Profis | 29.05.2020

Pressekonferenz vor Leipzig

Gisdol: „Wir müssen realistisch bleiben“

Der 1. FC Köln empfängt am Montagabend RB Leipzig zum dritten Pflichtspiel binnen neun Tagen. In einer virtuellen Pressekonferenz sprachen FC-Cheftrainer Markus Gisdol und Geschäftsführer Horst Heldt am Freitag über das Spiel in Hoffenheim, den kommenden Gegner und die freiwillige Pause von Jonas Hector.

Markus Gisdol sprach über:

…Erkenntnisse aus dem Spiel gegen Hoffenheim: Wir haben die Gegentore zu leicht hergeschenkt, was hauptsächlich an fehlerhaften mannschaftstaktischen Verhaltensweisen lag, die nach der langen Pause noch nicht wieder stabil verinnerlicht sind. Das arbeiten wir auf, genauso wie wir gute Dinge mit der Mannschaft analysieren. Wir sind auf einen Gegner getroffen, der kleine Lücken bei uns gut ausgenutzt hat. Insgesamt hatten wir wenige Schwächephasen. Im Spiel gegen Hoffenheim war auch viel Gutes dabei. Klar ist aber, dass wir uns defensiv als gesamte Mannschaft in den nächsten Partien besser verhalten wollen, um eine wie in Hoffenheim über weite Strecken gute Leistung auch in Zählbares umzumünzen. 

…Jonas Hector: Jonas wird seiner Verantwortung gegenüber dem Team und den Verein zu jeder Zeit hundert Prozent gerecht – vor jedem Spiel, in jedem Spiel, während jeder einzelnen Trainingseinheit und in seinem Verhalten als Kapitän generell. Er macht das vorbildlich. Ich erwarte von einem Spieler, dass er mir mitteilt, wenn er muskuläre Probleme hat, sich vielleicht nicht gut fühlt oder irgendein anderes Problem hat, wegen dem er nicht über 90 Minuten Gas geben kann. Das gehört zu einem Mannschaftssport dazu. Und gerade als Kapitän ist es elementar wichtig, dieser Verantwortung gegenüber dem Team gerecht zu werden. Denn in so einem Fall ist es wahrscheinlich besser, jemand anderen aufzustellen. Wir haben eine Vielzahl an Spielern, die darauf drängen, von Beginn an spielen zu dürfen und frisch sind. Gegen Hoffenheim war es Elvis, der sofort parat stand und es gut gemacht hat. Es ist wichtig, das richtig einzuordnen.

…die Sperre von Sebastiaan Bornauw und die Frage, wer ihn ersetzen soll: Es ist nicht gut, dass er fehlt. Aber wir haben schon Spiele ohne ihn bestritten und es auch dann gut gemacht. Jorge Meré könnte ihn ersetzen, bei Rafa Czichos muss man noch schauen. Dann haben wir mit Robert Voloder noch einen jungen Spieler, der auf dieser Position spielen. Wir haben Optionen. Es ist noch nicht endgültig entschieden, mit wem wir auf dieser Position letztlich spielen und in welcher Anordnung.

…den eng getakteten Spielplan nach der Corona-Pause: Niemand wollte die Corona-Pause. Die DFL ist dadurch bei den Spielansetzungen in eine schwierige Situation geraten. Wenn man innerhalb von sieben Wochen zwei englische Wochen hat, ist das meiner Meinung nach in Ordnung und nichts, was man nicht leisten kann.

…RB Leipzig: Leipzig ist eine Mannschaft mit ganz viel Tempo. Sie waren auch nach der Corona-Pause in jedem Spiel dominant und hatten eine Vielzahl an Chancen. Wir sind gewarnt. Aber gegen Leipzig läuft sowieso niemand Gefahr, sie zu unterschätzen. Leipzig ist gespickt mit Top-Spielern und absolut ein Kandidat für die Champions-League-Plätze. Sie spielen sehr variabel, was ihre Anordnung im Spiel betrifft. Sie nehmen während des Spiels Umstellungen vor. Das wird eine spannende Aufgabe.

…die Diskussionen, ob Auswärtsmannschaften bei Spielen ohne Zuschauer einen Vorteil haben: Am Mittwoch habe ich gehofft, dass es so ist. Da war es aber nicht so. Jetzt hoffen wir, dass wir gegen Leipzig unseren Heimvorteil nutzen können. Es ist nach wie vor für alle Neuland. Wir werden aus dieser Phase aber alle unglaublich viel lernen. Meine Mannschaft lernt in jedem Spiel neue Dinge. Die aktuelle Situation wird den Erfahrungsschatz erweitern und die Mannschaft stabiler machen. Wir haben uns als gesamter Verein und als Mannschaft schon viel gefestigt und uns seit November gut entwickelt. Dass zwischendurch Spiele kommen, in denen man nicht punktet, ist einfach zu akzeptieren. Auch Rückschläge hinnehmen zu müssen, gehört zu einer Entwicklung dazu. Aber es hatte ja wohl auch niemand die Erwartung, dass wir jedes Spiel gewinnen. 

