Profis | 12.03.2021

FC-Profi im Interview

Jannes Horn: „Wissen, was wir können“

Jannes Horn überzeugte zuletzt als Innenverteidiger. Im Interview spricht der FC-Profi über seine Erfahrungen auf dieser Position, seinen persönlichen Saisonverlauf und seine Wut nach dem Spiel gegen Bremen.

Jannes, du hast zuletzt auf ungewohnter Position gespielt. Wie ist es für dich, als Innenverteidiger in der Viererkette aufzulaufen?
Am liebsten spiele ich immer noch links in der Dreierkette. Da sehe ich am meisten meine Stärken. Wenn wir den Ball haben, ich andribbeln kann und wir viel im Ballbesitz sind, spiele ich es sehr gerne. In der Innenverteidigung fühle ich mich auch extrem wohl. Ich kann die Position mit meiner Schnelligkeit und meinem Aufbauspiel ganz gut spielen. Meine Vielseitigkeit auf dem Platz ist ein Vorteil für mich. Ich glaube, der Trainer muss keine Bauchschmerzen haben, wenn er mich mal auf eine andere Position stellt.  

Welche Erfahrungen hast du schon auf dieser Position vorzuweisen?
Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich in Wolfsburg bei den Profis auch ein, zwei Mal auf dieser Position eingesprungen bin. Es lief auch ganz gut. Wir haben damals gegen Gladbach gewonnen. Selbst beim FC habe ich die Position schon gespielt. Damals in der Europa League: einmal beim Auswärtsspiel in Belgrad und einmal zu Hause gegen Arsenal, als sich Dominic Maroh verletzt hat und wir umgestellt haben. 

Es gab viel Lob für deinen Auftritt – unter anderem vom Trainer, aber auch in den sozialen Medien von den Fans. Was bedeutet dir das? 
Man bekommt es natürlich mit. Ich habe viel positives Feedback auf Instagram bekommen und das Lob des Trainers freut mich natürlich besonders. Wenn es gut läuft, ist es schön. Für mich ist es ein Zeichen, dass ich jetzt genau da weitermache. Ich will meine Leistung bestätigen und zeigen, dass es nicht nur ein einmalig gutes Spiel war. Es darf gerne so weitergehen. 

Am Ende stand gegen Bremen ein Punkt. Man hat gesehen, wie du nach Abpfiff wütend direkt in die Kabine gegangen bist. Wie blickst du jetzt mit ein paar Tagen Abstand auf das Spiel?
Ich schaue immer noch genauso auf das Spiel wie sofort nach Abpfiff. Für uns war es ein Spiel, in dem wir extrem viel Ballbesitz hatten und in dem wir den Gegner eigentlich komplett eingeschnürt haben. Besonders in der ersten Hälfte hat es sich angefühlt wie ein Spiel auf ein Tor. Ich kann mich an nur an ein oder zwei Chancen von Bremen erinnern. Wir hatten ein paar große Chancen. Es war ähnlich wie im Handball. Wir sind am Bollwerk nicht vorbeigekommen. Wir hatten viel den Ball, aber es kam nichts bei rum. Es fühlt sich auch jetzt für mich noch so an, dass wir das Spiel hätten gewinnen müssen. Deswegen war ich wirklich sauer nach dem Abpfiff. Mit unserer spielerischen Leistung war ich zufrieden. Man hat gesehen, dass wir es eigentlich können. Wir müssen es nur öfter auf den Platz bringen. Und das am besten schon jetzt am Samstag in Berlin. 

Du bist im Sommer nach dem Ende deiner Leihe von Hannover 96 zum FC zurückgekehrt. Wie war die Zeit in Hannover für dich? 
Ich bin menschlich nochmal gereift. Ich bin erwachsener geworden. Ich hatte in meiner Karriere schon viele Höhen und Tiefen. Es lief nicht immer rund. Es gab super Erlebnisse, aber auch schlechte Phasen. Ich kann das jetzt alles besser einordnen. Das Jahr hat mich weitergebracht und war extrem wichtig für mich. Ich glaube, ich habe jetzt auch schon ab und an hier beim FC gezeigt, dass ich mich weiterentwickelt habe. 

Deine persönliche Saison war bislang sehr wechselhaft. Du hattest sowohl Startelfeinsätze, als auch Kurzeinsätze, dreimal warst du ohne Einsatz Teil des Kaders. Wie blickst du auf deine bisherige Saison? 
Ich stehe jetzt bei 21 Spielen. Hätte mir das vor der Saison jemand gesagt, hätte ich das unterschrieben. Klar will man als Fußballer am liebsten jedes Spiel über die kompletten 90 Minuten machen, aber das ist bei fast keinem von uns so. Ich bin im Großen und Ganzen zufrieden mit meiner persönlichen Saison. Es gab Spiele, in denen ich gesehen habe, was ich alles besser machen muss. Auf der anderen Seite gab es Spiele, in denen ich eine gute Leistung gebracht habe. Es ist bei uns allen ähnlich: Wir hatten alle gute Spiele. Wir hatten alle schlechte Spiele. Wir sind voll im Abstiegskampf. Wir sind uns bewusst, dass man in dieser Situation öfter unentschieden spielt oder verliert als zu gewinnen. Sonst wären wir nicht in dieser Situation. Aber wir stellen uns dem Abstiegskampf und tun alles, um zu bestehen.

Kannst du dir die Schwankungen irgendwie erklären, dass jeder im Team mal gute und dann auch wieder schlechte Spiele macht?
Es ist schwierig. Ich glaube, wir haben viele Kopfmenschen in der Mannschaft. Wenn es dann auf dem Platz in den ersten Minuten mal nicht gut läuft, beschäftigt uns das zu sehr. Wenn wir nicht richtig reinkommen, schenken wir es zu schnell her. Wenn ich mich zum Beispiel an das Freiburg-Spiel erinnere: Sowas darf uns einfach nicht mehr passieren. Es sind jetzt nur noch zehn Spiele. Es zählt jedes Spiel. Die anderen Mannschaften im Keller punkten auch. Uns fehlt noch die Konstanz. Daran müssen wir arbeiten und weiter fokussiert kämpfen. Wir können uns keine Patzer erlauben. Das wissen wir. Wir trainieren gut und sind bereit für Samstag.

Am Samstag geht es gegen Union Berlin. Was erwartest du für eine Partie?
Union ist eine sehr eklige Mannschaft. Besonders in Berlin ist es schwierig zu spielen. Jetzt ist zwar die Stimmung nicht da, aber es ist eine Mannschaft, die einen klaren Plan hat. Sie haben schon viele Punkte geholt. Aber man hat jetzt auch gesehen, wie sie sich gegen Bielefeld schwergetan haben. Es war ein enges Spiel. Wir wissen aber auch, was wir können und müssen zuerst einmal unsere Leistung auf den Platz bringen. Wir fahren nach Berlin, um zu gewinnen.  

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PL.VereinPkt.
16DSC Arminia Bielefeld26
171. FC Köln23
18FC Schalke 0413

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