Profis | 28.10.2021

Neuzugang mit BVB-Vergangenheit

Luca Kilian: Wie der Opa so der Enkel

FC-Neuzugang Luca Kilian wurde in der Nachwuchsabteilung von Borussia Dortmund ausgebildet. Insgesamt acht Jahre trug er das schwarz-gelbe Trikot, ehe er in Paderborn unter Steffen Baumgart den Sprung in die Bundesliga schaffte und es damit seinem Opa gleichtat. Am Samstag trifft der 22-Jährige in Dortmund auf alte Bekannte und sein Kindheitsidol.

Luca Kilian steht am Mittelkreis, Arm in Arm mit zwei Mitspielern. Es ist der 22. Mai 2017 um zwanzig vor neun. Abends im Signal-Iduna-Park. Es dämmert. Der FC Bayern führt im Elfmeterschießen. Dortmund muss nachziehen. Es ist der 16. Elfmeter. Kilian ist der nächste Schütze. Verschießt er, ist Bayern München Deutscher Meister. „Da ist mir schon der Stift gegangen“, gibt Kilian zur. Der junge Innenverteidiger läuft auf das Tor vor der gefüllten Dortmunder Südtribüne zu – und trifft. Bayern verschießt danach, der letzte Dortmunder Schütze verwandelt sicher. Borussia Dortmund ist Deutscher U19-Meister. In einer einzigen Jubeltraube fällt die gesamte Dortmunder Juniorenmannschaft übereinander her. Mit ihr feiern 35.000 BVB-Fans auf den Rängen. Es ist die höchste Zuschauerzahl aller Zeiten bei einem Endspiel um die Deutsche A-Juniorenmeisterschaft.

 „Ich hatte Gänsehaut am ganzen Körper, als wir das Ding gezogen haben. Das war pure Ekstase“, sagt Kilian. „Bis zu diesem Zeitpunkt war dieses Spiel das absolute Highlight meiner Karriere.“ Übertroffen wird dieser Tag nur von einem Moment in seinem Sportlerleben, der zwei Jahre später folgte. Aber zunächst ein Blick zurück.

Enkel vom Eisenfuß

Als Elfjähriger wechselt Kilian in die Nachwuchsabteilung von Borussia Dortmund. „Für mich ging damals ein Traum in Erfüllung. Ich war schon als kleiner Junge BVB-Fan und mit Papa und Opa häufig im Stadion.“ Kilians Großvater, Amand Theis, war früher selbst Fußballprofi. Von 1968 bis 1984 spielte er unter anderem für Borussia Dortmund, den 1. FC Nürnberg und Fortuna Düsseldorf. 296 Bundesligaspiele hat Kilians Opa absolviert. Wegen seiner gefürchteten Härte wurde der Innenverteidiger auf den Beinamen „Westerwälder Eisenfuß“ getauft. „Ich tausche mich nach Spielen häufig mit Opa aus. ‚Junge, du musst mehr grätschen’, sagt er mir dann immer.“ Kilian lacht. „Opa hat halt zu einer anderen Zeit gespielt. Obwohl es bei ihm häufig auf die Knochen ging, ist er immer noch fit wie ein Turnschuh.“

Kilians fußballerisches Vorbild ist aber Mats Hummels. „Ich gucke ihm sehr gerne dabei zu, wie er Fußball spielt, verteidigt und das Spiel liest. Ich versuche, daraus auch Dinge für mich zu ziehen und zu lernen. Er ist für mich immer noch einer der besten Verteidiger auf der Welt.“ Richtig kennengelernt hat Kilian den Weltmeister von 2014 bislang aber nicht. „Zu der Zeit, als ich hin und wieder bei den BVB-Profis mittrainieren durfte, war Mats bei Bayern München.“

Wiedersehen mit gutem Freund

Obwohl Kilian als A-Jugendlicher mit den BVB-Profis trainiert, erhält er keinen Profivertrag. Er spielt eine Saison für die U23 des BVB in der Regionalliga West, ehe ihn im Sommer 2019 der Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn verpflichtet. Unter Steffen Baumgart debütiert Kilian in der Bundesliga. Damit findet seine bisherige Spielerkarriere zwei Jahre nach der U19-Meisterschaft ihren nächsten Höhepunkt. Zudem wird der großgewachsene Abwehrmann deutscher U21-Nationalspieler. „Steffen Baumgart hat mir immer bewusst gemacht, was ich kann und dass ich in meine Stärken vertrauen soll. Die Zeit in Paderborn hat mich auf das nächste Level gebracht. Ich habe gelernt, mutiger nach vorne zu verteidigen und mir im Aufbauspiel viel zuzutrauen.“ Und noch etwas Gutes hat das Jahr in Ostwestfalen. Nach einem Auswärtsspiel mit dem SC Paderborn in Dortmund tauscht Kilian sein Trikot mit Mats Hummels. „Wir haben dann noch kurz Smalltalk gehalten. Ein cooler Moment für mich.“

Am Samstag, 30. Oktober, wenn der 1. FC Köln zu Gast bei Borussia Dortmund ist, begegnet Kilian seinem Kindheitsidol erneut. Und nicht nur ihm. Auch BVB-Profi Felix Passlack, mit dem Kilian in der Jugend für Schwarz-Gelb gespielt hat. „Mit Felix bin ich privat immer noch sehr gut befreundet. In der Sommerpause haben wir uns gemeinsam auf die Saison vorbereitet mit einem Personal-Trainer, drei Wochen lang in Dortmund. Felix ist ein geiler Typ. Ich freue mich, ihn wiederzusehen. Das wird ein cooles Erlebnis für mich am Samstag.“

Trotz aller Verbundenheit zu Borussia Dortmund wird Kilian dann alles daransetzen, dass der FC etwas Zählbares mitnimmt. „Ich bin froh, beim FC zu sein. Gerade, was die Fankultur und die Stimmung im Stadion betrifft, sind sich beide Vereine ähnlich. Es macht mich stolz, für den FC aufzulaufen. Wie wir jedes Wochenende nach vorne gepeitscht werden, egal ob auswärts oder zu Hause, ist außergewöhnlich.“ 

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PL.VereinPkt.
11Eintracht Frankfurt15
121. FC Köln15
13VfL Bochum 184813

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