Profis | 19.05.2017

Matthias Lehmann im GeißbockEcho

„Kopf und Herz wollen mehr"

FC-Kapitän Matthias Lehmann spricht über die Saison, seine Verletzung und das Bundesliga-Finale gegen Mainz.

Das Spiel gegen Mainz wird dein 447. als Profi sein. Hättest du gedacht, dass du in diesem Stadium deiner Karriere nochmal um Europa spielen würdest?
Da kann ich ganz ehrlich sagen: Nein. Man darf nicht vergessen, dass diese Saison für uns sehr gut läuft und dass andere Vereine nicht an ihr Limit gekommen sind. Deswegen haben wir die Chance auf Europa. Ich glaube, vor der Saison hat damit niemand gerechnet, höchstens insgeheim darauf gehofft. Dass wir jetzt am letzten Spieltag so ein Finale haben, ist etwas ganz Besonderes.

Wie geht es dir vor so einer Partie?
Nicht anders als vor anderen Spielen. Ich schlafe nicht schlechter oder besser, es ist alles normal. Ich gehe das an wie jedes andere Spiel auch. Angepfiffen wird um 15.30 Uhr, Ende ist wahrscheinlich so gegen 17.20 Uhr. Die Zeit dazwischen ist die, in der es zählt. Da müssen wir eine Topleistung bringen, um Mainz zu schlagen.

Ist es der Schlüssel, die Partie so normal wie möglich anzugehen?
Es gibt keinen Schlüssel, der genau passt. Es gibt kein perfektes Rezept. Jeder geht mit so einer Situation anders um. Jeder sollte sich und seinen Abläufen treu bleiben. Es ist ein wichtiges Spiel, aber man muss deswegen nicht am Freitag Kerzen anzünden und beten.

Im Laufe einer Saison gibt es immer mal wieder Spiele, die ein Knackpunkt sein können. Siehst du dich als Kapitän in Begegnungen, in denen es um viel geht, in einer besonderen Rolle?
Nein, jeder ist fokussiert, da muss ich niemanden darauf hinweisen, um was es geht. Dass es der letzte Spieltag ist und wir die Chance auf einen Europa-League-Platz haben, macht es schon zu einem sehr, sehr wichtigen Spiel. Wir haben uns für Samstag als gesamte Mannschaft das Ziel gesetzt, nicht nur zu lauern, sondern nach der Chance zu greifen.

Das heißt, du wirst auch nicht das Wort ergreifen?
Ich bin nicht der Typ, der große Reden hält. Ich packe lieber an. Reden überlasse ich anderen. Reden zu schwingen ist nicht mein Ding.

Ist es ein Vor- oder Nachteil, dass es für Mainz am Samstag nicht mehr ums Überleben geht?
Es geht auch für Mainz noch um eine Tabellenplatzierung, um TV-Gelder, um sehr viel. Sie kommen sicher nicht nach Köln, um uns gewinnen zu lassen und dann mitzufeiern.

Vor der Saison hat sich die Mannschaft das Ziel gesetzt, Platz 9 zu bestätigen. Das Ziel wurde erreicht, so wie alle Ziele in den vergangenen Jahren. Warum ist jetzt sogar mehr drin?
Wir haben guten Fußball gespielt, gerade in der Vorrunde, da sind wir sehr gut aus den Startlöchern gekommen. Wir haben richtig stark gepunktet. Dann gab es ein kleines Loch, dann eine Phase, in der wir effektiv gepunktet haben, dann wieder eine schwächere. Und in den vergangenen Spielen haben wir auch gegen Mannschaften gepunktet, die nächstes Jahr Champions League spielen. Durch den guten Start gab es eine Euphorie, die uns getragen hat. Irgendwann war die Euphorie aber verflogen.

Wie seid ihr damit umgegangen?
Wenn es gut läuft, klappt alles fast von alleine. Friede, Freude, Eierkuchen. Aber die Frage ist, was passiert, wenn es nicht läuft. Da haben wir die richtige Reaktion gezeigt und sind gut damit umgegangen. Trotz der vielen Verletzungen hat niemand gemeckert. Wir haben in manchen Trainings nur 12, 13 Mann auf dem Platz gehabt. Aber die Spieler, die spielen konnten, haben sich richtig reingehauen. Jeder hat Vollgas gegeben. Das zeigt den Charakter dieser Mannschaft. Wenn du oben dran bist, willst du auch nach dem letzten Spieltag da oben stehen.

Hier geht es zum kompletten Interview.

  • empfehlen

Tabelle

Menu
Gesamttabelle
PL. Verein Pkt.
16 Sport-Club Freiburg 3
17 SV Werder Bremen 2
18 1. FC Köln 0
Gesamttabelle
PL. Verein Pkt.
1 Arsenal London 3
2 BATE Borisov 1
3 FK Roter Stern Belgrad 1
4 1. FC Köln 0

FC-FANSHOP