Club | 15.07.2020

Kids- und Jugendclub

Horst Heldt beantwortet Kinder-Fragen

Der Kinder- und Jugendclub des 1. FC Köln kümmert sich um seine kleinen Fans. Seit Beginn der Corona-Krise haben die Kinder per Newsletter Neues über ihre Lieblingsspieler und ihren Club erfahren. Zudem konnten die Kinder Fragen an FC-Geschäftsführer Horst Heldt schicken.

Kinder-Pressekonferenzen sind ein regelmäßiges Angebot des FC-Kidsclubs für junge FC-Mitglieder. Da ein solches Treffen aber in der Corona-Krise nicht möglich war, stellte sich FC-Geschäftsführer Horst Heldt den neugierigen Kindern per Mail: Der Kinder- und Jugendclub hatte in seinem Newsletter dazu aufgerufen, Fragen an Horst Heldt zu schicken. Viele spannende Fragen kamen daraufhin zurück, die Horst Heldt vor dem Urlaubsstart beantwortete.

Wie schwer war es für den Trainer, die Mannschaft auf den Neustart der Bundesliga vorzubereiten?
Horst Heldt:
„Das war für alle Trainer kompliziert, nicht nur für unseren. Denn das hatte so ja noch nie jemand gemacht. Normalerweise ist man im März und April voll in der Saison und hat viele wichtige Spiele in kurzer Zeit. Stattdessen gab es dann plötzlich gar keine Spiele mehr und auch erstmal kein Training, sodass die Spieler alleine laufen gehen mussten. Das war ungewohnt.“

Wie haben sich die Spieler in der Corona-Pause gefühlt?
„Weißt du noch, wie du dich in der Zeit gefühlt hast? Ich glaube, unsere Spieler hatten da genau dieselben Gedanken wie du oder ich. Was passiert, wenn jemand, den ich kenne, krank wird? Wann kann ich meinen Opa und meine Oma wiedersehen? Wann dürfen wir wieder Fußball spielen? Deswegen haben wir in der Zeit ganz viele Gespräche mit den Spielern geführt, damit wir den Kontakt nicht verlieren.“

Wie realistisch ist es, dass Mark Uth verpflichtet werden kann?
„Wir haben uns vorgenommen, das hinzukriegen. Aber einfach wird es nicht.“

Beabsichtigt der FC mit Jhon Córdoba zu verlängern?
„Auf jeden Fall, das würden wir gerne machen.“

Warum bist du so überzeugt von Markus Gisdol?
„Weil Markus bei uns in einer Zeit angefangen hat, in der nicht viele Trainer bereit waren, den FC zu übernehmen. Er wollte das aber unbedingt und hat uns aus einer sehr schwierigen Situation herausgeholfen. Markus arbeitet sehr viel für den FC, er kommt gut mit der Mannschaft zurecht, er ist einfach ein sehr guter Trainer, der zu uns passt. Deshalb ist er der richtige für uns.“

Ist es schwierig durch Corona Spieler zu verpflichten?
„Erstmal ist das schwieriger, ja. Weil uns durch Corona einfach viel Geld verloren gegangen ist, das wir jetzt nicht mehr haben, um Spieler zu kaufen. Aber vielleicht wird es später im Herbst auch wieder etwas einfacher, weil dann viele Spieler noch keinen neuen Verein gefunden haben – weil das Geld ja allen Vereinen fehlt, nicht nur uns. Das müssen wir mal abwarten, es wird jedenfalls spannend.“

Glaubst du, dass in der neuen Saison wieder mit Zuschauern gespielt wird?
„Ich hoffe es, aber das können wir nicht entscheiden. Das hängt davon ab, ob wir dann weiter nur so wenige Corona-Fälle in Deutschland haben wie momentan. Und ob die Politiker uns dann erlauben, dass Zuschauer ins Stadion kommen dürfen.“

Was war die schlimmste Verletzung in deiner aktiven Zeit als Fußballer?
„Ich hatte mal einen Haarriss im Schienbeinkopf. Das kann ich nicht empfehlen.“

Was machst du in deiner Freizeit oder hast du nur das Thema FC im Kopf?
„Ich gehe sehr gerne ins Kino und gucke mir Filme an. Manchmal sogar alleine. Und ich verbringe gern Zeit mit meiner Familie, also meiner Frau und meinen Sohn Paul.

