Club | 03.07.2016

Abwehrchef des Meisters

Leo Wilden wird 80

Zu Beginn gab es einen Ford Taunus. Nicht vom Club, sondern vom Vater. Denn der wollte unbedingt, dass Leo Wilden sich trotz anderer Angebote für den 1. FC Köln entscheidet. Im linksrheinischen Norden, im Stadtteil Weidenpesch, hatte Leo seine Jugend verbracht und in der Wohnsiedlung Im „Grünen Hof“ das Kicken gelernt. Beim VfL Köln 99 wurde er zu einem erstklassigen Verteidiger ausgebildet. Nach einem Treffen mit Obmann Heinz Neubauer und Präsident Franz Kremer wechselte Wilden dann zum FC.

Die Anfangszeit im neuen Verein war nicht einfach, trotz der Auto-Prämie. „Es war im Bus, wir waren auf der Fahrt zu einem Freundschaftsspiel, da bekam ich – wie man in Köln so schön sagt – dat ärme Dier. Ich hatte Tränen in den Augen und bekam größte Selbstzweifel. Es war mir noch nicht gelungen, mich beim großen FC durchzusetzen und ich dachte: Das schaffst Du nicht.“ Doch in seiner zweiten Spielzeit beim FC startete Wilden richtig durch und wurde zum unverzichtbaren Bestandteil der FC-Abwehr, die er als Mittelläufer perfekt organisierte. Viele Top-Stürmer der damaligen Zeit verzweifelten regelrecht an dem zähen, kampfstarken Verteidiger, dem 1960 sogar der Sprung in die A-Nationalmannschaft gelang. 

Nationalspieler, WM-Teilnehmer, Deutscher Meister

15 Mal trug Leo Wilden bis 1964 das Trikot mit dem Adler und nahm an der Weltmeisterschaft 1962 in Chile teil, jedoch ohne dort zum Einsatz zu kommen. Umso zahlreicher waren die Erfolge auf Vereinsebene. Neben drei deutschen Vizemeisterschaften krönte Leo Wilden seine FC-Zeit mit dem Gewinn der Meisterschaften 1962 und 1964. Vor allem an den Titelgewinn 1962 denkt Leo Wilden noch gerne zurück: „Die erste deutsche Meisterschaft eines Clubs ist immer etwas Besonderes. Wir sind vom Flughafen Köln-Wahn mit offenen Wagen zum menschenüberfüllten Neumarkt gefahren. Dazu hatte man sogar die Autobahn gesperrt. Das wäre heute undenkbar, dass die Autobahn gesperrt wird, nur weil ein Deutscher Meister kommt“. 

Wegen eines Herzleidens musste Leo Wilden 1969 seine Profilaufbahn beenden, nachdem er drei Jahre zuvor zu Bayer Leverkusen gewechselt war. Später war er in Leverkusen noch als sporttechnischer Direktor tätig und trainierte diverse Amateurvereine im Kölner Umland, wie beispielsweise den Pulheimer SC. Seit 1966 war der gelernte Schreiner, dessen berufliche Laufbahn als Vertreter für Spirituosen begonnen hatte, im Groß- und Einzelhandel für Tabakwaren aktiv, betrieb Geschäfte in den Kölner Stadtteilen Nippes, Weidenpesch und Klettenberg. Inzwischen ist Tochter Gitta für die Führung der Firma verantwortlich. Das bekannteste dieser Geschäfte befindet sich auf der Luxemburger Strasse 269, wo sich zahlreiche FC-Fans als Kunden immer über einen Plausch mit dem Meisterspieler freuten. Viele Jahre lang kickte der passionierte Angler und Tennisspieler auch für die „FC-Altinternationalen“ und fungierte im Umland als Talentspäher FC. Von 1995 bis 2010 war Leo Wilden Mitglied des Sport- und Vereinsbeirats. 

Der 1. FC Köln gratuliert Leo Wilden herzlich zum 80. Geburtstag!

   

Leo Wilden

Geboren: 3. Juli 1936 in Köln 
Spielposition: Abwehr
Spitzname: „Lei“ (Kölsche Kurzform von „Leo“) 
FC-Trikotnummer: 5  

FC-Pflichtspiele: 245
Tore: 2

FC-Freundschaftsspiele: 71
Tore: 3


Total
Spiele: 316
Tore: 5 

Erfolge beim 1. FC Köln
Deutscher Meister 1962, 1964 
Westdeutscher Meister 1960, 1961, 1962, 1963 
Westdeutscher Pokalsieger 1964 Deutscher Vizemeister 1960, 1963, 1965 
Westdeutscher Vizepokalsieger 1960
Westdeutscher Vizemeister 1959 

Laufbahn als Spieler

7/1946-6/1958 VfL Köln 1899
7/1958-6/1966 1. FC Köln 
7/1966-6/1969 Bayer 04 Leverkusen
 
15 A-Länderspiele/0 Tore für Deutschland (alle für den 1. FC Köln) (1960-1964) 
1 B-Länderspiel/0 Tore für Deutschland (für den 1. FC Köln) (1965) 

WM-Teilnehmer 1962 (Chile) 

Laufbahn als Trainer
7/1969-6/1971 Pulheimer SC 1924/57 
SC West Köln 1900/11  

Laufbahn als Funktionär
7/1969-6/1973 Bayer 04 Leverkusen (Sporttechnischer Direktor)
5.12.1995-31.12.2009 1. FC Köln (Sportbeirat) 
1.1.2010-17.11.2010 1. FC Köln (Vereinsbeirat)

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PL. Verein Pkt.
12 SC Paderborn 07 0
13 1. FC Köln 0
14 TSG 1899 Hoffenheim 0

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