Club | 09.02.2021

Im Geiste der FC-Charta

FC setzt Zeichen gegen Antisemitismus

Der 1. FC Köln bekennt sich zum Engagement gegen Antisemitismus und übernimmt die Arbeitsdefinition Antisemitismus der Internationalen Allianz zum Holocaustgedenken (IHRA).

Der 1. FC Köln steht für Vielfalt auf und neben dem Platz. Club, Mitglieder und Fans bekennen sich in der FC-Charta ausdrücklich zu Akzeptanz, Toleranz und Respekt – unabhängig zum Beispiel von Herkunft, Glauben, Weltanschauung oder sexueller Identität. „Das Leitbild der Charta beinhaltet für uns ganz klar auch, dass wir uns gegen jede Form von Antisemitismus einsetzen “, sagt FC-Vizepräsident Carsten Wettich. Um diesen Anspruch zu untermauern, hat sich der 1. FC Köln am Dienstag der IHRA-Arbeitsdefinition zur Bekämpfung von Antisemitismus angeschlossen. 

Dies gab Carsten Wettich im Namen des FC in einer digitalen Veranstaltung auf Initiative der Antisemitismusbeauftragten des Landes NRW, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, bekannt – gemeinsam mit den Traditionsclubs Borussia Mönchengladbach, Fortuna Düsseldorf und VfL Bochum. 

Die Arbeitsdefinition Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) lautet: „Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass gegenüber Jüdinnen und Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.“

Carsten Wettich sagt: „Dass wir uns dieser Definition anschließen, ist für uns selbstverständlich – verbunden mit dem Ziel, dieses Bekenntnis mit Leben zu füllen. Dazu gab es in der Vergangenheit beim FC schon eine Reihe von Projekten und es sollen künftig noch mehr werden. Antisemitismus ist nicht nur ein schrecklicher Teil der deutschen Geschichte, sondern leider auch in der Gegenwart nach wie vor ein Thema. Das sieht man derzeit zum Beispiel bei Demonstrationen von Corona-Leugnern, die sich antisemitischer Verschwörungstheorien bedienen. Wir verstehen es als unsere Verantwortung, ganz deutlich zu machen: Beim 1. FC Köln mit seinen mehr als 111.000 Mitgliedern – dem größten Club in der Stadt mit der ältesten jüdischen Gemeinde nördlich der Alpen – hat Antisemitismus keinen Platz.“

Dafür stehen der FC und seine Anhänger, nicht nur beim Erinnerungsspieltag des deutschen Fußballs und bei den eigenen Vielfaltsspieltagen, sondern leben es gemeinsam mit dem Kölner Fanprojekt und Fans1991 mit vielen Aktionen und Unternehmungen vor: Zum Beispiel mit Lehrgängen mit Schülerinnen und Schülern zum Thema Antisemitismus in deutschen Fanszenen, Sensibilisierung der Nachwuchsmannschaften, Workshops wie der FC-Stadionakademie und Stolpersteinaktionen, Stadtführungen durchs „jüdische Köln“ oder Fanreisen nach Israel und zum Anne-Frank-Haus in Amsterdam. Für die Zukunft sind unter anderem regelmäßige Gedenkstättenfahrten und eine engere Kooperation mit lokalen Vereinen geplant, die die Erinnerungskultur fördern.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Antisemitismusbeauftragte von NRW, sagt: „Ich begrüße dieses Engagement der vier Fußballclubs sehr, denn ihr Bekenntnis gegen Antisemitismus und für die Menschenwürde wirkt tief in alle gesellschaftlichen Bereiche. Dies zeigt, dass Antisemitismus uns alle angeht und nirgendwo einen Platz in Deutschland hat – auch in keinem Fußballstadion und in keinem Fußballverein."

Mehr zum Thema: Die Mitglieder der Vorgängervereine des 1. FC Köln, Sülz 07 und der Kölner Ballspiel-Club, litten unter den drastischen Maßnahmen des Nationalsozialismus. Einige wenige Schicksale und Geschehnisse sind gesichert.

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13FC Augsburg23
141. FC Köln21
15Hertha BSC18

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