U21 | 27.02.2020

Regionalliga West

Nottbeck verlängert bei der U21

Lukas Nottbeck hat seinen auslaufenden Vertrag bei der U21 des 1. FC Köln verlängert. In dieser Saison schoss der Defensivspieler bereits sechs Treffer und rettete seiner Mannschaft zuletzt einen Punkt gegen TuS Haltern.

Lukas Nottbeck ist eine der großen Stützen in der U21 des 1. FC Köln – obwohl oder gerade weil er bei weitem nicht mehr unter 21 ist. Seit Juli 2018 spielt der 31-Jährige wieder für den FC, für den Club für den er bereits in der Jugend auflief und bei dem er am Donnerstag einen neuen Vertrag unterschrieben hat. In der U19 führte ihn sein Weg zum FC, zuvor hatte der in Datteln geborene Mittelfeldspieler schon im Nachwuchsleistungszentrum des FC Schalke 04 gespielt. „Dort wurde ich allerdings nach der U17 aussortiert“, erzählt Nottbeck. „Norbert Elgert hatte mir offen mitgeteilt, dass ich dort nicht mehr viel Spielzeit erhalten würde. Das wollte ich nicht riskieren, sondern mich stattdessen fußballerisch weiterentwickeln.“ Die Körperlichkeit fehlte ihm zu dieser Zeit noch und so schloss sich Nottbeck dem LR Ahlen an. In Ahlen spielte er ebenfalls in der höchsten Junioren-Klasse und stand nach starken Leistungen auf der Sechserposition sogar im Kader von Ahlens zweiter Mannschaft. Der FC wurde auf Nottbeck aufmerksam und holte ihn nach Köln. Beim FC wurde er sofort Stammspieler, verstärkte zunächst die U19 und danach die U21. „Damals hatten wir in der zweiten Mannschaft mit Carsten Cullmann, Michael Niedrig und Stefan Schwellenbach drei erfahrene Spieler, die den jungen Spielern beim Sprung in den Seniorenfußball sehr geholfen haben. Die drei haben uns nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben sehr unterstützt und viel für die Karriere mitgegeben. Davon war ich so beeindruckt, dass mir damals schon klar war, dass ich irgendwann für junge Spieler ebenfalls eine Stütze sein möchte“, sagt Nottbeck.

Kumpels trotz anderer Farben

Für einen Einsatz in der Bundesliga reichte es zu dieser Zeit für ihn nicht. Er trainierte mit der Profimannschaft unter dem damaligen Trainer Zvonimir Soldo und nahm an der Einheit im RheinEnergieSTADION teil, als 20.000 Zuschauer Fan-Liebling Lukas Podolski eine unvergessliche Rückkehr bereiteten. Den Sprung in den Profikader schaffte er selbst aber nicht. „Wahrscheinlich hatte ich nicht die Qualität für die Bundesliga, aber es war zu der Zeit auch nicht einfach als junger Spieler Einsatzzeit zu erhalten – anders als heute. Soldo hat damals auf die internationalen Spieler gesetzt, das ist aber gar nicht als Vorwurf gemeint“, sagt Nottbeck.

Auch ohne Bundesligaeinsatz schaut Nottbeck gerne auf diese Zeit zurück, weil damals Freundschaften entstanden. Einer seiner besten Freunde ist seitdem FC-Stürmer Simon Terodde. Als Terodde 2009 aus Duisburg kam, nahm ihn Nottbeck in seiner Wohnung auf, solange bis er eine eigene Bude hatte. „Wir lagen von Anfang an auf einer Wellenlänge. Er ist einer, der nie Wert auf Statussymbole gelegt hat, sondern stattdessen einfach ein cooler Typ geblieben ist. Das finde ich absolut bewundernswert“, sagt Nottbeck. „Es ist nicht selbstverständlich im Fußball, dass man gut befreundet bleibt, auch wenn man zwischenzeitlich in unterschiedlichen Clubs spielt. Wir fahren jedes Jahr zusammen mit Kumpels weg, die Touren organisiert meistens Simon – der hat da Freude dran.“

