Profis | 07.12.2021

Außenbahnspieler will die Chance nutzen

Schindler: „Jeder geht über seine Grenzen“

Kingsley Schindler ist da, wenn er gebraucht wird. Seit seiner Rückkehr aus Hannover sieht der 28-Jährige eine positive Entwicklung in der Mannschaft und lobt dabei vor allem die Arbeit von FC-Cheftrainer Steffen Baumgart.

Für den gebürtigen Hamburger ist es der zweite Anlauf beim FC. Im Sommer 2019 wechselte der damals 25-Jährige ablösefrei vom Zweitligisten Holstein Kiel an den Rhein. Unter Achim Beierlorzer war der Rechtsfuß nahezu gesetzt, stand in neun von zehn Partien in der Startelf. Nachdem der FC sich von Beierlorzer getrennt und Markus Gisdol als neuen FC-Cheftrainer installiert hatte, pendelte Schindler zwischen Bank und Tribüne und kam nur noch selten zum Einsatz.

Im Sommer 2020 schloss sich Schindler leihweise Hannover 96 an, für die er bereits in der A-Jugend die Schuhe geschnürt hatte. Für die Niedersachsen kam der Außenbahnspieler wettbewerbsübergreifend 27-mal zum Einsatz. Zufrieden war er mit seiner Zeit in Hannover jedoch nicht: „Der Wechsel nach Hannover war nicht der richtige Schritt. Ich habe mir das Ganze anders vorgestellt.“ Einen Grund zur Freude gab es für Familie Schindler nichtsdestotrotz. Mitte Februar 2021 brachte Ehefrau Ashlee einen Jungen zur Welt. Mitten in der Corona-Pandemie war das trotz des Lichtblicks keine einfache Situation: „Die ersten Tage und Wochen waren schon schwierig, weil wir zu dem Zeitpunkt ein Quarantänetrainingslager abhalten mussten. Es war alles so frisch und ich konnte den Kleinen nur auf Fotos oder per Facetime sehen. Das war schon hart. Man vermisst ihn schon sehr schnell.“

Mittlerweile ist der Nachwuchs zehn Monate alt und hält den gebürtigen Hanseaten ordentlich auf Trab: „Es kommt immer drauf an, wie das Training läuft. Manchmal will ich mich einfach nur ins Bett legen und schlafen. Aber dazu komme ich oft nicht. Ich verbringe dann Zeit mit meinem Sohn. Wir spielen zusammen oder ärgern die Mama. Ab und zu gehe ich auch mit ihm raus. Aber ich hoffe, dass das die Mama vorher schon gemacht hat, damit ich ein bisschen Ruhe habe (lacht).“

Nach seiner Leihe in der vergangenen Saison zu Hannover 96 ist Kingsley Schindler seit der laufenden Saison zurück beim FC. Schwer ist ihm die Eingewöhnungszeit nach einem Jahr Abstinenz am Geißbockheim nicht gefallen: „Ich habe mich schnell wieder eingelebt, weil ich viele Jungs noch kenne, die das Jahr davor schon mit mir zusammen beim FC gespielt haben. Ich wurde gut aufgenommen und freue mich, dass ich hier bin.“

Neben einigen Neuzugängen in der Mannschaft gab es auch einen neuen FC-Cheftrainer: Steffen Baumgart. Für Schindler ist der neue Coach ein Glücksfall. „Er ist ein super Typ. Ich habe in der Vergangenheit des Öfteren gegen ihn gespielt. Er pusht uns an der Seitenlinie immer nach vorne. Er gibt klare Ansagen, die wir brauchen. Seine Philosophie tut uns gut“, lobt der Flügelspieler. Unter Baumgart sieht Schindler eine Chancengleichheit für alle: „Ich bin sehr zufrieden mit meinen Einsatzzeiten, wenn man sieht, was für ein hoher Konkurrenzkampf in der Mannschaft herrscht. Jeder will spielen, das merkt man im Training. Ich freue mich, dass ich die Wertschätzung bekomme und meine Einsatzzeiten erhalte, wenn ich im Training Gas gebe. An meine Einsätze will ich anknüpfen und weiter dranbleiben.“

In der Bundesliga kam Schindler bereits in fünf Partien zum Einsatz, stand in 13 von 14 Begegnungen im Kader. Beim 2:0-Erfolg in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim VfB Stuttgart spielte der 28-Jährige über die vollen 90 Minuten. Als größte Stärken sieht er seine „Geschwindigkeit, die Dynamik und den Drang nach vorne.“ Zwar gelang dem Rechtsfuß in der laufenden Spielzeit noch keine Torbeteiligung, dennoch war Schindler immer da, wenn er gebraucht wurde, wie nach seiner Einwechslung im Derby gegen Borussia Mönchengladbach, als er kurz nach der Halbzeit für den verletzten Kapitän Jonas Hector eingewechselt wurde und sich auf der Rechtsverteidigerposition nahtlos ins Team einfügte.

Im Vergleich zur Saison 2019/20, als der FC nur dank eines Zwischenspurts im Frühjahr 2020 den Grundstein für den Klassenerhalt legte, sieht Schindler eine positive Entwicklung im Verein und in der Mannschaft in der laufenden Spielzeit: „Wir spielen einen klaren Ball und bringen das auf den Platz, was der Trainer von uns verlangt. Wir sind als Einheit sehr gewachsen. Die Mentalität stimmt, jeder geht über seine Grenzen. Wir haben einen Trainer, der uns dabei hilft, Topleistungen zu bringen.“

Ein Konkurrent um einen Startelfplatz auf der Rechtsverteidigerposition beim FC ist Benno Schmitz, der im Sommer endlich eine volle Vorbereitung verletzungsfrei überstand und sich seither in der Stammformation festspielen konnte. Mit vier Vorlagen ist Schmitz zudem mit Kapitän Jonas Hector bester Assistgeber des Teams. „Benno ist ein gutes Beispiel dafür, immer hart zu arbeiten und an sich zu glauben, um am Ende erfolgreich zu sein. Bei seinen Flanken ist es nicht verwunderlich, dass er den Spitznamen ‚Kölsche Cafu‘ bekommen hat“, honoriert Schindler mit einem Schmunzeln die Leistungen seines Kontrahenten und blickt hoffnungsvoll in die Zukunft: „Irgendwann kommt für mich die Chance, die es dann zu nutzen gilt.“

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