Nachwuchs | 09.08.2020

UEFA Youth League

Ruthenbeck: „Internationale Spiele sind eine super Erfahrung“

U19-Trainer Stefan Ruthenbeck ist mit seiner Mannschaft in der vergangenen Saison Westdeutscher Meister geworden. In der kommenden Saison tritt er mit seinem Team nicht nur in der Bundesliga West, sondern auch in der UEFA Youth League an.

Stefan, herzlichen Glückwunsch zur Teilnahme an der UEFA Youth League. Wie habt ihr die Auslosung des DFB verfolgt?

Stefan Ruthenbeck: „Danke, wir hatten letztlich Glück, dass das Los für uns entschieden hat, aber unsere Jungs haben sich das vorher durch eine gute Saison verdient. Sie haben Borussia Dortmund, den FC Schalke 04, Borussia Mönchengladbach und Bayer 04 Leverkusen hinter sich gelassen. Wir haben bei der Auslosung mit den Trainern zusammengesessen und den Livestream verfolgt. Einige Jungs hatten sich auch zugeschaltet. Und dann wurden wir gezogen. Da ging ein lauter Schrei durchs Geißbockheim. Internationale Spiele sind eine super Erfahrung für unsere Jungs. Das wird für jeden von ihnen eine bleibende Erinnerung werden. Aber natürlich tun uns auch die Jungs von Werder Bremen leid, die ebenfalls Meister ihrer Staffel geworden sind und es verdient gehabt hätten. Wir hätten den Startplatz in der Youth League Platz mit den Bremern gerne sportlich ausgespielt.“

Du warst mit dem FC schon international unterwegs. 2017 hattet ihr mit den Profis bei Roter Stern Belgrad die Möglichkeit, die K.O.-Phase der Europa League zu erreichen. Wie sind deine Erinnerungen daran?

„Das sind Erinnerungen, die einem keiner mehr nehmen kann und die man nie vergessen wird. Es ist nicht unbedingt das Spiel an sich, das mir im Gedächtnis geblieben ist, es ist die gesamte Atmosphäre. Ich hatte an dem Tag meinen FC-Anzug mit Schlips an der Seitenlinie an. Als ich durch den Spielertunnel lief, war überall Polizei und die Stimmung war beeindruckend. Es waren so viele neue Erfahrungen, die man aufgesogen hat. Unsere Jungs werden in 20 Jahren ebenfalls noch daran denken, dass sie mal im Europapokal gespielt haben.“

Wie war euer Trainingsstart mit der U19 in diesem Jahr?

„Wir trainieren unter den gegebenen Bedingungen. Wir halten uns an die Hygieneregeln. Die Trainer gehen als Vorbild voran und fordern das auch von ihren Spielern ein. Wir haben bisher zwei Testspiele absolviert. Eintracht Frankfurt haben wir 3:1 geschlagen, gegen die Herren-Mannschaft der Sportfreunde Siegen haben wir 4:0 gewonnen. Das war ein guter Auftakt. Es macht Spaß mit den Jungs zu arbeiten. Wir wissen aber auch, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben.“

Ihr seid Westdeutscher Meister, was ist denn in dieser Saison drin?

„Das ist sehr schwer zu sagen. Wir befinden uns in einem Corona-geprägten Jahr, zudem müssen sich unsere Spieler noch mit einigen anderen Themen außer Fußball beschäftigen, wie zum Beispiel das Abitur zu schaffen. Wir haben in der vergangenen Saison wieder einige Jungs für die Profis ausgebildet. Da freuen wir uns sehr drüber und das ist unsere Hauptaufgabe. Aber diese Spieler und ihre Qualitäten fehlen uns natürlich. Andere Spieler müssen nun in ihre Rollen reinwachsen. Da muss man den Jungs Zeit geben. Wir sind in der kommenden Saison sicher kein Meisterschaftsfavorit, aber wir haben den Anspruch uns mit den besten zu messen und wollen oben mitspielen.“

Viele Jungs haben den Sprung in den Profi-Kader geschafft, die U19, die U17 und die U16 wurden Meister – ist man da etwas stolz?

„Ich bin stolz auf die Jungs. Die letzte Saison war trotz der Corona-Pandemie sensationell. Dass sich so viele Jugendspieler bei den Profis zeigen dürfen, ist außergewöhnlich. Ich bin aber auch stolz auf mein Trainerteam und die Jugendtrainer des FC. Wir haben absolute Experten in den jeweiligen Altersbereichen, die unsere Talente hervorragend ausbilden. Das ist die Grundvoraussetzung, dass die Spieler den Sprung von der U19 direkt zu den Profis oder zur U21 schaffen können. Wir sind mit unserem Team in der U19 dann für den Feinschliff zuständig.“

Wird die Nachwuchsarbeit des 1. FC Köln durch die Erfolge in den vergangenen zwei Jahren anders wahrgenommen?

„Auf jeden Fall. Wir sind mit der U17 im Jahr 2019 Deutscher Meister geworden, mit der U19 und der U17 haben wir ein Jahr später die Westdeutsche Meisterschaft geholt. Wir haben gezeigt, dass wir eine gute Adresse für Nachwuchsspieler sind, weil hier gut ausgebildet wird und man den Sprung in den Lizenzkader schaffen kann. In der neuen Saison spielen wir international, auch das ist ein starkes Zeichen. Wir müssen diese Erfolge aber immer wieder durch harte Arbeit bestätigen. Man kann so ein erfolgreiches Jahr nicht so einfach wiederholen, aber wir packen hier alle gemeinsam an, damit sich unsere Talente bestmöglich weiterentwickeln – und wir haben auch in dieser Saison wieder spannende Spieler in den verschiedenen Jahrgängen, auf die wir uns freuen dürfen.“
 

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Gesamttabelle
PL.VereinPkt.
15Hertha BSC3
161. FC Köln1
17FC Schalke 041