Profis | 11.03.2019

Analyse

Fünf Gründe für den FC-Sieg gegen Bielefeld

Beim 5:1 gegen Bielefeld hat der 1. FC Köln nicht nur den vierten Sieg in Folge gefeiert, sondern auch eine seiner besten Saisonleistungen abgeliefert. Die Statistik-Analyse des Spiels.

Präzises Passspiel:

Ein wesentlicher Schlüssel zum überzeugenden Auftritt des FC gegen Bielefeld war die Sicherheit im Passspiel. 91,1 Prozent der FC-Pässe kamen am Samstag an – ligaweit der zweitbeste Wert der Saison (der HSV schaffte einmal sogar 91,8 Prozent). Zum Vergleich: Die durchschnittliche Passquote der 2. Bundesliga liegt bei 73,3 Prozent. Die defensive Dreierreihe aus Jonas Hector, Jorge Meré und Lasse Sobiech war am Samstag besonders dominant. Die drei hatten die meisten Ballkontakte aller Spieler (zusammen 335, das waren 45 Prozent aller FC-Ballkontakte) und die beste Passquote (zusammen 96,7 Prozent). Auffälliges Stilmittel: Auf den Spielaufbau mit vielen kurzen Pässe in der Defensive folgten beim FC immer wieder lange Bälle aus dem Mittelfeld in die Spitze.

Starke Doppelsechs:

Die angesprochenen langen Bälle aus dem Mittelfeld in die Spitze stammten meist von Marco Höger und Johannes Geis – zum Beispiel beim 1:0 (Höger auf Drexler), vor dem 4:0 (Geis auf Clemens) oder bei der Großchance durch Drexler in der 62. Minute (Vorlage von Höger). Höger und Geis bildeten gegen Bielefeld erstmals die Doppelsechs. Ein gelungener Schachzug des Trainerteams um Markus Anfang. Höger und Geis teilten sich den Spielaufbau: Immer im Wechsel kam einer von beiden den eigenen Abwehrspielern entgegen, während der andere nach vorne aufrückte, Gegenspieler auf sich zog und so Platz schuf. Die Folge: Bielefeld bekam im Zentrum keinen Zugriff. Höger bereite ein Tor vor, Geis zwei. Geis war außerdem laufstärkster FC-Spieler (11,7 Kilometer), Höger führte die drittmeisten Zweikämpfe (18). Immer wieder gelang es ihnen auch, die beiden schnellen Außenbahnspieler Christian Clemens und Florian Kainz in Szene zu setzen, die so oft wie keine anderen Spieler in Sprintduelle gingen (33 und 34 Mal) und dort ihre Tempovorteile ausspielten.

Überragender Terodde:

Mit seinen drei Treffern gegen Bielefeld erhöhte Simon Terodde seine Torausbeute in dieser Saison auf 26 Stück – das sind mehr Tore als Fürth, Duisburg, Ingolstadt und Sandhausen jeweils als Mannschaft erzielt haben. In insgesamt 48 Pflichtspielen für den FC kommt Terodde damit auf 36 Treffer. Teroddes aktuelle Torquote von 0,75 ist Stand jetzt die beste in der FC-Geschichte – vor Clublegenden wie Christian Müller (Torquote: 0,72), Dieter Müller (0,71) oder Hans Schäfer (0,6), die allerdings wesentlich mehr Spiele für den FC absolviert und diese Quote in mehreren Wettbewerben über einen längeren Zeitraum bestätigt haben. Übrigens: Anthony Modeste liegt mit einer Quote von 0,63 (78 Spiele/49 Tore) derzeit auf einem ebenfalls starken achten Platz dieser FC-internen Bestenliste.

Gefährliche Standards:

Zwei von drei Terodde-Toren am Samstag fielen nach Eckstößen von Johannes Geis. Überhaupt waren die FC-Standards gegen Bielefeld einmal mehr brandgefährlich: 57 Prozent der Standard-Flanken kamen an (Ligadurchschnitt: 29 Prozent). 17 Standardtore hat der 1. FC Köln jetzt in dieser Saison erzielt. Keine andere Mannschaft in der Liga ist bei ruhenden Bällen gefährlicher.

Remis im Luftraum:

Der FC neutralisierte am Samstag Bielefelds größte Stärke: das Kopfballspiel. Keine Mannschaft in der Liga gewinnt so viele Luftduelle wie die Arminia – 32 pro Spiel. Gegen den FC setzte sich Bielefeld aber nur 18 Mal im Luftraum durch – und auch der FC kam auf 18 gewonnene Kopfballduelle. Mit hohen Bällen war für die Gäste also vergleichsweise wenig auszurichten. Auch das war ein Grund dafür, dass der 1. FC Köln sich so deutlich mit 5:1 durchsetzte.

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL. Verein Pkt.
15 SV Werder Bremen 0
17 1. FC Köln 0
18 1. FSV Mainz 05 0

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