Profis | 08.09.2022

Ausschreitungen in Nizza

Keller: „Der Fußball leidet, die friedlichen Fans leiden“

Zum Zeitpunkt des eigentlichen Anpfiffs um 18:45 Uhr stellte sich FC-Geschäftsführer Christian Keller bei RTL+ den Fragen zu den Ausschreitungen im Stadion, die dafür sorgten, dass das Spiel fast eine Stunde später angepfiffen wurde. FC.de hat die wichtigsten Aussagen mitgeschrieben:

… die erste Reaktion auf die Ausschreitungen auf dem Stadiongelände

Christian Keller: Ich bin fassungslos. Ich weiß auch nicht, was da jetzt die richtigen Worte sind. Wir wollen hier tatsächlich ein sehr friedvolles, großes Fußballfest feiern. Da war auch alles dafür vorbereitet. Wir haben hier 8.000 Menschen aus Köln dabei. Davon mehr als 7.900, die sich hier top verhalten. Von Nizza sind es glaube ich auch nicht viel mehr als ein paar Dutzende Vollchaoten. Wobei Chaoten ein viel zu schwaches Wort ist. Mir fallen eigentlich nur Schimpfwörter dazu ein, aber die passen hier glaube ich nicht her. Ich weiß nicht, was die Leute hier verloren haben, was die hier machen und was das soll. Es führt auf jeden Fall dazu, dass der Fußball leidet, dass der 1. FC Köln leidet, dass OGC Nizza leidet und dass alle leiden, die hier sind. 

… über den Stand der Informationen vor dem Anpfiff 

Christian Keller: Also ich kann Ihnen nur sagen, vorbehaltlich dessen, dass wir es natürlich aufbereiten müssen, (…), dass zuerst Hooligans aus Nizza in unseren Fanblock eingedrungen sind.  Was nicht passieren dürfte. Daraufhin sind Hooligans aus unserem Fanblock, die nach meinem Informationsstand - ob es stimmt oder nicht, das kann ich noch nicht verifizieren - größtenteils aus Paris waren und als FC-Fans verkleidet waren, ebenfalls gewalttätig geworden. Das gilt sicher auch für Kölner, die dann in die anderen Sektoren hinterher sind. Und dann ging’s los auf dieser (Tribünen-)Seite und dann haben wir das Gleiche auf der anderen Seite noch mal erlebt. Wir werden versuchen, jeden einzelnen (Gewalttäter) ausfindig zu machen und dafür zu sorgen, dass diese Leute nie, nie wieder in ein Fußballstadion kommen. Zumindest mal in Köln nicht. 

… über die Berichte, dass ein Fan vom Oberrang in den Unterrang gestürzt ist und ein Anhänger durch ein Messer verletzt wurde

Christian Keller: Das habe ich auch beides gehört. Wie es den beiden geht, dazu gibt es unterschiedliche Aussagen, dazu kann ich jetzt nichts valides sagen. Aber dass wir über zwei solche Fälle reden müssen zeigt, dass das, was hier passiert, pervers ist. (…) Es sind auf beiden Seiten keine Hundert, die hier ein friedlichen Fußballfest (…) fast kaputt gemacht haben. Dem muss man nachgehen. (…) Aber ohne jeden Kompromiss und mit voller Härte und voller Konsequenz. 

… über die Entscheidung das Spiel später anzupfeifen

Christian Keller: Wir werden der Mannschaft jetzt schon noch ein paar Worte mitgeben. Gleichzeitig ist es immer auch die Frage, was macht man? Wieviel Macht gibt man einer kleinen Minderheit, die sich komplett daneben benimmt. Hängt an der alles oder richtet man sich nach der großen, breiten, friedlichen Masse, die hier einfach nur Fußball schauen will. Was da richtig oder falsch ist, muss jeder subjektiv für sich entscheiden. Meine Haltung ist, man darf nicht ein paar wenigen nachgeben, die probieren, ganz bewusst vieles kaputt zu machen. Dann gibt man denen in gewisser Art und Weise auch noch Recht und den Nährboden damit weiter zu machen. 

Quelle: RTL+

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PL.VereinPkt.
12Bayer 04 Leverkusen18
131. FC Köln17
14FC Augsburg15
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1Nice9
2Partizan Belgrade9
31. FC Köln8
4Slovácko5

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