Profis | 08.06.2020

FC-Geschäftsführer im Gespräch

Heldt: „Das nackte Ergebnis zählt“

FC-Geschäftsführer Horst Heldt sprach am Montag über die Punkteteilung in Augsburg, lobte die Einwechselspieler und äußerte sich zu Anthony Modestes guten Leistungen in den vergangenen Partien.

Horst Heldt über:

…das 1:1 gegen den FC Augsburg: Wir haben schwer in die Partie reingefunden, haben zu viele Freistöße und Ecken zugelassen. Spiele in Augsburg sind sehr intensiv. Sie schaffen es bemerkenswerterweise fast immer, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken, egal gegen wen sie spielen. In der ersten Hälfte haben wir nicht viele Lösungen gefunden, hatten nicht die nötige Ruhe am Ball. Wir konnten von Glück reden, dass wir mit einem 0:0 in die Pause gekommen sind.  In der zweiten Hälfte haben wir es besser gemacht, haben in Ballbesitz besser agiert und hatten klarere Chancen. Das 1:1 ist ein gerechtes Ergebnis, auch wenn wir das Spiel nach dem späten Führungstreffer natürlich gewinnen wollten. In den letzten Minuten waren unsere Ballbesitzphasen zu kurz, sodass der Gegner den Ausgleich erzielen konnte. 

…die Bedeutung des Punktgewinns: Es ist ein gewonnener Punkt, der uns mehr hilft als den Augsburgern, die in der Tabelle hinter uns stehen. Wir brauchen nichts zu beschönigen, müssen uns aber auch nicht verrückt machen. Auf der einen Seite zeigen Statistiken, dass wir seit sechs Spielen sieglos sind. Auf der anderen Seite zeigen die Zahlen auch, dass die Mannschaft in der Hinrunde aus diesen Spielen weniger Punkte geholt hat. Es gibt verschiedene Betrachtungsweisen, wenn man auf Statistiken blickt. Es gibt einige Dinge, von denen wir sagen, dass wir sie abstellen wollen und auch können. Es macht keinen Sinn, etwas schönzureden. Gleichzeitig müssen wir aber auch nichts unnötig schlecht reden. Es geht um den Klassenerhalt und nichts anderes. Das nackte Ergebnis zählt.

…die Aufarbeitung des Spiels in Augsburg: Das beste Spiel nach der Corona-Pause haben wir gegen Leipzig gemacht, haben aber keine Punkte geholt. Was bringt einem das? Natürlich legen wir Wert auf schönen Fußball, vor allem auch Markus, dem wichtig ist, dass wir die agierende und weniger die reagierende Mannschaft sind. Wir haben uns fußballerisch weiterentwickelt. Aber in dieser Phase der Saison geht es ums nackte Überleben. Mich interessiert der Punkt in Augsburg, mit dem wir etwas anfangen können. Dennoch steht außer Frage, dass wir die gezeigten Fehler abstellen müssen. Vor dem Spiel haben wir gesagt, dass wir Standardsituationen vermeiden wollen. Trotzdem haben wir sie zugelassen. Philipp Max haut da Brandfackeln in den Strafraum, die wir aber gut verteidigt haben. Das darf man nicht vergessen.   

…über Anthony Modeste: Ich kann mich gut daran erinnern, wie das Stimmungsbild war, als Markus und ich hier angefangen haben. Tony hatte es zu der Zeit wirklich nicht leicht, aber der gesamte Verein, die Mannschaft und an erster Stelle Markus standen hinter ihm, sowohl in Einzelgesprächen als auch bei öffentlichen Stellungnahmen. Markus hat immer erwähnt, wie wertvoll Tony sein kann. Tony hat in den vergangenen Monaten viel dafür getan, um jetzt wieder Tore zu erzielen. Die Treffer, die er erzielt hat, waren entscheidende Tore. Das kommt noch hinzu und sollte ihm weiter Auftrieb geben. Ich freue mich sehr für ihn. Tony ist ein toller Typ. Er sollte den Moment genießen, aber auch weiter gierig sein. Gestern hat er es wieder sehr gut gemacht. Gestern haben es aber alle, die reingekommen sind, sehr, sehr gut gemacht. Klar, Tony hat getroffen, deshalb steht er im Fokus. Aber Marco Höger war für mich in der zweiten Hälfte der Schlüssel. Er hat das sensationell gemacht. Für die Mannschaft war Marco elementar, um aus Augsburg Zählbares mitzunehmen. Auch Noah hat nach dem Kaltstart eine gute Partie abgeliefert, ebenso wie Elvis im zweiten Durchgang. Tony darf gerne so weitertreffen. Davor hat sich John aber auch 80 Minuten zerrissen. Er hat sich aufgerieben und hat die Basis dafür gelegt, dass Tony nochmal neue Impulse setzen konnte. Das war in den vergangenen Spielen häufiger der Fall. 

