Profis | 15.07.2021

Torwarttrainer im Interview

Gospodarek: „Torhüter müssen explosiv sein“

Uwe Gospodarek ist der neue Torwarttrainer der FC-Profis. Im Interview spricht der 47-Jährige über seine ersten Eindrücke beim FC, den Stellenwert der Saisonvorbereitung – und erklärt, worauf es aus seiner Sicht im Torwartspiel besonders ankommt.

Uwe, seit rund zwei Wochen bist du beim FC und stehst seither täglich mit den Torhütern auf dem Platz. Wie sind deine ersten Eindrücke von den Jungs?
Meine ersten Eindrücke sind gut. Timo kannte ich zuvor schon aus dem Fernsehen, auch Marvin Schwäbe kannte ich durchs Scouting, weil er vor einem Jahr Thema in Stuttgart war, als wir noch nicht wussten, ob Gregor Kobel verlängert. Von beiden Torhütern kenne ich daher einige Spielszenen. Jonas Urbig ist sehr talentiert. In ihm sehe ich einen sehr lernwilligen und aufgeschlossenen Jungen, der viel aufsaugt. Köbbes (Anm. d. Red.: U21-Torwart Matthias Köbbing) ist auch super für die Truppe. Einer, auf den man sich immer verlassen kann.

Welche weiteren Erkenntnisse konntest du aus den ersten beiden Trainingswochen ziehen?
Alle vier können sich in bestimmten Bereichen noch verbessern. In die genaue Analyse gehe ich mit den Jungs persönlich, zum Beispiel auch in Einzelgesprächen. Jede Trainingseinheit nehme ich mit der GoPro auf. Es ist wichtig, dass die Jungs in Videosequenzen sehen, wie sie ihre Arbeit machen. Dann können sie auch besser nachvollziehen, wie ich es gerne hätte.

Was genau erwartest du auf dem Platz von deinen Torhütern?
Torhüter müssen explosiv und reaktionsschnell sein. Sie müssen gewisse Spielzüge und Situationen frühzeitig erkennen. Im Spiel haben sie meistens nur wenig Zeit, um zu reagieren. Deshalb ist mein Training vor allem auf Explosivität ausgelegt. Die benötigt jeder Torwart, egal wie groß er ist.

Im ersten Testspiel bei Fortuna Köln stand Timo Horn zwischen den Pfosten, in der zweiten Partie beim MSV Duisburg Marvin Schwäbe. Wie zufrieden warst du mit den Leistungen der beiden?
Die Leistungen von beiden waren gut. Man hat in den beiden Spielen schon gesehen, dass der Trainer viel Wert auf Ballbesitz und Pässe von hinten heraus legt. Er möchte, dass die Torhüter kurz spielen und möglichst keine langen Bälle schlagen. Das ist eine Umstellung für die Jungs. Wichtig ist, dass sie Vertrauen in ihre Stärke haben. Sie sind auch mit Ball am Fuß stark. Alle vier können das definitiv, benötigen natürlich auch die entsprechenden Anspielstationen im Spiel. Das wird ein Prozess sein in den nächsten Wochen, damit die Abstimmung mit den Abwehrspielern und dem Mittelfeld funktioniert. Ich mache mir da aber keine Sorgen. Das kriegen wir hin.

Marvin Schwäbe wurde kurz vor dem Trainingsauftakt als neuer Torhüter verpflichtet. Wie siehst du seine Rolle im Team?
Marvin kennt seine Rolle. Er hat mit Timo jemanden vor sich, der seit Jahren für den FC spielt und die Nummer eins ist. Davon unabhängig erwarte ich von allen – von der Nummer eins bis zur Nummer vier – dass sie jeden Tag im Training alles aus sich herausholen. Es ist vollkommen normal, dass jeder auch mal einen schlechten Tag hat. Gerade dann ist es wichtig, dass sich die Torhüter gegenseitig pushen. Das funktioniert nur, wenn es im Team stimmt. Und das tut es. Die Torwartgruppe ist sehr harmonisch. Sie helfen sich im Training gegenseitig. Das ist perfekt.

Ab Freitag befindet sich die Mannschaft für elf Tage im Trainingslager in Donaueschingen. Du warst fast 20 Jahre lang selbst Fußballprofi und hast etliche Saisonvorbereitungen absolviert. Wie wichtig ist eine gute Vorbereitung gerade auch für Torhüter?
Torhüter benötigen genauso wie die Feldspieler eine gute Grundlage für die Saison. Es geht darum, dass sie beim ersten Pflichtspiel topfit sind. Und wie vorhin schon angedeutet, müssen auch die Torhüter ihr Spiel an die Philosophie des neuen Trainers anpassen. Steffen fordert, dass die Torhüter viel ins Spiel miteinbezogen werden. Auch darauf wird in der Vorbereitung ein Fokus liegen. 

Nun zu dir persönlich: In den vergangenen beiden Spielzeiten warst du als Torwarttrainer für den VfB Stuttgart tätig. Wie kam der Wechsel zum FC zustande und was hat dich zu diesem Schritt bewogen?
Nach zwei erfolgreichen Jahren beim VfB Stuttgart habe ich eine neue Herausforderung gesucht. Und über Steffen hat sich beim FC diese Möglichkeit ergeben. Ich hatte gute Gespräche mit der Geschäftsführung, sodass danach für mich klar war, dass ich hier gerne arbeiten möchte.

Wie gefällt es dir denn bislang beim FC?
Sehr gut. Von meinen Kollegen bin ich prima aufgenommen worden. Alle sind sehr hilfsbereit. Bis jetzt macht es sehr viel Spaß, für den FC zu arbeiten. 

Vor deiner Zeit als Torwarttrainer in Stuttgart hat du jahrelang auch im Nachwuchsbereich für den DFB und den FC Bayern gearbeitet. Beim FC hat die Nachwuchsarbeit einen hohen Stellenwert. Wie wichtig ist dir daher auch die Zusammenarbeit mit den Torwarttrainern aus dem NLZ?
Das hat eine sehr große Bedeutung für mich. Der Austausch ist enorm wichtig. Wir befinden uns noch in der Kennenlernphase, aber das wird alles wachsen. Ich weiß aus Erfahrung, dass beim FC immer sehr gute Jugendtorhüter waren. Ich sehe es jetzt bei Jonas Urbig. Auch Timo wurde beim FC ausgebildet. Das ist eine große Stärke des Vereins.

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PL.VereinPkt.
11. FC Köln0
21. FC Union Berlin0
31. FSV Mainz 050

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