Womit hast du früher deine freie Zeit mit Mannschaftskollegen verbracht und womit verbringen die Spieler heute ihre Zeit in Trainingslagern oder Teamfahrten?
„Früher haben wir auf den Fahrten und im Trainingslager ganz viel Karten gespielt. Oder wir haben zusammengesessen und uns irgendeinen Streich ausgedacht, den wir dann dem Trainer oder einem anderen Spieler gespielt haben. Heute ist das eigentlich immer noch so, dass die Spieler sich zusammen die Zeit vertreiben, aber sie verbringen auch viel Zeit mit dem Handy. Sowas hatten wir nicht.“

Wer war für dich früher dein bester Trainer?
„Ich hatte viele tolle Trainer, zum Beispiel Morten Olsen, Erich Rutemöller oder Jörg Berger. Aber auch ganz besondere Typen wie Werner Lorant oder Giovanni Trapattoni. Sie waren alle sehr unterschiedlich.“

Welches war dein schönstes FC-Erlebnis?
„Puh, das ist schwer. Mein erstes Spiel war es jedenfalls nicht, da war ich total nervös und froh, als ich endlich ausgewechselt wurde. Das Pokalfinale 1991 war ein super Erlebnis, leider haben wir im Elfmeterschießen gegen Werder Bremen verloren.“

Wir haben wieder viele junge Nachwuchsspieler in der Mannschaft. Haben wir so eine gute Jugendabteilung?
„Ja, die haben wir zum Glück. Vor allem liegt das daran, dass wir da tolle Mitarbeiter und super Trainer haben, die unsere jungen Spieler begleiten.“

Wo machst du am liebsten Urlaub?
Ich fahre sehr gerne nach Griechenland.

Wer hat dir am meisten geholfen Profispieler zu werden?
„Erstmal natürlich meine Eltern, die mich immer unterstützt haben. Dann meine Jugendtrainer, die mir auf dem Weg geholfen haben, immer besser zu werden. Und Erich Rutemöller, der Trainer, der mich in die Profimannschaft geholt hat.“

Wann wird der 1.FC Köln mal wieder deutscher Meister?
„Ich hoffe, nächste Saison. Aber im Ernst: Ich glaube nicht, dass der FC dazu in den nächsten Jahren die Möglichkeiten hat. Unser Ziel ist es, jedes Jahr in der Bundesliga zu spielen und nicht nochmal abzusteigen. Aber träumen darf man ja.“

Würdest du lieber Messi oder Ronaldo verpflichten?
„Die sind beide sehr, sehr gut, aber beide schon ziemlich nah am Ende ihrer Karriere. Deshalb würde ich, wenn ich es mir frei aussuchen dürfte, vielleicht lieber jemanden verpflichten, der noch lange für uns spielen kann.“

Leon gab sich besonders viel Mühe und schrieb Horst Heldt eine längere E-Mail, die der Geschäftsführer ausführlich beantwortete:

Hallo lieber Horst, Ich bin Leon. Mein Opa und mein Papa haben mir von dir erzählt als du selber noch beim FC gespielt hast. Die fanden dich klasse. Mein Papa sagte aber, als du bei Schalke Sportlicher Leiter warst, dass du nie glücklich ausgesehen hast und hochnäsig rüberkamst. Er hat es nur so eingeschätzt. Er kennt dich ja nicht richtig. Aber als ich mit meinem Papa in der Südkurve stand und das 1:0 gegen Leverkusen fiel, bist du mit auf den Platz gerannt zu den Spielern. Mein Papa hat da nur dich beobachtet und nur gerufen: Seht euch den Heldt an. Das ist einer von uns. Endlich ist er da wo er sich wohlfühlt. Du hast dadurch meinem Vater ein richtig gutes Gefühl gegeben, dass du dich doch nicht verändert hast. Meine Frage: hast du dich jemals in einer so kurzen Zeit so wohl gefühlt wie jetzt bei deinem FC? Es muss doch richtig Spaß machen? Viele Grüße Leon

Horst Heldt:
Lieber Leon,
vielen Dank für deine nette Frage und die Geschichte von deinem Vater. Hochnäsig war ich hoffentlich nie, aber dass ich vermutlich in keinem Job der Welt so glücklich sein kann wie beim FC, das stimmt. Ich bin wirklich sehr froh, wieder am Geißbockheim arbeiten zu können. Es macht auch wirklich sehr viel Spaß. Allerdings ist es, wenn man für seinen Lieblingsverein arbeitet, auch besonders anstrengend, weil man sich noch viel mehr Druck macht als ohnehin schon. Deshalb mache ich vermutlich, wenn wir wichtige Tore schießen, auch seltsame Sachen am Spielfeldrand, über die ich mich dann selbst wundere, wenn ich sie hinterher im Fernsehen sehe. Aber wenn sie deinem Papa gefallen, bin ich schon mal beruhigt.
Ich wünsche dir schöne Ferien und hoffe, du bleibst dem FC immer treu.
Dein Horst

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
131. FSV Mainz 0537
141. FC Köln36
15FC Augsburg36