Profis | 17.11.2021

30. Todestag von Maurice Banach

Mucki, wir werden dich nie vergessen

Der 17. November 1991 – einer der traurigsten Tage in der Geschichte des 1. FC Köln jährt sich zum dreißigsten Mal. Ein tödlicher Unfall reißt Maurice Banach aus dem Leben und stürzt die gesamte Fußballnation in tiefe Trauer. Bis heute wiegt der tragische Verlust schwer.

„Für jeden FC-Fan war der 17. November 1991 ein schmerzhafter Tag, der auf ewig mit dem tragischen Tod von Maurice ‚Mucki‘ Banach verbunden sein wird“, sagt FC-Präsident Werner Wolf. Die Nachricht vom tödlichen Unfall Maurice Banachs versetzte vor 30 Jahren alle Menschen im näheren und weiteren Umfeld des FC in einen Schockzustand. Einen Tag nach einer 0:3-Auswärtsniederlage beim FC Schalke 04 verunglückte der erst 24-jährige Banach mit seinem Auto auf der Fahrt zum Geißbockheim tödlich. Das Wetter war trüb und grau als die wartenden Mitspieler und Verantwortlichen vom tragischen Unfall erfuhren – Maurice Banachs Auto prallte auf der Autobahn mit einem Brückenpfeiler zusammen und Mucki kam in dem in Flammen aufgegangenen Wagen ums Leben. 1.500 Trauergäste wohnten der Beerdigung auf Münsteraner Zentralfriedhof bei. Die Schleife am Trauerkranz der Mannschaft trug die Aufschrift „Ein letzter Gruß – Mucki, wir werden dich nie vergessen.“ Maurice Banach hinterließ Ehefrau Claudia sowie die Söhne Danny und Zico.

Bis zum Alter von 15 Jahren spielte Maurice Banach bei seinem Heimatverein Preußen Münster, wechselte dann zu Borussia Dortmund. Für den BVB, mit dem er 1984 deutscher B-Jugendmeister wurde, schwärmte der Westfalenauswahlspieler bereits als kleiner Junge. Mit 17 Jahren erhielt er einen Lizenzspielervertrag, musste sich aber noch bis zum 24. April 1987 gedulden, als er zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz kam. 

Da das große Offensivtalent in Dortmund nicht über den Reservistenstatus hinauskam, wechselte er 1988 zum Revierrivalen SG Wattenscheid 09. Beim Zweitligisten wurde Banach auf Anhieb Stammspieler und Torjäger. Nach elf Toren in der ersten Saison steuerte Mucki 21 Tore zum Aufstieg der Wattenscheider 1990 bei, womit der Stürmer Torschützenkönig der 2. Bundesliga wurde. Bereits im Winter der Wattenscheider Aufstiegssaison hatte sich der 1. FC Köln die Dienste des 22-jährigen Sturmtalents gesichert. Im Sommer 1990 trat Banach seinen Dienst beim amtierenden Deutschen Vizemeister an und sollte seine Erfolgsgeschichte fortschreiben. „Ich wollte zu einem Spitzenklub, in der Tabelle oben mitspielen und auch international dabei sein. Beim 1. FC Köln schienen mir diese Perspektiven am ehesten realisierbar“, äußerte sich Mucki im Geißbock Echo zu seinem Wechsel zum rheinischen Traditionsverein.

Auf dem Sprung zur Nationalmannschaft

Dass der Neuzugang wusste, wo das Tor steht, stellte er bereits in seinem ersten FC-Spiel unter Beweis: Beim Testspiel gegen den FC Bad Godesberg am 5. Juli 1990 traf er vier Mal. Sein erster Pflichtspieltreffer gelang ihm am 4. Spieltag beim 2:2 auf dem Bökelberg in Mönchengladbach. Eine Woche später traf er beim 3:0-Sieg des FC an alter Wirkungsstätte in Wattenscheid gleich doppelt. In der Bundesliga lief es für den FC eher durchwachsen, aber im DFB-Pokal erreichte der FC zum bis heute letzten Mal das Finale. Die Führung von Werder Bremen, Gegner in der zehnten Finalteilnahme des 1. FC Köln, glich Mucki in der 62. Minute aus und führte den FC somit in die Verlängerung. Das entscheidende Elfmeterschießen verlor der FC trotz Treffers von Banach. Der Einzug ins DFB-Pokalendspiel 1991 war in nicht unerheblichem Maße sein Verdienst: Drei Treffer, darunter die wichtigen Siegtore beim Zweitrundenspiel in Kaiserslautern und im Viertelfinale gegen den VfB Stuttgart, ebneten den Weg nach Berlin. 