…über den Stand der Vertragsgespräche mit Jhon Cordoba: Wir sind im Austausch. Ich will aber kein Zeitfenster definieren. In der aktuellen Situation sind Kaderplanung und Transfers generell nicht einfach, weil zu viele Fragezeichen da sind. Es ist kein Geheimnis, dass wir uns vornehmen, Jhons Vertrag zu verlängern. Er spielt eine klasse Saison, was anderen aber nicht verborgen bleibt. Alle schauen auf die Bundesliga und sehen Jhon, der trifft. Es ist logisch, dass er gefragt ist. Aber die gegenseitigen Signale sind offen und positiv.

…über eine mögliche Doppelspitze mit Modeste und Cordoba im nächsten Spiel: Ich habe keinen Trainerschein, das liegt nicht in meinem Verantwortungsbereich. Generell finde ich, dass es unser Trainer in der Entscheidungsfindung richtig gut macht, wenn es um die Startaufstellung geht. Das Leistungsprinzip steht über allem. Das zu wissen, ist für jeden Spieler und die gesamte Mannschaft wichtig. Es wird auch niemand verflucht, wenn er mal ein schlechtes Spiel macht. Das lässt einem den Spielraum, bei der Aufstellung über ganz viele Dinge nachzudenken. Jeder hat in den nächsten Tagen die Möglichkeit, sich im Training zu zeigen. Und dann wird man sehen, wie wir gegen Union Berlin auflaufen. Seb kommt nach seiner Rotsperre zurück. Es wird eine spannende Woche. Jeder will von Beginn an spielen. Das ist gut und benötigen wir.

…über Toni Leistners verbales Verwirrspiel, das Augsburgs Niederlechner vor dem Elfer beeinflusst hat: Rund um den Sechzehner gibt es vor Strafstößen immer viel Gequatsche. Da kommen immer Sprüche. Das ist normal. Aber an dem Beispiel gestern sieht man wieder, dass die Psyche eine große Rolle spielt. Vielleicht hätte Niederlechner das in einem vollen Stadion gar nicht so wahrgenommen. Tonis Spruch hat mit Sicherheit geholfen, aber Timo hat den Ball auch super gehalten. Insgesamt hat er eine tolle Partie abgeliefert. Klar ärgert er sich über den Elfmeter, den muss er nicht verursachen. Aber er hat es direkt ausgebügelt.

Über die Chance, gegen Union den Klassenerhalt zu schaffen: Jeder weiß, was am Samstag möglich ist. Aber wir müssen eine gute Herangehensweise an den Tag legen. Es macht keinen Sinn, sich schon zu Beginn der Woche damit auseinanderzusetzen. Es ist ein wichtiges Spiel gegen einen direkten Konkurrenten, der weniger Punkte hat als wir. Aber wir werden uns gewaltig steigern müssen. Gegen Union haben wir im Hinspiel ein ziemlich schlechtes Spiel abgeliefert. In der Art und Weise, wie wir agiert haben, war die Partie mit Sicherheit ein Tiefpunkt, seitdem Markus und ich beim FC sind. So eine Partie wollen wir nicht nochmal abliefern.

…über mediale Gerüchte, wonach Alexander Wehrle als Finanzvorstand im Fokus von Schalke 04 stünde: Alex hat noch Vertrag bis 2023 und brennt dafür, den FC weiterzuentwickeln. Er lebt diese Aufgabe tagtäglich und steckt noch in so vielen Projekten drin, die noch nicht abgeschlossen sind. Ich denke da zum Beispiel an den Ausbau des Geißbockheims. Ich mache mir daher keine Sorgen. Das Gerücht zeugt von Anerkennung für seine Arbeit. Das, was er auch während der Corona-Krise geleistet und an Pensum vorgelegt hat, könnte man gar nicht bringen, wenn man nicht für den Verein brennt.
 

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
131. FSV Mainz 0537
141. FC Köln36
15FC Augsburg36