Profis | 30.11.2022

FC-Geschäftsführer im Interview

Keller: „Zuversichtlich, dass wir uns belohnen werden“

Die Bundesliga pausiert und die FC-Spieler befinden sich aktuell im Urlaub. Bevor es für die Mannschaft von FC-Cheftrainer Steffen Baumgart am Donnerstag, 8. Dezember 2022 mit der Vorbereitung losgeht, hat FC-Geschäftsführer Christian Keller im Interview ein Fazit des Fußballjahres 2022 gezogen und einen Ausblick auf 2023 gegeben.

Christian Keller über...

…die USA-Reise:

„Für viele Spieler war es eine neue Erfahrung, da sie noch nie in den USA waren. Was mich besonders gefreut hat, war, dass die Mannschaft abseits des offiziellen Rahmenprogramms vieles gemeinsam gemacht hat. Insofern war die Reise etwas Positives für das Team-Building. Aus einer Gesamtclub-Perspektive ging es vor allem darum, zu lernen, wie Internationalisierung funktioniert. Da haben wir gute Eindrücke mitnehmen können. Wir waren in New York bei diversen Sportorganisationen und hatten mehrere Businessmeetings. Es ist jetzt nicht so, dass wir daraus direkt ein Ertrag herausziehen. Das war auch nicht zu erwarten. Wir nehmen jetzt viele Eindrücke mit, woran wir unsere Strategie ausrichten bzw. ein stückweit anpassen können. Und was noch ganz wichtig war, dass wir zur internationalen Vermarktung der Bundesliga beigetragen haben. Das ist wichtig, dass jeder Club seinen Beitrag leistet, weil die Bundesliga international im TV und bei den Menschen wahrgenommen werden möchte. Dazu musst du manchmal auch Präsenz in internationalen Märkten zeigen.“

…das Fußballjahr 2022:

„Es ist ein Jahr, indem ich vor allem mit der Leistung und der Entwicklung der Spieler zufrieden bin. Viele Spieler haben einen Schritt nach vorne gemacht. Als Mannschaft haben wir regelmäßig das Beste auf dem Platz gegeben. Es ist aber gleichzeitig auch ein Jahr, indem wir in der letzten Halbserie auch ein paar Punkte zu wenig geholt haben. Die Leistung ist zwar unser Bewertungsmaßstab, trotzdem wollen wir auch Ergebnisse erzielen. Da waren schon Spiele dabei, da musst du Ergebnisse einholen, wenn du so eine gute Leistung zeigst. Wir haben uns auch in Europa sehr gut verkauft, aber auch da sind wir an unserer mangelnden Reife gescheitert. Ergebnisse können, müssen und werden wir besser machen.“

…den Entwicklungsprozess:

„Man hört nie auf zu lernen und im Fußball muss man auch sehr schnell lernen, weil alles sehr schnelllebig ist. Wir haben im Sommer und teilweise auch in der vergangenen Spielzeit damit angefangen, auf jüngere, entwicklungsfähige Spieler zu setzen, von denen die meisten wenig Bezug zur Bundesliga hatten. Daher ist es klar, dass nicht alles immer direkt funktionieren kann. Die Jungs müssen erstmal lernen auf diesem Niveau mithalten zu können. Das bedingt auch, dass in entscheidenden Situationen teilweise die Cleverness bzw. die Reife fehlt. Das hat man in beiden Sechzehnern gesehen. Vorne haben wir teilweise Großchancen nicht gemacht, wo man sagen könnte, die macht man im Schlaf. Hinten in der Defensive haben wir Gegentore bekommen, wo wir kurz geschlafen haben. In der Bundesliga kannst du nicht kurz schlafen oder vorne die 100-prozentige Chance vergeben. So funktioniert Bundesliga nicht. Da entscheiden Kleinigkeiten und das müssen wir lernen. Ich bin sehr zuversichtlich, weil die Entwicklung gut ist, dass wir die nächsten Schritte gehen und uns bald wieder belohnen werden.“

…den vollen Terminkalender:

„Hinten raus kamen nochmal zusätzliche Ausfälle dazu und die Belastung war schon sehr hoch. Ab Mitte Oktober hatten wir fast jeden dritten Tag ein Spiel und dann kommst du irgendwann nicht mehr auf die 100-prozentige körperliche als auch auf die mentale Frische. Insbesondere wenn du es nicht gewohnt bist, in dem Rhythmus zu spielen. Gerade wenn du dir Erfolgserlebnisse, die du dir hart erarbeitet hast, zunichtemachst, dann zieht dich das auch runter. Dann kommst du in einen Strudel, so wie wir es zuletzt gesehen haben.“ 

…persönliche Herausforderungen im Fußballjahr 2022:

„Meine Grundhaltung ist, es gibt keine Alternative zum Optimismus und du musst immer nach vorne schauen. Daher gilt immer, es ist so wie es ist, man muss das Beste daraus machen. Insofern nehmen wir es so wie es kommt. Es geht besser, aber auch schlechter. Jetzt schauen wir, dass wir es in der Rückserie besser machen.“

…das kommende Fußballjahr 2023:

„Grundsätzlich bleibt unser Ziel gleich: Wir wollen so schnell wie möglich auf die 40 Punkte kommen. Gerne frühzeitig vor Saisonende. Wenn es aber erst am letzten Spieltag dazu kommt, entspricht das auch der Zielerreichung. Es wird uns zugutekommen, dass wir eine sehr lange Wintervorbereitung haben. Dadurch können wir mit den Spielern intensiv arbeiten. Es wird uns auch guttun, dass wir nur noch im Wochen-Rhythmus spielen, weil wir dann in der Lage sein werden, regelmäßig 100-prozentige Frische auf den Platz zu bringen. Das ist für unser Spiel schon wichtig.“

...die Kaderplanung:

„Bei Gesprächen herrschte bei uns eine hohe Einigkeit, dass vor allem in dem Strafraum, wo wir Tore schießen, es uns guttäte, wenn wir eine Verstärkung ans Land ziehen könnten. Auch weil dort Spieler verletzt sind, beispielsweise Florian Dietz. Deshalb gilt jetzt für den Winter: Es kann sein, dass wir aktiv werden, wir müssen aber nicht zwingend was machen. Mit dem Kader, den wir jetzt haben, können wir eine gute Rückrunde spielen. Wenn wir den Kader aber so verbreitern können, dass wir für den nächste Saison schon ein Vorgriff haben, besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir das machen würden. Momentan ist aber alles im Konjunktiv. Wir halten unsere Ohren und Augen offen, haben auch die ein oder andere Idee. Was dann daraus wird, werden die nächsten Wochen zeigen.”
 

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10SV Werder Bremen24
111. FC Köln23
121. FSV Mainz 0523
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2Partizan Belgrade9
31. FC Köln8
4Slovácko5

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