Profis | 12.04.2019

Interview im GeißbockEcho

Florian Kainz: Neuer Anlauf

Florian Kainz scheut weder Risiko noch spontane Entscheidungen – ­sowohl auf dem Platz als auch in der Karriereplanung. In Österreich wechselte der agile Mittelfeldspieler zum Erzfeind des Heimatclubs. In Deutschland geht er für den neuen Anlauf einen Schritt zurück.

Florian, dein Wechsel von Werder Bremen zum 1. FC Köln ging in der Winterpause relativ schnell über die Bühne. Was hat den Ausschlag gegeben, Bremen zu verlassen und einen Schritt zurück in die 2. Bundesliga zu gehen?
Es hatte sich intern für mich schon vorher die Option eines Wechsels im Winter abgezeichnet. In den letzten sieben Hinrunden-Spielen war ich viermal nicht im Kader und bin nur einmal in der Schlussphase eingewechselt worden. Da macht man sich Gedanken, wie es weitergeht. Es war klar, dass die Situation für mich unbefriedigend war und ich mir gerne Angebote anhören würde. Wir haben in Bremen offene Gespräche geführt. So wurde schnell klar, dass ich einen Wechsel anstreben muss. Es hat mehrere Angebote gegeben, aber die Gespräche mit Markus Anfang und den FC-Verantwortlichen liefen super. Es war von vorn­herein klar, dass eine Leihe keine Option ist, da auch mit mehr Spielpraxis eine Rückkehr nach Bremen ­keinen Sinn machen würde. Auch deshalb hat das ­Angebot, fix zum FC zu wechseln, zu hundert Prozent gepasst. Der Wechsel ist gut für meine Zukunft.

Worauf kommt es für dich bei solchen Entscheidungen an? Wie lange und intensiv denkst du darüber nach?
Bei solchen wichtigen Überlegungen komme ich meist sehr schnell zu einem Ergebnis. Natürlich ­spreche ich auch mit meiner Frau und meiner Familie. Aber es hat sehr viel für den FC gesprochen. Winterwechsel sind immer anders als Sommerwechsel, weil es schnell ­gehen muss. Ich hatte nur zwei Wochen Zeit bis zum Start der Rückrunde. Die ersten Wochen habe ich im Hotel gewohnt, da meine Frau in Bremen noch gearbeitet hat und ich nur das Nötigste mitgenommen habe. Ich konnte meiner Frau ja schlecht die Möbel wegnehmen (lacht). Aber wir haben mittlerweile eine schöne Wohnung gefunden.

Wie schaust du insgesamt auf deine zweieinhalb Jahre an der Weser zurück?
Ich hatte eine gute Zeit in Bremen, auch wenn es sportlich für mich nicht ganz optimal lief. Ich habe dort viele Freunde kennengelernt. In der Saison 2017/18 habe ich zwar auf dem Papier 30 Einsätze gehabt, aber nur etwa die Hälfte war von Beginn an. Da die Zahl der Einsätze in der Hinrunde der laufenden Saison nicht mehr wurde, musste etwas passieren.

In Köln hast du bislang nur ein Spiel aufgrund einer Gelb-Rot-Sperre verpasst und sonst immer in der Startelf gestanden.
Ich arbeite jeden Tag hart daran, mein Potenzial zu zeigen und bin bislang unter dem Strich zufrieden. Insbesondere, da ich ja keine besonders lange Vor­bereitungszeit hatte und nur ein Testspiel über 60 Minuten absolviert habe. Dass ich bislang immer von Beginn an spielen durfte, weiß ich sehr zu schätze und will dem Trainer mit Leistung dieses Vertrauen zurückzahlen. Ich bin froh, dass ich jetzt in Köln bin und auf dem Platz zeigen kann, was ich draufhabe.

Deine Vorbereitung auf deinen neuen Arbeitgeber, so hört man, hat sich nicht nur auf Sportliches begrenzt.
Stimmt. Ich will mir immer ein möglichst umfang­reiches Bild vom Verein und der Stadt machen. Da kommt man in Köln um den Karneval nicht herum. Deshalb habe ich mir einige kölsche Lieder angehört. Mich hat überrascht, wie unglaublich viele es davon gibt (lacht).

Das komplette Interview mit Florian Kainz gibt es hier oder in der GeißbockEcho-App für Apple und Android.

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