keine Probleme (49.).

Auch die nächste Chance gehörte dem FC. Nachdem Ljubicic mit dem Spielgerät bis zum Hamburger Sechzehner marschiert war, fand der Mittelfeldspieler Thielmann. Der Schuss ging jedoch ab Kasten der Hanseaten vorbei (54.). Mitte zweiten Hälfte verflachte die Partie zusehends. Baumgart brachte Anthony Modeste, Salih Özcan und Benno Schmitz für den glücklosen Andersson, Jannes Horn und Ehizibue.

Modeste scheitert an Heuer Fernandes, Heyer am Außenpfosten

Nach einem Foulspiel von Hector, der bereits gelbverwarnt war und Glück hatte, nicht vorzeitig duschen zu müssen, kamen die Gäste zu ihrer nächsten Chance. Den fälligen Freistoß zog Sonny Kittel gefährlich über die Mauer aufs kurze Eck – Marvin Schwäbe konnte den Einschlag gerade noch verhindern und rettete für den FC (73.). Auf der anderen Seite hatte Modeste eine dicke Chance. Nach einer Hereingabe von Uth stieg der Angreifer am höchsten, köpfte allerdings genau auf Heuer Fernandes (77.). Sechs Minuten später war es wieder Heyer, der nach einer Kittel-Flanke nur das Aluminium traf (83.). Das intensive Spiel ging in die Verlängerung.

HSV geht in Führung

Keine zwei Minuten waren in der Verlängerung gespielt, da zappelte der Ball in den Maschen, allerdings im Kölner Tor. Sony Kittel setzte sich auf der linken Seite gegen Schmitz durch und fand Glatzel mit seiner Flanke, der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte (92.).

Der FC steckte nach dem Rückstand nicht auf. Özcan bediente Thielmann, der mit seinem Schuss Heuer Fernandes prüfte (94.). Nach einem Foul an Duda bekam der FC eine Freistoßmöglichkeit in aussichtsreicher Position zugesprochen. Uth nahm sich der Sache an, setzte seinen Versuch jedoch in die Mauer (100.). Auf der Gegenseite vergab Jatta die Chance zum 0:2, als Hübers den Hamburger noch entscheidend beim Abschluss störte (102).

In der zweiten Halbzeit der Verlängerung lief die Baumgart-Elf unermüdlich an. Ljubicic probierte es aus der Distanz. Sein Schuss war am Ende zu zentral, um Heuer Fernandes vor Probleme zu stellen (110.). Wieder war es Ljubicic, der den Ball mit einem Kraftakt über die rechte Seite bis hin zur Grundlinie trieb und in die Mitte flankte. Dort wurde der Schussversuch von Hector gerade noch geblockt (115.). Sprichwörtlich in letzter Sekunde bekam der FC einen Elfmeter zugesprochen, nachdem Modeste im Strafraum von Schonlau zu Fall gebracht wurde. Der Stürmer behielt die Nerven und glich zum 1:1 aus. Es ging ins Elfmeterschießen.

Der HSV begann und traf in Person von Kinsombi. Özcan war als erster Schütze für den FC dran, scheiterte jedoch an Heuer Fernandes. Auch Kittel verschoss für die Gäste und fand in Marvin Schwäbe seinen Meister, Modeste verwandelte sicher. Vuskovic, Ljubicic, Gyamerah, Duda und Schonlau trafen. Beim entscheidenden Elfmeter von Florian Kainz, der zwar im Tor landete, rutschte der Österreicher unglücklich weg und berührte den Ball zweimal, sodass der Treffer nicht zählte und der HSV den Platz als Sieger verließ.

Die Statistik zum Spiel

1. FC Köln: Schwäbe – Ehizibue (66. Schmitz), Kilian, Hübers, Horn (60. Özcan) – Hector (K) – Schindler (76. Duda), Ljubicic, Thielmann (100. Kainz) – Uth, Andersson (60. Modeste)

Hamburger SV: Heuer Fernandes – Heyer, Vuskovic, Schonlau (K), Muheim (111. Gyamerah) – Meffert, Reis, Kittel – Wintzheimer (78. Jatta), Glatzel (116. Kaufmann), Alidou (103. Kinsombi)

Tore: 0:1 Glatzel (92.), 1:1 Modeste (120.)
Elfmeterschießen: 
                0:1 Kinsombi
                0:1 Özcan verschießt
                0:1 Kittel scheitert an Schwäbe
                1:1 Modeste
                1:2 Vuskovic
                2:2 Ljubicic
                2:3 Gyamerah
                3:3 Duda
                3:4 Schonlau
                3:4 Kainz-Teffer annuliert

Gelbe Karten: Hector, Schindler, Hübers – Reis, Walter, Schonlau

Schiedsrichter: Daniel Schlager (Hügelsheim)

Zuschauer: 750 (ausverkauft)

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
6Sport-Club Freiburg55
71. FC Köln52
81. FSV Mainz 0546

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