Profis | 30.12.2020

Pressekonferenz vor Augsburg

Gisdol: „Müssen eine gute Formation finden“

Am Samstag startet der 1. FC Köln mit einem Heimspiel gegen den FC Augsburg ins Jahr 2021. Vor der Partie sprach Cheftrainer Markus Gisdol über die zurückliegenden freien Tage, die Personalsituation und sein persönliches Jahresfazit. Horst Heldt sprach über die Zusammenarbeit mit Lukas Berg, Aktivitäten auf dem Transfermarkt und die Corona-Schutzimpfungen.

Markus Gisdol sagte über…

… die freien Tage: Es war keine Pause. Es war eine Unterbrechung, die jeder nutzen konnte, um zwei, drei Tage im Kreise seiner Familie zu verbringen, wenn es möglich war. Dass du versuchst, in den drei Tagen nicht an Fußball zu denken, ist selbstverständlich. Es geht aber wie im Fluge vorbei. Es fühlt sich an, als hätten wir durchtrainiert. Ein bisschen Luft haben wir dennoch geholt. Das Positive ist, dass wir keine Grundlagenarbeit betreiben müssen. Die Spieler hatten einen Trainingsplan mit. Wir konnten gestern mit einem vollen Training starten. Wir trainieren auch heute intensiv. Wir sind direkt wieder im Rhythmus.

… viele Spiele in kurzen Zeitabständen: Für diese Herausforderung waren die Tage vor dem Pokalspiel ein Gradmesser. Wir hatten vier Spiele in zehn Tagen. Es ist uns gut gelungen, den Kader so zu rotieren, dass wir immer die beste Qualität auf dem Platz hatten, aber auch einmal Spieler zu Hause lassen konnten, die Startelf ändern oder Spieler früher auswechseln konnten. Auch in den nächsten Wochen warten viele Spiele. Es hat uns gutgetan, dass wir bis zum letzten Spiel stabil durchgespielt haben. Das war für mich sehr wertvoll kurz vor den Weihnachtstagen.

… die Sieglos-Serie zu Hause: Ich mache mich da nicht verrückt. Statistiken sind da, damit man sie irgendwann neu schreiben kann. Das Thema Statistiken hat uns begleitet. Die Corona-Zeit hat ihren Teil dazu beigetragen, wir aber auch mit den Ergebnissen. Wir wurden jede Woche mit Statistiken konfrontiert. Aber ich mache mir keinen Kopf darüber. Wir haben jetzt im Pokal zu Hause gewonnen. 2020 haben wir nicht mehr die Chance, in der Liga ein Heimspiel zu gewinnen. Aber 2021. Wir haben vieles auf den richtigen Weg gebracht. Es macht gerade fast keinen Unterschied, wo man spielt. Viele Abläufe sind gleich. Wir werden auch zu Hause unsere Punkte einfahren. Ich hätte gerne mehr Heimspiele gewonnen. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir unsere Heimspiele in den nächsten Wochen erfolgreich gestalten können.

… die Personalsituation: Es ist sicher, dass Florian Kainz und Sebastian Andersson nicht zur Verfügung stehen. Bei allen anderen ist es möglich, dass sie spielen können. Auch Rafael Czichos ist wieder voll im Mannschaftstraining. Er hätte auch im letzten Pokalspiel schon Minuten bekommen können, darauf haben wir aber noch verzichtet. Er ist wieder eine absolute Option für das nächste Spiel. Iso Jakobs hat einen grippalen Infekt. Es ist kein Corona. Er war heute nicht im Training. Wir müssen es morgen sehen. Am Donnerstag entscheiden wir, ob es Sinn macht oder nicht.

… den kommenden Gegner, den FC Augsburg: Augsburg hat seinen Stil. Es ist eine unglaublich dynamische Mannschaft, die in jedem Spiel in der Lage ist, 118 bis 120 Kilometer abzureißen – mit viel Tempo, viel Spiel in die Spitze und aggressivem Anlaufen. Das gilt es zu bespielen. Wir müssen eine gute Formation finden, mit der wir den Gegner gut anlaufen können, mit der wir Druck draufbekommen und mit der wir unser Spiel nach vorne auch hinbekommen können.

… sein Vertrauen in junge Spieler: Es wird immer hochgekocht, wenn wir mit jungen Spielern spielen und dann gewinnen. Wir haben auch schon mit jungen Spielern gespielt und unentschieden gespielt oder verloren. Wir haben einen jungen Kader. Unsere Burschen drängen sich auf. Wir versuchen immer, den besten Mix zu finden. Ich schaue nicht aufs Alter. Das ergibt sich. Wir haben ein tolles Nachwuchsleistungszentrum. Und das zahlt sich Stück für Stück aus und soll sich auch in Zukunft auszahlen. Wir wollen diese Sache ohne Aktionismus angehen und immer die Spieler aufstellen, die am besten zusammenpassen.

… das Fazit zum Jahr 2020: Für mich war es das anstrengendste und anspruchsvollste Jahr, seit ich Trainer bin. Es hat sich so vieles mit einer rasanten Geschwindigkeit verändert. Ich bin froh, dass 2020 vorbei ist und wir uns hoffentlich nicht mehr auf so viele neue Gegebenheiten einstellen müssen. Alles, was um den Fußball herum passiert ist, hat uns Energie gekostet. Bei jedem Test, den du machst, überlegst du, dass hoffentlich wieder alles gut geht bei den Jungs. Es entstehen kritische Situationen. Ich hoffe für alle Menschen und auch für uns beim 1. FC Köln, dass vieles zur Ruhe kommt und sich normalisiert. Ich habe es auch in den Gesichtern von allen Mitarbeitern hier gesehen, dass das Jahr unglaublich viel Energie gebraucht hat. Das würde wahrscheinlich jeder in der Fußball-Bundesliga sagen. Es ist besonders und es bleibt besonders. Es wäre schön, wenn wir alle zusammenrücken.

