Profis | 11.08.2021

FC-Verteidiger im Interview

Jannes Horn: „Bin froh, wieder bei den Jungs zu sein“

Wegen einer Hüftverletzung wurde Jannes Horn vor vier Wochen operiert. Seit Dienstag ist er zurück in Köln und führt seine Reha hier fort. Im Interview spricht der 24-Jährige über die erste lange Verletzungspause seiner Karriere, den Verlauf der Reha – und verrät, mit welchen ehemaligen FC-Profis er täglich noch Kontakt hat.

Jannes, die wichtigste Frage zuerst: Wie geht es dir und deiner Hüfte vier Wochen nach der Operation?
Mir geht es gut. Mein rechtes Bein hat an Kraft verloren, weil ich es vier Wochen kaum belasten durfte. Aber die Schmerzen an der Hüfte sind weg. Es klappen wieder Sachen, die vor der OP nicht gegangen wären. Ich kann mein Bein wieder viel weiter nach innen ziehen, das hätte vor der OP auf gar keinen Fall geklappt. Ich bin auf einem sehr guten Weg. Das bestätigen mir auch die Ärzte und Physiotherapeuten. Trotzdem muss ich ruhig und geduldig bleiben. Mental ist das nicht einfach, weil es meine erste große Verletzung ist. Bei unserer medizinischen Abteilung bin ich da in guten Händen und sehe jetzt endlich wieder jeden Tag meine Mannschaftskollegen. Das hilft mir sehr und ich bin optimistisch.

Du hast das Mentale gerade angesprochen. Wie gehst du mit der Situation allgemein um?
Ich bin ein Mensch, der so etwas mit sich selbst ausmachen muss. Ich nehme die Situation an, wie sie ist und gehe professionell damit um. So eine Phase erlebt fast jeder Fußballer mal. Ich falle zum ersten Mal längere Zeit aus. Aber mir tut es gut, dass ich die Abläufe der Jungs wieder mitkriege, persönlich mit ihnen quatschen kann und zu denselben Zeiten trainiere. Am liebsten würde ich heute wieder mit der Mannschaft auf den Platz gehen. Die Vorfreude ist schon jetzt riesengroß.

Wann und wie hast du dich an der Hüfte verletzt? Für viele kam die Meldung überraschend, dass du operiert werden musst.
Im Rückspiel gegen Kiel ist mir ein Gegenspieler in die Seite gelaufen. Mein rechtes Bein ist mit voller Wucht nach innen geschlagen. Das hat die Hüfte nicht verkraftet und es ist etwas gerissen. Trotzdem wollte ich es nach der Sommerpause nochmal probieren und habe mittrainiert. Mit den Ärzten und dem Trainerstab war das abgeklärt. Ich habe aber schnell gemerkt, dass es keinen Sinn macht, weiter konservativ vorzugehen. Wir haben uns dann für die Operation entschieden. 

Läuft die Reha nach Plan? 
Die Reha läuft super. Wir sind dem Zeitplan sogar ein bisschen voraus. Wir dürfen aber nichts überstürzen. Eine Woche muss ich noch auf Krücken gehen. Mit dem rechten Bein darf ich noch nicht voll auftreten, sondern die Belastung wird nach und nach gesteigert. In der Luft darf ich mit dem Bein schon alles machen und habe keine Schmerzen. Nur im Bein spüre ich manchmal, dass ich Muskeln abgebaut habe. 

Wie sah dein Tagesablauf in den vergangenen Wochen aus? Du hast die Zeit nach der OP bei deiner Familie in Braunschweig verbracht. 
Jeden Vormittag war ich in Behandlung. Nachmittags habe ich Krafttraining für den Oberkörper gemacht. Ich wollte nicht nur den ganzen Tag herumliegen. Es war schön, längere Zeit bei der Familie zu sein. Mein Bruder ist Physiotherapeut bei Eintracht Braunschweig, er hat mich gut betreut.

Seit gestern bist du zurück in Köln. Wie sieht dein Plan für die kommenden Wochen aus? Wann startest du mit dem Lauftraining?
Ziel ist es, dass ich in vier Wochen wieder richtig laufen kann. Im nächsten Schritt geht es dann zurück auf den Platz. Wenn ich in zwei Monaten wieder einsatzfähig bin, wäre das überragend.

Wie hast du die Vorbereitung des FC aus der Ferne beobachtet? Schildere gerne deine Eindrücke.
Ich habe mir alle Testspiele angeschaut. Mit vielen Jungs hatte ich fast täglich Kontakt. Sie haben eine harte Vorbereitung hinter sich. Aber für den Spielstil, den wir auf dem Platz bringen wollen, müssen alle fit sein. Die Mannschaft ist auf einem sehr guten Weg. Im Pokalspiel haben sie über 120 Minuten sehr fit gewirkt. Das gibt mir ein gutes Gefühl für die Saison.

Was sind deine Ziele mit dem FC für die kommende Saison?
Wir wollen unbedingt eine ruhigere Saison spielen. Wir wollen nicht wieder bis zur letzten Sekunde bangen. Wir möchten Offensivfußball spielen. Erst recht, weil wieder Fans im Stadion sind. Für mich persönlich geht es darum, schnell wieder fit zu werden. Ich will spielen und der Mannschaft helfen. Dafür werde ich in der Reha alles geben.

Mit Marius Wolf, Iso Jakobs und Elvis Rexhbecaj haben drei enge Bezugspersonen und Freunde den FC im Sommer verlassen. Wie sehr vermissen sie das Geißbockheim schon?
Mit genau den drei Jungs habe ich jeden Tag Kontakt. Wir schreiben viel. Elvis ist wieder in der Umgebung, Marius ist gerade in Dortmund und Iso in Monaco. In Dortmund und Monaco ist alles noch größer als beim FC. Für Iso ist es eine ganz neue Situation in Frankreich. In der Champions-League-Qualifikation gegen Sparta Prag hat er ein Tor vorbereitet. Alle fühlen sich in ihren Vereinen wohl. Ihnen geht es gut. Aber sie schreiben auch, dass sie den FC vermissen. Wir sind ein eingeschworener Haufen beim FC.

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PL.VereinPkt.
6Bayer 04 Leverkusen7
71. FC Köln7
81. FC Union Berlin6

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