Maurice Banach hatte beim DFB bereits Einsätze für U-Nationalmannschaften absolviert, rückte nach anhaltenden Erfolgen in das Blickfeld der A-Nationalmannschaft. Viele hielten es nur für eine Frage der Zeit, bis er sein erstes Länderspiel bestreiten würde. Die Bild-Zeitung bezeichnete Banach als den „technisch besten Bundesliga-Stürmer“.

Die Saison 1991/92 begann für den FC sportlich schlecht. Der erste Sieg gelang erst am 14. Spieltag. Im letzten Spiel Banachs im Müngersdorfer Stadion, einem 4:1-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf am 9. November 1991, schoss Mucki zwei Tore. Es waren seine Bundesliga-Treffer neun und zehn. In diesen Wochen wurde zur großen Freude aller der im Sommer auslaufende Vertrag des Stürmers bis 1995 verlängert. Am 18. Spieltag verlor der FC 0:3 beim FC Schalke. Einen Tag später verlor nicht nur der 1. FC Köln, sondern die gesamte Fußballwelt einen großartigen Spieler. Zum Zeitpunkt des Unfalls führte Banach die Bundesliga-Torjägerliste mit zehn Toren an, bis ins Frühjahr 1992 fand man seinen Namen noch unter den Top 10. 

Anteilnahme und Benefizspiel

Nach dem großen Schock richtete der 1. FC Köln ein Sonder-Spendenkonto ein „um den Angehörigen die lange Zeit bis zur Auszahlung der Versicherung zu helfen.“ Zudem spendete die FC- Mannschaft 10.000 D-Mark. Unzählige Gesten und Beileidsbekundungen, die den großen Verlust eines Spielers, Familienvaters und Ehemannes jedoch nie trösten können. In einem Zeitungsinterview noch viele Jahre nach dem tragischen Unfall ist die heute wieder verheiratete Claudia Banach-Weigl tief berührt: „Wenn wir mal auf der A1 an der Unfallstelle vorbeifahren, packt mich immer noch die Wut. Warum wurde die Brücke an der Ausfahrt Wermelskirchen, gegen die Mucki gekracht war, nicht viel früher weggemacht?“ Die Brücke wurde später abgerissen – zu spät für Maurice Banach. 

Der 1. FC Köln wird in Gedenken an Maurice Banach und anlässlich des 30. Todestags ein Benefizspiel austragen und den Erlös Familie Banach zukommen lassen. Aufgrund der coronabedingten Planungsschwierigkeiten ist als Zeitraum für das Spel der Sommer 2022 avisiert. FC-Präsident Werner Wolf: „In der Vergangenheit ist in der Öffentlichkeit oft und sehr kontrovers über den Umgang des FC mit der Familie Banach nach dem Tod von Mucki diskutiert worden. Diese offene Wunde möchten wir nun endgültig schließen und die Zeit der Vorwürfe beenden. Gemeinsam mit seiner Familie, alten Weggefährten und den FC-Fans wollen wir positiv nach vorne schauen und Mucki Banach in einem würdigen Rahmen ein besonderes Gedenken bereiten. Wir möchten mit dem Benefizspiel ein deutliches Zeichen setzen, dass die FC-Familie Mucki nicht vergessen hat und an der Seite seiner Familie steht. Alle Aktionen, die im Gedenken an Mucki dazu beitragen, einen der talentiertesten Stürmer der FC-Historie in schöner Erinnerung zu behalten, helfen uns dabei, das Unfassbare auch 30 Jahre später weiter zu verarbeiten. Maurice Banach wird unvergessen bleiben.“

Maurice Banach
Geboren: 9. Oktober 1967 in Münster
Gestorben: 17. November 1991 bei Remscheid

Statistik beim 1. FC Köln
Pflichtspiele/Tore: 63/30
Freundschaftsspiele/Tore: 28/20

Laufbahn als Spieler
bis 6/1983        SC Preußen Münster (Jugend)
7/1983 - 6/1985    Borussia Dortmund (Jugend)
7/1985 - 6/1988    Borussia Dortmund
7/1988 - 6/1990    SG Wattenscheid 09
7/1990 - 11/1991    1. FC Köln

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121. FC Köln15
13VfL Bochum 184813

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