… Jonas Hector: Jede Minute, die Jonas gespielt hat, hat ihm gutgetan. Das hat man deutlich gespürt. Er hat gestern und heute voll trainiert. Er kommt Schritt für Schritt in die körperliche Verfassung, die er sich und die wir uns wünschen. Wir müssen schauen, wann mehr Spielzeit Sinn macht. Aber ich muss auch sagen: Die Jungs, die vor Jonas‘ Einwechslung auf dem Platz standen, haben es auch gut gemacht. Ich bin froh über die veränderte und neue Leistungs- und Konkurrenzsituation. Das ist gut. Wir werden es brauchen. Besonders in der Abfolge der Spiele.

Horst Heldt sagte über…

… Lukas Berg, den neuen Leiter Administration Lizenzspielerabteilung: Frank Aehlig hat die Entscheidung getroffen, den FC zu verlassen. Ich habe schon mehrfach gesagt, dass ich es sehr bedauere. Frank ist ein verlässlicher Partner an meiner Seite gewesen, der mich intensiv und gut unterstützt hat. Wir mussten uns jetzt neu ausrichten und ich bin ein Freund davon, erst nach innen zu schauen. Ich habe Lukas hier beim FC kennengelernt in verschiedenen Projekten. Er hat die Digitalisierung Sport federführend untersucht und begleitet, eine Analyse gemacht und dann auch präsentiert, wie wir uns aufstellen sollten. Er hat am Hygienekonzept für uns gearbeitet und das federführend dem Gesundheitsamt vorgestellt. Ich habe ihn immer fokussiert und klar erlebt. Er ist sehr strukturiert und hat ein extremes Fachwissen. Seine Tätigkeit beim Bonner SC, wo er Trainer und Chefscout gewesen ist, hat erkennbar gemacht, dass er auch Ahnung vom Fußball hat. Er ist noch sehr jung, aber ich halte ihn für einen sehr entwicklungsfähigen Menschen und sehe ihn in der Lage, die Lücke, die Frank hinterlässt, perspektivisch zu füllen.

… die Zusammenarbeit mit Lukas Berg: Die Idee ist, dass wir uns ergänzen. Ich brauche jemanden an meiner Seite, der mich unterstützt und der mich besser macht und der Sachen erledigt, die notwendig sind, damit der Apparat Lizenzspielerabteilung funktioniert. Das ist sehr umfassend. Ich habe mich für Lukas entschieden und freue mich sehr. Er begleitet mich und Frank jetzt auch von Beginn an. Es wird gewinnbringend für den FC sein. Administation ist der Begriff, weil es viele Themen sind die administrativ erledigt werden müssen, wie etwa Verträge. Er hat eine Vielzahl von Themen zu verantworten. Wichtig ist, dass man sich in der Rolle wohlfühlt. Das merke ich bei Lukas. Er wird in die Situation hineinwachsen.

… Aktivitäten auf dem Transfermarkt: Wir halten an unserem Konstrukt fest. Das ist Stand 30. Dezember. Es ist aber in einer Transferperiode nie etwas in Stein gemeißelt. Sie endet erst Ende Januar. Wir haben den Glauben an unseren Kader und an die Qualität unsers Kaders. Wir bleiben bei der Devise, dass wir versuchen, eher noch einmal die Quantität zu reduzieren. Wir werden schauen, wie wir agieren im Januar und ob wir noch einmal aktiv werden. Wir wären dazu in der Lage und dementsprechend vorbereitet. Aber es ist auch klar, dass es keine großen Sprünge sein können. Wir lassen uns alle Optionen offen.

… die Corona-Schutzimpfung: Es ist beschlossen, wie geimpft wird. Wir haben zu wenig Impfstoffdosen. Wir werden uns hinten anstellen, wie jeder das in der Bevölkerung macht. Sobald wir an der Reihe sind, werde ich mich mit unseren Ärzten austauschen. Trotz alledem leben wir in Deutschland und hier hat jeder das Recht, es zu gestalten, wie er es für richtig hält. Ich werde niemanden zur Impfung zwingen, wenn er sich dagegen entscheidet. Ich halte es persönlich für vernünftig und sinnvoll. Ich werde mich impfen lassen, wenn ich die Chance dazu bekomme.

… 2020 und seine Wünsche für 2021: Auch im Fußball war es ein intensives Jahr. Eine Achterbahnfahrt mit permanenten Loopings und rasanten Bewegungen. Es war eine große Herausforderung, wie sie auch im Fußball nie dagewesen ist. Ich hoffe, es normalisiert sich 2021. Ich wünsche mir ausreichend Impfstoff für alle und damit verbunden auch wieder Zuschauer im Stadion. Ich wünsche mir, dass unsere Fans wieder ins Stadion kommen können. Dahin, wo sie hingehören.

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PK vor Augsburg
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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
15DSC Arminia Bielefeld13
161. FC Köln11
17FC Schalke 047