Die Karriere führte Nottbeck im Januar 2010 weg vom FC. Er wurde für ein halbes Jahr an Borussia Dortmund II ausgeliehen, absolvierte Spiele in der 3. Liga und suchte anschließend die nächste Herausforderung bei der TuS Koblenz. Nottbeck glänzte als Abräumer und schoss zudem schöne Tore. „Die Atmosphäre in der Stadt und im Club war ein bisschen vergleichbar wie die beim FC. Wir hatten eine super Truppe, die zusammengehalten hat. Es war ein überragendes Jahr“, sagt Nottbeck. Es hätten weitere hinzukommen können, aber die TuS rutschte in finanzielle Schieflage und die Mannschaft fiel auseinander. Der nächste Wechsel stand an und Nottbeck wollte wieder nach Köln. Er schloss sich Fortuna Köln in der Regionalliga West an. 66 Spiele in zwei Jahren bestritt er für die Fortuna, bestach durch seine tadellose Einstellung und seinen unbändigen Willen, alles für den Erfolg zu tun. Dennoch zögerte die Fortuna mit der Vertragsverlängerung, Nottbeck wollte Klarheit und nahm ein Angebot von Viktoria Köln an. „Das haben mir damals einige Fans sehr übel genommen und es gab Anfeindungen, die unter die Gürtellinie gingen. Dabei wäre ich ja geblieben, wenn man mir gezeigt hätte, dass man weiter mit mir plant“, erzählt Nottbeck, der die Anfeindungen abschüttelte. „Ich habe versucht das auszublenden und hatte ein neues Ziel vor Augen. Ich wollte mit der Viktoria erfolgreich sein.“ Nottbeck erlebte mit der Viktoria unvergessliche Highlights seiner Karriere. Im Jahr 2015 warfen sie Union Berlin aus dem DFB-Pokal, sie spielten im Pokal gegen Hertha BSC und Bayer 04 Leverkusen, gegen den 1. FC Nürnberg scheiterten sie erst im Elfmeterschießen.

Fünf Jahre warf er sich für die Viktoria in jeden Zweikampf, dann gab es die Chance auf eine Rückkehr zum FC. Trainer André Pawlak rief ihn an und berichtete ihm von seinem Plan, ihn als älteren Spieler im Team einzubauen, der die jungen Talente führen soll. „Ich war begeistert und als ich das erste Mal wieder als Spieler die Allee am Geißbockheim entlanggefahren bin, war das ein unbeschreibliches Gefühl. Ich war glücklich, wieder da zu sein“, sagt Nottbeck. Das erste Jahr gestaltete sich schwierig, eine fabelhafte Rückrunde rettete die U21 aber vor dem Abstieg in die 5. Liga. In dieser Saison läuft es wesentlich besser, aktuell steht die U21 auf einem ordentlichen achten Tabellenplatz der Regionalliga West. Mit Marius Laux, Vincent Geimer, Lucas Musculus und Nottbeck hat die U21 vier erfahrene Spieler, die die Mannschaft führen sollen. „Für uns geht es nicht nur darum, in der Liga erfolgreich zu sein, sondern den Talenten wie Noah Katterbach und Iso Jakobs zu helfen, dass die U21 für sie eine Durchgangsstation zu den Profis ist. Wenn es einer von den Jungs schafft, ist es auch ein tolles Gefühl für uns“, sagt Nottbeck. Es ist die Aufgabe, von der er selbst als junger Spieler schon geschwärmt hat. „Ich hatte nie das größte Talent, aber ich möchte unseren talentierten Jungs mitgeben, dass sie viel erreichen können, wenn Mentalität und Einsatzwille stimmen.“

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
9TSG 1899 Hoffenheim35
101. FC Köln32
111. FC Union Berlin30

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