…die Frage, ob er überrascht darüber sei, dass die Mannschaft zuletzt nicht gewonnen hat: Das überrascht uns überhaupt nicht. Wir sehen und wissen, was wir für ein Team haben. Auch in Spielen, die wir gewonnen haben, hatten wir schwierige Phasen. Es ist wichtig, realistisch zu bleiben. Entscheidend ist, ob die Mannschaft stabil ist. Und sie macht nach wie vor einen stabilen Eindruck. Das sehe ich im Training. Daher mache ich mir keine Sorgen. Die Entwicklung unserer Mannschaft wird weitergehen. Wir werden aus der aktuellen Phase viel schöpfen können und wertvolle Erfahrungen mitnehmen.

Horst Heldt sprach über:

…die Frage, ob es Überlegungen gibt, der Mannschaft für die Endphase der Saison einen Mentaltrainer zur Seite zu stellen: Das ist kein Thema. Die Corona-Krise und die Situation, vier Spiele am Stück nicht gewonnen zu haben, nehmen wir an, wie wir es im November vergangenen Jahres in einer sehr schwierigen Situation ebenfalls getan haben. Damals haben viele Menschen unsere Situation als aussichtslos deklariert. Die aktuelle Situation bringt andere Herausforderungen mit sich – und auch diese werden wir meistern. Davon sind wir überzeugt. Wir glauben aber nicht, dass wir dafür Hilfe von außen benötigen. Es ist wichtig, in jeder Phase nah an der Mannschaft dran zu sein. Und das sind wir. Von daher glaube ich, sind wir selbst am besten in der Lage, die aktuelle Situation zu beurteilen und Lösungen zu finden. Wir haben permanent intensiven Austausch untereinander. Das Gespräch zwischen Jonas und Markus vor dem Spiel in Hoffenheim zeigt das. 
Wir haben den Ehrgeiz, jedes Spiel zu gewinnen. Daher ist es natürlich ärgerlich, dass das in den letzten vier Partien aus verschiedenen Gründen nicht gelungen ist. Nichtsdestotrotz möchte ich auch nochmal daran erinnern, dass wir immer nur das Ziel ausgesprochen haben, den Klassenerhalt zu schaffen. Im November 2019 haben wir davon gesprochen, viel erreicht zu haben, wenn wir im April 2020 in einer Situation sind, durch die wir aus eigener Kraft die Klasse halten können. Und in dieser Situation befinden wir uns. Wir haben nach wie vor die Möglichkeit, noch viele Punkte zu sammeln. Diesen Ehrgeiz haben wir. Jeder kann sich sicher sein, dass wir uns nicht ausruhen. Das ist nicht unserer DNA. Wir werden alles dafür tun, unsere Ziele zu erreichen. Und ich bin überzeugt davon, dass wir das schaffen.

…die Entwicklung seit dem Hinspiel gegen Leipzig: Wir haben es seitdem geschafft, eine Veränderung herbeizuführen. Wir haben richtig gute Leistungen abgeliefert, nicht nur von den Ergebnissen her. Wir hatten immer einen genauen Plan, den die Mannschaft super umgesetzt hat. Zusammen haben wir es geschafft, das Team weiterzuentwickeln. Aber dieser Prozess ist noch nicht beendet. Unsere Mannschaft hat sich fußballerisch extrem weiterentwickelt. Viele Menschen haben sich durch die Art und Weise, wie die Mannschaft Fußball gespielt hat, wieder auf Spiele des FC gefreut. Man wollte diese Partien unbedingt erleben. Die Saison ist aber noch nicht zu Ende und das Ziel noch nicht erreicht. Daher gibt es keinen Grund, sich zurückzulehnen. Und das wird auch niemand tun.

…den bislang reibungslosen Ablauf seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs: Ich war von dem Konzept der DFL von Anfang an überzeugt, da es exzellent ist. Das hat sich bislang bewahrheitet. Jeder gibt sich Mühe, damit die Spiele stattfinden können. Der Ablauf ist für alle gewöhnungsbedürftig, aber wir müssen die Anforderungen weiter vollumfänglich erfüllen. Das ist ganz wichtig. Es läuft in vielerlei Hinsicht sehr professionell ab.

…über möglich Lockerungen während der Bundesligaspiele: Das ist der falsche Zeitpunkt, um darüber zu sprechen. Gedanken dahingehend sind für die laufende Saison meiner Meinung nach nicht förderlich. Mit Blick auf die neue Saison wird es zu einem späteren Zeitpunkt aber mit Sicherheit Sinn machen, über Inhalte und mögliche Veränderungen im Konzept zu diskutieren. Bis dahin sollten wir demütig einhalten, was vorgegeben ist.

Der 1. FC Köln bittet alle Fans, die Mannschaft von zu Hause aus zu unterstützen und sich dabei an die Kontaktbeschränkungen zu halten.

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PK vor Leipzig
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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
131. FSV Mainz 0537
141. FC Köln36
15FC Augsburg36