Profis | 10.06.2020

Tag am Geißbockheim

Kingsley Ehizibue: „Wir sollten alle zusammenstehen“

Der 1. FC Köln hat am Mittwoch die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Union Berlin aufgenommen. Ismail Jakobs trainierte wegen einer Blessur aus dem Augsburg-Spiel individuell. Nach der Einheit am Vormittag äußerte sich Kingsley Ehizibue in einer virtuellen Fragerunde mit Journalisten zur Endphase der Saison und zum Thema Rassismus.

Die Profis des 1. FC Köln sind am Mittwochvormittag in die Vorbereitung auf das Spiel gegen Union Berlin eingestiegen. Die Partie findet am Samstag um 15.30 Uhr im RheinEnergieSTADION statt. Marcel Risse und Simon Terodde standen nicht mit ihren Teamkollegen auf dem Trainingsplatz. Sie arbeiteten aufgrund von Knieproblemen individuell. Auch Ismail Jakobs, der in Augsburg eine Blessur davongetragen hatte, absolvierte ein individuelles Trainingsprogramm. 

Nach der Einheit sprach Kingsley Ehizibue über:

…Spiele ohne Zuschauer: Das macht einen großen Unterschied – vor allem vor Spielbeginn. Da fehlt ein wenig das Adrenalin. Aber sobald das Spiel läuft und man auf dem Platz voll fokussiert ist, ist es nicht mehr so entscheidend. Es ist nur komisch, nach einem Tor, einer großen Chance oder einer strittigen Situation nichts von den Rängen zu hören. Das ist ungewohnt.

…die Chance, den Klassenerhalt bald perfekt zu machen: Wir haben 35 Punkte, das ist schon mal gut, obwohl wir in den vergangenen Wochen mehr Zähler hätten holen können. Nun liegt unser Fokus aber voll auf der Partie gegen Union Berlin. Ich denke, wir haben gute Möglichkeiten, dieses Spiel zu gewinnen. Dafür müssen wir aber mindestens so auftreten, wie in der zweiten Hälfte gegen Augsburg. Das Wichtigste ist, dass wir von Spiel zu Spiel schauen.

…sein erstes Jahr beim FC und in der Bundesliga: Ich bin sehr dankbar, Teil des Teams zu sein und in meiner ersten Bundesliga-Saison so viele Spiele absolviert zu haben. Es war eine Umstellung für mich, denn das Niveau in der Bundesliga ist sehr hoch. Wenn ich jetzt auf meine Anfangszeit beim FC zurückblicke, bin ich sehr zufrieden. Ich hätte nicht erwartet, so häufig zu spielen.

…sein Flankenspiel und die Hereingabe vor dem 1:0 in Augsburg: Meine Schnelligkeit ist eine Waffe, die mir Gott geschenkt hat. Aber bei Flanken kann ich mich noch deutlich verbessern, daran arbeite ich. Nach dem Training schlage ich häufig noch Flanken, entweder mit ein paar Mannschaftskollegen oder dem Trainerteam. Tag für Tag verbessere ich mich. Im Training kommen meine Hereingaben schon viel besser und zuletzt hat sich die Arbeit auch im Spiel ausgezahlt. Wichtig ist, geduldig zu sein. Am meisten ärgere ich mich selbst, wenn eine Flanke nicht beim Mitspieler ankommt. Aber ich steigere mich Schritt für Schritt.

…die Gründe für sechs sieglose Spiele in Folge: Das erste Spiel nach der Corona-Pause gegen Mainz hätten wir nach der 2:0-Führung gewinnen müssen. Aber generell haben wir in den vergangenen Wochen gegen gute Mannschaften gespielt. Alle befinden sich in einer Art Überlebenskampf, jeder kämpft, um seine Ziele zu erreichen. Jeder Spieler kämpft wie um sein Leben, jede Mannschaft will möglichst viele Punkte holen. Es ist also gerade in der Endphase einer Saison nicht so leicht, Spiele zu gewinnen. Man muss in jedem Spiel an seine Grenzen gehen. Und das machen wir. Leider hat es in Augsburg trotz der späten Führung nicht für drei Punkte gereicht. Aber wir blicken nach vorne.

…die Punktgewinne gegen die direkten Konkurrenten Mainz, Düsseldorf und Augsburg: Auch wenn wir jedes Spiel gerne gewinnen wollen, haben die Unentschieden gegen drei direkte Konkurrenten dennoch etwas positives. Gegen Düsseldorf haben wir Moral gezeigt und haben spät einen 0:2-Rückstand aufgeholt. Wir haben diese Mannschaften auf Abstand gehalten. In der Hinrunde haben wir gegen Düsseldorf und Mainz nicht gepunktet. Wir entwickeln uns als Team weiter und erkämpfen uns auch in schwierigen Partien Punkte.

…die anstehende Partie gegen Union Berlin: Im Hinspiel bei Union Berlin haben wir keine gute Leistung gezeigt, auch ich persönlich nicht. Dennoch hatten wir gute Torchancen, die wir leider nicht genutzt haben. Am Samstag haben wir die Möglichkeit, zu zeigen, dass wir es besser können. Wir wollen die drei Punkte in Köln behalten.

…die „Black-Lives-Matter“-Proteste: Das ist eine große Sache. Da spreche ich für alle meine Brüder und Schwestern. Es schmerzt sehr, wenn jemand Opfer von Rassismus wird – egal, ob es auf der Straße, auf dem Fußballplatz oder anderswo passiert. Für mich sind sie alle wie Schwestern und Brüder, wie Mutter und Vater. Es gibt auch viele andere schlimme Dinge auf der Welt, aber das Thema Rassismus ist ein sehr wichtiges. Die meisten dunkelhäutigen Menschen sind seit ihrer Kindheit schon mal Opfer von Rassismus geworden. Es tut gut, zu sehen, dass sich aktuell so viele Menschen solidarisch zeigen.

Ich persönlich versuche, jeden gleich zu behandeln, jedem Liebe zu schenken. Ich möchte mich nicht verstellen, sondern ich selbst sein. Wir sollten alle zusammenstehen. Das tun wir als Mannschaft – und sollten wir auch als Gesellschaft tun. Dann werden wir eine positive Veränderung herbeiführen.

…die Frage, ob er in seinem Alltag in Köln Erfahrungen mit Rassismus gemacht hat: Nein. Ich glaube, dass die Vielfalt eine Stärke Kölns ist und die Kraft dieser Stadt verdeutlicht. Egal ob schwarz oder weiß, ob Mann oder Frau – in Köln wird jeder akzeptiert. Jeder hat die Freiheit, er selbst zu sein. Das spüre ich in der Stadt, innerhalb der Mannschaft und im gesamten Verein. Das macht Köln so stark. Das macht diese Stadt aus.

…die großen Demonstrationen gegen Rassismus in Köln und weltweit: Ich verstehe total, wenn Menschen dafür auf die Straßen gehen. Es ist wichtig, auf diese Weise ein Statement zu setzen. Ich hoffe nur, dass in Zeiten von Corona auch bei solchen Veranstaltungen alle Menschen Masken tragen und darauf achten, Abstand zueinander zu halten.

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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
131. FSV Mainz 0537
141. FC Köln36
15FC Augsburg36