Profis | 28.03.2019

Porträt im GeißbockEcho

Geis: Mehr als nur Standard

Seine Karriere verlief zunächst kontinuierlich bergauf. Vom Dorfclub bis zur Champions League. Doch dann folgten ein kurzfristiger ­Wechsel nach Spanien, ein halbes Jahr ohne ­Spielpraxis sowie die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Richtungswechsel, die im Fußball kein Standard sind – für ­Johannes Geis allerdings einen enormen ­Erfahrungsgewinn bedeuten.

„Ich habe mich von meinem Weg nicht abbringen ­lassen.“ Johannes Geis erinnert sich noch gut an die Zeit, als er den Schritt von seinem Jugendclub zur SpVgg Greuther Fürth wagte. „Auf dem Land wird viel geredet. ‚Der schafft das doch eh nicht‘, haben viele gesagt.“ Doch kurz vor seinem 15. Geburtstag zieht Johannes Geis aus dem Elternhaus im beschaulichen Oberstreu in Unterfranken ins rund 150 Kilometer entfernte Fürth. „Der familiäre Zusammenhalt war mir immer wichtig. Mein Umfeld hat mich immer zu hundert Prozent unterstützt. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Die Eltern haben ihn seit frühester Jugend zu den Trainingseinheiten und Spielen gefahren. „Ohne sie wäre ich niemals so weit gekommen.“ Zwar gibt es auch in der Jugend schon mal Höhen und Tiefen, aber ans Aufhören denkt Geis nie. „Meistens habe ich schon in Trainings-Klamotten auf der Treppe gesessen, weil ich früh beim Training sein wollte.“ Früh dran ist der Mittelfeldspieler auch in seiner sportlichen Entwicklung – spielt zumeist immer einen Jahrgang höher. Auch in die Regionalauswahlen wird Geis ­regelmäßig berufen, eine Laufbahn im Fußball scheint realistisch. Aber Garantien gibt es nicht. „Klar, gehört auch Glück dazu. Ich habe viele Mitspieler mit großem Talent erlebt, die den Schritt aus unterschiedlichen Gründen nicht geschafft haben.“ Geis zieht zunächst ins Internat von Greuther Fürth und avanciert zum Junioren-Nationalspieler. Beim DFB trifft er schon ­damals auf Timo Horn, da sie im gleichen Jahrgang spielen. „Aus der Mannschaft hier beim FC kenne ich Timo definitiv am längsten. Beim FC Schalke 04 habe ich Christian Clemens und Marco Höger kennen­gelernt. Vorher in Fürth war schon Lasse Sobiech mein Mitspieler.“

Tor-Debüt im Derby

In Fürth kommt „Geisi“ noch als U19-Spieler zu seinem ersten Einsatz in der 2. Bundesliga. „Mike Büskens war damals Trainer der Profis. Da wurde mehr auf die Jugend gesetzt. Davon habe ich in dem Moment profitiert. Genauso wie beispielsweise Felix Klaus, mit dem ich damals in einer WG gewohnt habe. Obwohl wir noch sehr jung waren, hat man uns einiges zu­getraut – das gibt einem die Kraft, immer weiterzu­machen.“ Im Aufstiegsjahr 2011/12 kommt Geis auf drei Einsätze, in der Bundesliga auf acht. Erstliga-­Erfahrung sammelt Johannes Geis allerdings erst, nachdem Mike Büskens als Cheftrainer gehen musste. Unter seinem früheren Förderer hatte er nur einmal im Bundesligakader gestanden. Erst Interims-Coach Ludwig Preis und später Frank Kramer setzen wieder auf den damals 20-Jährigen. Der Höhepunkt in diesen acht Partien ist der Auswärtssieg im Frankenderby gegen Nürnberg. Mit seinem ersten Bundesligator ­erzielt Geis den 1:0-Siegtreffer. „Das werde ich nie ­vergessen. Leider sind wir am Saisonende direkt ­wieder abgestiegen.“

Für Johannes Geis jedoch führt der Weg nicht zurück in die 2. Bundesliga. Der 1. FSV Mainz 05 mit Trainer Thomas Tuchel nimmt den damals 20-Jährigen im Sommer 2013 unter Vertrag. Geis wird auf Anhieb Stammspieler. In zwei Jahren verpasst der defensive Mittelfeldspieler nur ein Ligaspiel – kein Standard in der Bundesliga. Da ist es fast logische Konsequenz, dass größere Clubs ihr Interesse anmelden.

Das komplette Porträt über Johannes Geis gibt es hier oder in der GeißbockEcho-App für Apple und Android.

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