Profis | 12.03.2020

Stimmen zum Spiel

Leistner: „Die Fans haben mir gefehlt“

Nach der 1:2-Derbyniederlage sprach NetCologne FC-TV mit Jonas Hector und Toni Leistner. Auch Geschäftsführer Horst Heldt und Trainer Markus Gisdol äußerten sich zu der unglücklichen Niederlage und ihren Eindrücken nach dem ersten Bundesligaspiel ohne Zuschauer in der Geschichte.

Jonas Hector: „Im Endeffekt sind es zwei Situationen, die wir nicht konsequent verteidigen, die zu den Gegentoren führen. Unsere Chancen, die wir hinten raus hatten, haben wir nicht genutzt. Sonst geht hier 2:2 aus. Ich denke, das wäre auch ein ordentliches und gerechtes Ergebnis gewesen, mit dem wir hätten leben können. So ist es natürlich extrem bitter. Es war ein Derby – wir haben über 90 Minuten alles reingeworfen und bei einer der besten Mannschaften der Liga ein wirklich gutes Auswärtsspiel gemacht. Dann ist es bitter, dass wir uns nicht belohnen. Geisterspiel ist einfach scheiße. Im Heimspiel wird es definitiv kein Vorteil sein, dass wir ohne Zuschauer spielen. Wir haben es in den letzten Spielen richtig gut gemacht und zusammen mit den Fans eine Euphorie entwickelt – auch im Spiel selbst – die uns dann zu den Siegen getragen hat. Das wird uns natürlich fehlen.“

Toni Leistner: „Wir haben eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt. Wir standen kompakt, wie in den Wochen zuvor auch. Die Gegentore waren sehr unglücklich. Sonst haben wir nicht viel zugelassen. Deswegen ist es sehr ärgerlich, dass es jetzt so gekommen ist. Gladbach hatte scheinbar das Glück des Tüchtigen. Das hatten wir bei der letzten Torchance nicht. Aber jetzt heißt es: Gut regenerieren und gut vorbereiten auf den nächsten Gegner. 
Man hat gesehen, dass wir mithalten können. Vielleicht hat am Ende wirklich nur das Quäntchen Glück gefehlt. Man muss die Chancen nutzen, die man gegen so einen Top-Gegner hat. Ich denke, wir hatten sie so weit, dass wir uns einen Punkt verdient hätten. Die Fans haben mir heute besonders gefehlt. Ich bin aber froh, die Spiele weiterhin spielen zu können. Ich glaube, jeder in der Mannschaft ist froh, Wochenende für Wochenende 90 Minuten dem Ball hinterherjagen zu können. Deswegen finde ich das besser als einen kompletten Spielabbruch wie in anderen Ländern. Es ist für keine Mannschaft von Vorteil, in einem komplett leeren Stadion zu spielen. Die Fans kitzeln bei jedem Team nochmal zwei, drei Prozent raus. Mit unseren Fans im Rücken wäre es am Wochenende natürlich viel einfacher. Aber so hat jeder die gleichen Bedingungen.“

Markus Gisdol: „Wir waren gleichwertig, daher wäre ein Unentschieden verdient gewesen. Als einziges Manko möchte ich anmerken, dass wir vom Ergebnis her nicht das geholt haben, was wir uns gewünscht haben. Ansonsten war es eine gute Leistung von uns. Es war eine große Herausforderung, gegen einen guten Gegner zu bestehen. Ich habe gute Phasen von uns in eigenem Ballbesitz gesehen, wir haben gegen einen gut organisierten Gegner Lösungen gefunden, haben gegen die schnellen Angreifer des Gegners stabil gestanden. Schade, dass die Tore gegen uns unglücklich gefallen sind. Es sollte zum Schluss nicht sein, aber wir müssen so weitermachen, wir müssen auf diesem Weg bleiben. Dann holen wir unsere Punkte. Es ist schon komisch, auch für mich als Trainer am Rand, wenn man plötzlich alles hört, auch die Anweisungen des gegnerischen Trainers und den Austausch der Schiedsrichter. Aber das sind Erfahrungswerte, die wir nun haben. Wir können uns für das Spiel gegen Mainz jetzt noch mehr auf Fußball konzentrieren.“

Horst Heldt: „Es war eine skurrile Situation, aber ich finde, wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht. Schade, dass wir nicht mehr den Ausgleich erzielt haben. Er wäre verdient gewesen. Wir haben ein richtig gutes Auswärtsspiel gezeigt. Grundsätzlich sind beide Mannschaften mit dieser ungewöhnlichen Situation gut umgegangen. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, auch wenn wir zwei Tore bekommen haben, die vermeidbar gewesen wären. Wir hatten sehr viel im Griff, waren vielleicht im letzten Drittel nicht so genau wie es hätte sein müssen. Es ist schade, aber es geht weiter. Es gibt viele Erkenntnisse nach diesem Spiel: Erstens hoffe ich, dass wir bald eine Lösung finden, damit das nicht ewig so weitergeht. Zweitens hat man bei der grundsätzlichen Fandiskussion heute mal erkannt hat, wie wichtig Fans sind. Bei vielen Diskussionen, die notwendig sind und natürlich verschiedene Meinungen enthalten, hat sich heute gezeigt und haben viele miterlebt, dass Fans elementar wichtig sind. Daher glaube ich, man sollte immer sachlich bleiben. Grundsätzlich möchte man nie verlieren, aber Derbys erst recht nicht. Dennoch denke ich, dass wir viel positives mitnehmen – auch wenn wir enttäuscht sind. Wir haben uns gewehrt, wir haben gegen eine ambitionierte Mannschaft gespielt, die um die Champions League-Qualifikation spielt. Wir als Aufsteiger haben uns wirklich klasse präsentiert. Wie in so vielen Dingen ist der FC nun auch in Sachen Geisterspielen Vorreiter. Wir wissen nun für das Heimspiel gegen Mainz, was auf uns zukommt. Ein Nachteil kann das auf gar keinen Fall sein.“   
 

Stimmen nach Gladbach
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Tabelle

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
131. FSV Mainz 0537
141. FC Köln36
15FC Augsburg36