Club | 13.02.2020

Wappentier des FC

Hennes wird 70

Vor 70 Jahren sorgte der Zirkus Williams dafür, dass der FC zum ­Geißbock kam. Aus einem Karnevalsgeschenk wurde das bekannteste Maskottchen und Wappentier des deutschen Sports. Und eine Dynastie, die mittlerweile in der neunten Generation fortgeführt wird.

Größere Veranstaltungsräume waren rar im Köln der Nachkriegsjahre. Bereits 1947 errichtete der Zirkus Williams an der Aachener Straße daher einen so genannten halbfesten Winterbau der gut 2.500 Menschen Platz bot. Aus heutiger Sicht bestenfalls ein Provisorium, nahm hier auch am 14. Februar 1949 mit der ersten Karnevalssitzung des 1. FC Köln die Verbindung ­zwischen Fußballclub und Fastelovend ihren Anfang. 

Geschenk der Gastgeberin

Ein Jahr später – am zweiten FC-Geburtstag, dem 13. Februar 1950 – war erneut der Williamsbau Schauplatz der FC-Sitzung. Am Ende eines langen Abends stand trotz Elferrat, Büttenreden und Musikeinlagen ein junger Geißbock im Fokus des Interesses, den Gastgeberin Carola Williams dem FC überreicht hatte. Geißböcke zählten nicht zum Standardinventar des Zirkus, doch während der Kriegswirren hatte man die nahe der thüringischen Kleinstadt Neustadt an der Orla ziellos umherirrende Mutter des neuen FC-­Maskottchens in die Zirkusfamilie aufgenommen. Die Idee, den FC auf den Geißbock zu bringen stammte allerdings nicht von Carola Williams selbst, sondern von Johann Thelen, ihrem Zirkusdirektor. 

Noch am selben Abend erhielt der Geißbock den ­Namen Hennes in Anlehnung an Spielertrainer ­Hennes Weisweiler. Auch wenn es kritische Stimmen aus der FC-Mitgliedschaft gab – in FC-Präsident Franz Kremer, der das vielseitige Potential eines einzig­artigen Maskottchens erkannte, hatte Hennes einen mächtigen Fürsprecher. Der neue Glücksbringer ­etablierte sich auf Anhieb, war in Müngersdorf ebenso präsent wie bei Auswärtsspielen. Hennes I. wirkte mehr als 16 Jahre lang, bevor er am 4. November 1966 an Altersschwäche starb. 

Hennes II. auch von Zirkus Williams

Der Nachfolger von Hennes I. stammte ebenfalls aus dem Zirkus Williams, konnte aber an die lange ­Regentschaft seines Vorgängers nicht anknüpfen und erlag im August 1970 den Folgen eines Hunde­bisses. Mit Hennes III. trat wenig später ein Geißbock seinen Dienst an, der als erster keinen FC-Titelgewinn mit­erleben sollte. Nach seinem Tod wurde wurde er im August 1975 von Hennes IV. beerbt. Er schrieb 1978 als Double-Bock FC-Geschichte. Auch sein ­Abschied war spektakulär: Der beliebte vierte Geißbock starb unmittelbar nach einem Auswärtssieg bei den Bayern. 

  • Hennes I.
  • Hennes II.
  • Hennes III.
  • Hennes IV.
  • Hennes V.
  • Hennes VI.
  • Hennes VII.
  • Hennes VIII.
  • Hennes IX.

Am 20. November 1982 wurde Hennes V. inthronisiert und durfte mit dem DFB-Pokalsieg 1983 den bislang letzten großen FC-Titelgewinn feiern, ehe er sechs ­Jahre später eines natürlichen Todes starb. Die Amtszeit von Hennes VI. litt unter dem sportlichen Abschwung des 1. FC Köln in den 1990er-Jahren. Hennes VII. erwies sich als standhafter Geißbock, dem vier Auf- und Abstiege ebenso wenig ausmachten wie regelmäßige Auftritte in Fernsehserien und TV-Shows. Zudem brach er mit dem ungeschriebenen Gesetz, dass der FC-Geißbock nur durch den Tod sein Amt verlieren kann und ging wegen einer hartnäckigen Arthrose 
im Juli 2008 noch zu Lebzeiten in den Ruhestand. 

Umzug in den Zoo

Per Internetabstimmung auf der FC-Homepage ­wählten die FC-Fans im Juli 2008 den aus Bergisch-­Gladbach stammenden „Berti“ zu Hennes VIII. Er setzte sich dabei deutlich gegen die Mitbewerber Rocky, Jimmy und Elvis durch. Hennes VIII. lebte zunächst wie seine letzten fünf Vorgänger bis zum Jahr 2014 auf dem Anwesen von Familie Schäfer in Köln-Widders­dorf. Am 17. August 2014 zog er von seinem Stall in Widdersdorf in das kleine Geißbockheim im Kölner Zoo. In seinen elf Dienstjahren hat Hennes VIII. als Vereinstier des 1. FC Köln viel erlebt. Er musste 2012 und 2018 zwei Abstiege verkraften, begleitete aber auch zwei Aufstiege in den Jahren 2014 und zuletzt 2019. Der sportliche Höhepunkt war die Qualifikation für die Europa League im Sommer 2017. Zudem ist Hennes VIII. aufgrund seiner possierlichen Gestalt ­gerade bei Kindern sehr beliebt und erhält im Zoo auch als Rentner noch viel Besuch. Denn aus gesundheitlichen Gründen wurde er nach elf Jahren in den wohl­verdienten Ruhestand versetzt. 

Auf der offiziellen Saisoneröffnung am 4. August 2019 wurde Hennes IX. erstmals den FC-Fans vorgestellt. Der Bock der Rasse „Bunte Deutsche Edelziege“ wurde am 24. Februar 2018 auf dem Biolandhof Dörmann in Petershagen-Ilse (bei Minden) geboren und lebt seit August 2018 im Kölner Zoo. Entsprechend ver­fügt er über alle nötigen Impfungen und Tier-medizinischen Voraussetzungen, die ihm ermöglichen, den Zoo für seine Auftritte zu verlassen und ohne Quarantäne-­Maßnahmen auch wieder dorthin ­zurückkehren zu können. Das sprach deutlich für die Ernennung des Bocks zu Hennes IX. Optisch ­erinnert Hennes IX. mit seinen im Vergleich längeren Hörnern wieder mehr an Hennes I. und wird insgesamt ­erkennbar größer werden als sein Vorgänger.

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
13Hertha BSC26
141. FC Köln23
151. FSV Mainz 0522

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